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Geschäftszahlen: Opel fährt milliardenschweren Betriebsgewinn ein

Geschäftszahlen: Opel fährt milliardenschweren Betriebsgewinn ein
Bei der Sanierung von Opel blieben viele Arbeitsplätze auf der Strecke.
© Foto: picture alliance/Foto Huebner

Der Autobauer musste in der Vergangenheit ordentlich sparen – das wirkt sich positiv auf den Betriebsgewinn aus. Der stieg von 859 Millionen Euro in 2018 auf 1,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.


Datum:
26.02.2020
11 Kommentare

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Nach einer harten Sanierung hat Opel im vergangenen Jahr seinen Betriebsgewinn auf 1,1 Milliarden Euro ausgebaut. Das gab der französische Mutterkonzern PSA am Mittwoch in Rueil-Malmaison bei Paris bekannt. 2018 hatte der Rüsselsheimer Autobauer zusammen mit der britischen Schwestermarke Vauxhall einen operativen Gewinn von 859 Millionen Euro eingefahren.

Aufgrund der Erfolgsmeldung lässt Opel seine Mitarbeiter am Milliardengewinn aus dem vergangenen Jahr teilhaben. Jeder Beschäftigte in Europa erhalte eine Erfolgsprämie von 600 Euro, kündigte Markenchef Michael Lohscheller in Rüsselsheim an. Es handele sich um den ersten Bonus seit 1997.

PSA-Boss Carlos Tavares lobte bei der Vorlage der Konzernbilanz für 2019 ausdrücklich das Abschneiden der deutschen Tochter, die gut zweieinhalb Jahre nach der Übernahme die Wende geschafft habe. "Sie haben es gemacht", sagte der Topmanager.

Opel gehört seit Sommer 2017 zu PSA. Bei der Sanierung blieben viele Arbeitsplätze auf der Strecke. Bei der Übernahme zählte das Unternehmen noch mehr als 19.000 Köpfe, heute besteht die um einige Verwaltungen von PSA Deutschland ergänzte Mannschaft aus gut 17 000 Männern und Frauen. Für die Werke Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach nennt Opel zum Jahresende 2019 die Zahl von 13.660 Vollzeitstellen, weitere Abschiede sind bereits vereinbart.

Lohscheller feierte die Zahlen als "Ergebnis der harten Arbeit aller Opelaner". Die eigentlich erst für 2026 angepeilte Profitabilität habe man mit 6,5 Prozent Marge bereits übertroffen und verfüge nun über ausreichende Mittel für zukunftsweisende Investitionen.

Die drei deutschen Standorte besitzen trotz Umsatzrückgang und Jobabbau inzwischen handfeste Perspektiven: In Montagewerk Eisenach läuft der noch frische SUV Grandland inklusive einer Elektroversion vom Band, und am Komponenten-Standort Kaiserslautern soll mit freundlicher Unterstützung des Steuerzahlers eine der größten Batteriefabriken Europas mit rund 2.000 Arbeitsplätzen entstehen.

Entwicklungszentrum könnte weiter verkleinert werden

Darben muss noch der Stammsitz Rüsselsheim, wo erst im kommenden Jahr die Neuausgabe des Massenmodells Astra startet und dann das Montagewerk im Zweischichtbetrieb auslasten soll. Bis dahin bestimmen Kurzarbeit und seltene Produktionstage für das Auslaufmodell Insignia den Alltag. Das Entwicklungszentrum mit zuletzt 4.850 Vollzeitstellen könnte weiter verkleinert werden, wenn bei einer gelungenen Fusion von PSA und Fiat-Chrysler weitere Entwicklerkapazitäten in den Konzern kämen. (dpa)

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KOMMENTARE


Gelungene Symbolik

26.02.2020 - 11:49 Uhr

Zu dieser Meldung passt das verwendete Bild wie die Faust aufs Auge. Ist dieser Händler mit dem Turm nicht gerade im Begriff genau dieses Haus zu schließen ? Ich wette darauf, dass sowohl der PSA- als auch der Opel-Gewinn eine sehr kurzfristige Angelegenheit sein wird. Dieser Gewinn wurde kurzfristig auf Kosten Dritter (dem Handel) erzielt. Und genau den ist PSA/Opel gerade im Begriff zu zerstören. Aber ohne diesen wird es trotz Digitalisierung auch in Zukunft nicht laufen! Die Reise von PSA/Opel/FIAT bleibt spannend....(wie die von Renault/Nissan). Auf diese Vereine mit ihrer Vereinsführung würde ich keinen Pfifferling wetten!


M.Fe

26.02.2020 - 13:22 Uhr

Und wie viele Opel-Händler mussten aufgeben, weil die Margen und Konditionen drastisch gekürzt würden.


