Gewinne und Verluste der Autobauer: Was VW und Co. an einem Neuwagen verdienen

Bei VW wirft das reine Autogeschäft aktuell wenig Geld ab.
© Foto: VW

Die Corona-Krise legt die Schwächen der Autobauer frei: Einige Marken verlieren pro verkauftem Auto Hunderte Euro.


Datum:
17.08.2020

3 Kommentare

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Die Autohersteller haben in der Corona-Krise im Fahrzeuggeschäft teilweise große Verluste eingefahren. Betroffen waren einer Untersuchung des Center Automotive Research (CAR) zufolge vor allem die deutschen Marken, während sich Konkurrenten aus dem Ausland gut geschlagen haben.

Die Auto-Sparte des Volkswagen-Konzerns hat im ersten Halbjahr pro verkauftem Fahrzeug demnach einen Verlust von 415 Euro gemacht. Die Kernmarke VW schnitt mit einem Minus von 313 Euro nur unwesentlich besser ab. Interessant ist der Vergleich in der Oberklasse: Der Verlust pro verkauftem Auto beträgt bei BMW 1.135 Euro –  dagegen bei Mercedes (minus 599 Euro) und Audi (minus 559 Euro) deutlich weniger und bei Volvo nur 343 Euro, obwohl diese Hersteller ähnliche Absatzeinbrüche hatten.

Dass es auch anders geht, zeigte das VW-Konzernmitglied Porsche, wo pro Fahrzeug ein Gewinn von 9.853 Euro anfiel. Ebenfalls deutlich im Plus war Tesla mit 2.890 Euro. Dreistellige Gewinne pro Fahrzeug strichen General Motors (780 Euro), Skoda (748 Euro), PSA-Opel (707 Euro) und Toyota (533 Euro) ein.

Grundlage der Berechnung sind jeweils die von den Unternehmen ausgewiesenen operativen Gewinne im Pkw-Geschäft, teils ergänzt um geschätzte Gewinne aus eventuellen Joint-Ventures. Bei Tesla berücksichtigt die Studie zudem die Erträge aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten.

Hohe Verluste in der Corona-Krise seien ein Indikator für den Anpassungsbedarf der einzelnen Unternehmen, erklärte CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer. Der Markteinbruch im Zuge der Pandemie lege verborgene Schwächen der Autobauer offen. Seiner Ansicht nach ist unter anderem der Abbau von Produktionskapazitäten nötig. (SP-X)

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KOMMENTARE


Grantler

17.08.2020 - 17:02 Uhr

Es reicht, wenn DPA/RND diese „Studien“ breit streuen und den Unsinn verbreiten. Natürlich hat Volkswagen einen großen Gemeinkostenblock der auf die Stückzahlen der Weltmarktführerschaft ausgerichtet ist und der - wegen Covid-19 - nicht von heute auf morgen runtergefahren werden kann. Aber daraus einen Verlust/Fz abzuleiten ist doch eine Duisburger Milchmädchen-Rechnung! Der Gipfel der Erhebung ist jedoch der ermittelte Betrag beim Tesla, der bekanntlich einen positiven ersten Halbjahres-Wert nur über Zertifikate erzielen konnte (nicht über Fz Verkäufe). Man wünscht sich einen Redakteur, der das Institut mal näher betrachtet. 14-tägig eine neue „Studie“ - wer erstellt die?


Hans im Glück

18.08.2020 - 09:12 Uhr

... gut gegrantelt, Grantler.


Walter

19.08.2020 - 20:58 Uhr

VW, die Insolvenz steht bevor, aber der Staat und Steuerzahler werden es mit diesen Betrugsunternehmen richten.


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