Milliarden-Invest: Deutz möchte Rüstungsfirma FFG kaufen

09.07.2026 12:16 Uhr | Lesezeit: 2 min
Deutz, Produktion, Motor
Produktion bei Deutz.
© Foto: Deutz

Der Motorenbauer Deutz ist auf Einkaufstour, eine Akquisition nach der anderen hat er verkündet. Nun setzt die Firma zu einem großen Zukauf an, um ihr Rüstungsgeschäft zu stärken.  

Der Kölner Motorenbauer Deutz peilt den größten Zukauf seiner gut 160-jährigen Firmengeschichte an. Wie das Unternehmen in Köln mitteilte, hat es eine Vereinbarung zur Übernahme des Rüstungskonzerns FFG Flensburger Fahrzeugbau GmbH aus Schleswig-Holstein geschlossen.

Der Kaufpreis liege bei rund 1,6 Milliarden Euro. Er soll teilweise in Aktien bezahlt werden, die Deutz neu ausgibt. Die bisherige Eigentümerfamilie der FFG soll künftig 29,9 Prozent der Deutz-Anteile halten. Für die Transaktion steht noch die Zustimmung der Hauptversammlung aus, außerdem fehlt noch die Zustimmung von Kartellbehörden. Die Übernahme soll Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen sein. Zu den aktuell rund 6.000 Deutz-Beschäftigten kämen 1.100 Beschäftigte der FFG hinzu.

"Zusammen mit FFG wird Deutz zu einem führenden nationalen Systemanbieter für militärische Fahrzeuge, Antriebe und Energielösungen", sagt Deutz-Chef Sebastian Schulte. Norbert Erichsen, Sprecher des Gesellschafterkreises der FFG, sagt, es entstehe ein deutscher wehrtechnischer Industrieverbund, der die Stärken beider Unternehmen bündele und ihre gemeinsame Entwicklung langfristig vorantreibe.

Geschäft mit Militärfahrzeugen

Die Flensburger Firma produziert, wartet und modernisiert Schützenpanzer, Mannschaftstransporter und andere Militärfahrzeuge. Ein Kunde ist die Bundeswehr, zu den weiteren Kunden gehören 14 andere Nato-Staaten. 2025 kam die Firma den Angaben zufolge auf einen Umsatz von 760 Millionen Euro, sie ist profitabel. Der Umsatz soll deutlich steigen, der Auftragsbestand der Firma - der sogenannte Backlog - liegt bei 1,9 Milliarden Euro. "Ich bin überzeugt, dass FFG eins der attraktivsten und profitabelsten Defence-Unternehmen in Europa ist, die verfügbar sind", sagt Deutz-Manager Schulte.

Mit dem Zukauf stärkt Deutz seine noch kleine Rüstungssparte, die Motoren für einen polnischen Truppentransporter und Hilfsmotoren für Panzer herstellt. Im vergangenen Jahr kaufte Deutz einen Drohnen-Zulieferer. Dessen Elektroantriebe und Steuerantriebe sind in Drohnen verbaut, die von der ukrainischen Armee genutzt werden. Künftig könnten FFG-Militärfahrzeuge mit Deutz-Motoren ausgestattet werden. "FFG wird der Anker unseres Defence-Geschäfts, es wird weiter als eigenständige Einheit operieren", sagt Schulte.

Der Kölner Konzern stellt vor allem Verbrennungsmotoren für schweres Gerät her, etwa für Kräne, Hebebühnen und Landmaschinen. Die Firma gilt als ein Profiteur der geplanten Milliardeninvestitionen des Bundes in die Infrastruktur. Auch Generatoren und Notstromanlagen sind im Sortiment, auch diesen Bereich stärkte Deutz mit Zukäufen.

Wie es Deutz geht

Deutz ist der älteste Motorenbauer der Welt, seine Ursprünge gehen bis 1864 zurück. Die Kölner Firma ist auf einem steilen Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr kam die Firma auf einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro und damit 13 Prozent mehr als 2024. Für dieses Jahr rechnete die Firma im Mai mit einem Umsatz von 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro. 2030 sollten es vier Milliarden sein, nach dem Zukauf der FFG soll dieses Ziel aber schon früher erreicht werden. Die Mitarbeiterzahl lag Ende März bei 6.014 und damit etwa 500 mehr als ein Jahr zuvor.

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