Elektroautos: Tesla schafft Serviceintervalle ab

Kein Motoröl, keine Abgasanlage, kein Keil- und Zahnriemen, keine Zünd- oder Glühkerzen – für all das muss ein E-Auto nicht in die Werkstatt.
© Foto: picture alliance/Pascal Rossignol/REUTERS

Kein Motoröl, keine Abgasanlage, kein Keil- und Zahnriemen, keine Zünd- oder Glühkerzen – für all das muss ein E-Auto nicht in die Werkstatt. Anderes muss aber doch regelmäßig überprüft werden.

Elektrisch angetriebene Autos sind weniger wartungsintensiv als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Als Konsequenz hat jetzt E-Autobauer Tesla als erster Hersteller die regelmäßigen Serviceintervalle gestrichen. Man habe in der Vergangenheit festgestellt, dass sich 90 Prozent der Probleme am Fahrzeug aus der Ferne diagnostizieren und per Over-the-Air-Update beheben ließen, heißt es. Lediglich zur Überprüfung der Bremsen müssen die Fahrzeuge regelmäßig in die Werkstatt. Aber warum brauchen Elektroautos weniger Inspektionen?

"E-Autos haben gegenüber Verbrennern einige Komponenten weniger", sagt Hans-Georg Marmit, Kfz-Experte der Sachverständigen-Organisation KÜS. So benötigen Elektroautos beispielsweise keine Abgasanlage, keinen Keil- und Zahnriemen, keine Zünd- oder Glühkerzen. Auch Motoröl muss nicht gewechselt werden. Bei einem Verbrennungsmotor müssen Flüssigkeiten, Verschleißteile oder Baugruppen regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf ersetzt werden, auch muss der Motor auf Dichtigkeit geprüft werden. Das Triebwerk eine E-Autos ist hingegen einfacher im Aufbau, mit einer kleineren Anzahl an Teilen. "Er hat weniger Verschleiß und ist daher weniger anfällig für Störungen", so Marmit. "Der Motor selbst ist relativ wartungsfrei."

Trotzdem geht es auch bei einem E-Auto nicht ganz ohne Service, überprüft werden müssen wartungsintensive Teile, die auch in herkömmlichen Autos installiert sind: Brems- und Beleuchtungsanlage oder Klimaanlage. "Ein besonderes Augenmerk verdient die Batterie", so der Kfz-Experte. "Hier geht es um den allgemeinen Zustand des Akkus, die Pole, Kabelverbindungen, Anschlüsse, Ladegeräte. Die Abstände des Checks richten sich nach dem Verschleiß." (Sp-X)

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KOMMENTARE


HA

26.03.2019 - 20:56 Uhr

Der Tod der Autowerkstatt!


Aschmu

27.03.2019 - 13:28 Uhr

@ HA - sehe ich genau so - ODER , da ein E-Auto ein hohes Maß an Qualifiaktion benötigt - sowohl vom Personal als auch von der Werkstatt Ausrüstung - geht halt der Stundenlohn exhorbitant nach oben ? Kann ja niemand davon leben, dass Lieschen Müller alle 5 Jahre mal zum Checkup kommt


Detlef Rüdel

27.03.2019 - 14:16 Uhr

@HA keine Sorge bis es soweit ist, vergehen noch sehr viele Jahre. Der Verbrennungsmotor, ob Diesel oder Beziner, wird die Werkstätten noch über viele Jahre der Reparatur, Inspektion, usw. begleiten und damit auch Arbeitsplätze sichern. Perspektivisch aber haben Sie recht, irgendwann wird genau dieser Punkt eintreten und dann wird es zu Sterben von Werkstätten kommen. Ich nenne das Marktbereinigung, somit wird der Kuchen dann irgendwann zum verteilen wieder größer. Problematisch sehe ich eher die Arbeitsplätze in der Automobilindustrie, hier wird es im Zuge der Produktion, Umstellung auf E Mobilität kurz über lang, dazu führen, dass Arbeitsplätze verloren gehen. Für die Produktion von Elektroautos werden deutlich weniger Mitarbeiter, insbesondere hochqualifizierte dafür benötigt. Die Zukunft wird zeigen, wie schnell wir uns nunmehr im 21 Jahrhundert, der Veränderung zur Elektromobilität stellen. Die Herausforderung dazu ist massiv groß, aber auch geschuldet der massiven Veränderung in Bezug auf Klima, Umwelt, usw. die Zeit ist einfach reif, neue andere Wege für uns alle zu gehen.


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