Henry

26.02.2020 - 13:51 Uhr

Natürlich, alle Produktions- und Zulassungszahlen sprechen dafür ...


Opel Partner

26.02.2020 - 16:03 Uhr

Täuschen, tricksen, tarnen!


Opel Fan

26.02.2020 - 17:40 Uhr

Wenn die Situation im Handel nicht so dramatisch wäre, müsste man über diesen Beitrag schon sehr schmunzeln. Nein - als Opel-Händler ist man nur noch stinksauer. Der Umgang mit dem Handel war noch nie so schlecht wie jetzt. Der Gewinn wurde ganz klar auf Kosten der Händler gemacht. Viele Händler wissen nicht, ob sie das Jahr mit der Marke überstehen. Perspektivlos - die Linke Hand weiß nicht, was die rechte tut. Viele Händler treffen sich mit dem Hersteller vor dem Schiedsgericht bezüglich ihrer utopischen Verkaufszahlen. Dem Hersteller ist es egal. Wir haben verstanden! - Nix wissen die in Rüsselsheim!!! Opel sollte sich schämen!!


VKL

26.02.2020 - 17:57 Uhr

@Gelungene Symbolik: Ich verstehe alle Händler, die sich von Ihrem Handelspartner im Stich gelassen fühlen und die Schuld bei Ihrem Hersteller suchen. Ich kann dazu aus über 20 Jahren mit verschiedenen Fabrikaten berichten : Herzlich Willkommen in der Realität. Alle Händler die jetzt rumjaulen, die schreien andere seien Schuld oder man hat mich über den Tisch gezogen...die Verträge hat man in der Regel mit einer geistigen Zurechnungsfähigkeit unterschrieben...einige (nicht alle) sollten sich lieber mal hinterfragen, wer Sie dazu gezwungen hat diese riesigen Autohäuser zu bauen bzw. diese Investitionen mitzugehen. Ein einfacher Taschenrechner langt meistens aus, dass man manche Autohäuser relativ schnell als Investitionsgrab erkennt (Markt, Ausschöpfung, Modellpolitik etc.). Mir persönlich tun immer nur die Mitarbeiter leid, weil viele Autohaus-Inhaber immer noch nicht verstanden haben auch mal ein NEIN dem Hersteller zu entgegnen. Nochmal: Willkommen in der Realität! Der Hersteller hat sein Geld verdient ... siehe auch folgende Meldung, dass PSA wieder ordentlich Geld verdient hat. Ich würde die Wette eingehen, dass das auch die kommenden Jahre so bleibt. Herr Tavares macht keine Gefangenen, wenn die Kosten nicht passen, schmeißt er weitere Mitarbeiter raus, bis der Rest verstanden hat, was er will. Leider ist es so ...


DN

27.02.2020 - 08:58 Uhr

Auf den Knochen des Handels ausgetragener Sparwahnsinn, ein Opel Händler nach dem anderen schließt seine Pforten aufgrund der desaströsen Unternehmenspolitik.


Renditelos

27.02.2020 - 09:53 Uhr

Er kam, sah und zerstörte ...


Dieter S.

27.02.2020 - 10:06 Uhr

Leider ist es im Big Business normal über Ergebnisse und Handeln stets positiv zu berichten, liegt ja immer im Auge des Betrachters, wie gut oder schlecht ein Ergebnis ist, und für wen. Für mich verlieren diese Firmen dadurch einfach nur an Glaubwürdigkeit und Seriösität, es geht nicht mehr um den normalen Arbeitnehmer, welches Schiksal da dahinter steht, sondern nur noch um Aktionäre die "befriedigt" werden müssen. Und der Sanierer ist nächstes Jahr ja wieder weg, den Scherbenhaufen müssen andere entsorgen.


Annotator

27.02.2020 - 10:10 Uhr

Geschäftszahlen: Opel fährt milliardenschweren Betriebsgewinn ein. Das sagt doch lediglich aus, dass Geld verdient wird. Meckern hat noch nie was gebracht, außer dass man sich den Frust von der Seele schreibt. Fragt mal bei Händlern anderer Hersteller nach.


Gelungene Symbolik

27.02.2020 - 11:16 Uhr

@VKL: Ihrem Beitrag muss ich zu 100% zustimmen. Allerdings sieht nicht jeder Vertragshändler seine Alternativen, die er hätte. Die Händler haben zwar noch den Kundenzuspruch, die Rendite wird aber beim Hersteller abgeschöpft. Trotzdem bleibt es spannend: a) wie sehen die Händlernetze in 5 Jahren aus ? b) wie lange können die Hersteller ihre Händler noch schröpfen, ohne dass sie selbst die Auswirkungen spüren?


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