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PSA Deutschland: Laufpass für drei Top-Manager

Auch die Zusammenarbeit mit Benno Gaessler wird beendet. Der Peugeot-Geschäftsführer war nur wenige Monate im Amt.
© Foto: Peugeot

Die umstrittene Sixt/1&1-Aktion hat offenbar personelle Konsequenzen in der PSA-Deutschlandzentrale. Benno Gaessler, Holger Böhme und Olivier Ferry müssen gehen.


Datum:
26.04.2017
23 Kommentare

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Paukenschlag in Köln: PSA Deutschland hat am Mittwoch überraschende Abgänge im Top-Management bekannt gegeben. Demnach müssen Peugeot Deutschland-Geschäftsführer Benno Gaessler, Holger Böhme, Direktor B2B und Gebrauchtwagen, sowie Olivier Ferry, Direktor Free2Move Lease, das Unternehmen verlassen. Die Zusammenarbeit mit den Managern werde mit sofortiger Wirkung beendet, hieß es in der knappen Mitteilung.

Die Positionen sind bis auf Weiteres vakant. Albéric Chopelin, Generaldirektor der Groupe PSA in Deutschland, wird die Verantwortlichkeiten kommissarisch übernehmen.

Zu den Gründen der Demissionen machte PSA keine Angaben. Die Personalentscheidungen scheinen aber in Zusammenhang zu stehen mit dem umstrittenen Flatrate-Angebot für den Peugeot 208. Sixt Leasing und die Mobilfunkmarke 1&1 hatten die 99-Euro-Leasingaktion wegen des großen Andrangs vorzeitig zum 23. April beendet. Nach AUTOHAUS-Informationen sollen rund 5.200 Fahrzeuge vermarktet worden sein.

Bei den Händlern, die vorab nicht informiert waren, hatte die Rabattaktion für deutliche Kritik gesorgt. Der Verband VPPD befürchtete einen dauerhaften Schaden. Peugeot Deutschland betonte gegenüber AUTOHAUS vor einigen Tagen hingegen noch den Marketingerfolg der Aktion. So gebe es eine erhebliche Steigerung beim Traffic der Online-Seiten – vor allem bei Fragen zu Produkt und Probefahrten. Auch aus dem Handel habe es nicht nur negatives Feedback gegeben. Gleichwohl kündigte der Importeur an, künftig behutsamer vorzugehen: "Wir haben Erfahrungen gemacht und gelernt, Dinge in Zukunft anders anzugehen."

PSA Deutschland hatte erst im Herbst 2016 seine Führung neu aufgestellt (wir berichteten). Im Zuge dessen war Gaessler an die Spitze von Peugeot Deutschland gerückt. Böhme, lange Jahre für die Citroën-Geschäfte auf dem deutschen Markt zuständig, wechselte in die Direktion B2B und Gebrauchtwagen. Der bisherige Leiter Olivier Ferry übernahm die Verantwortung für die neu geschaffene Sparte "Free2Move Lease". (rp/se)

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KOMMENTARE


Mathias Blümner

26.04.2017 - 12:34 Uhr

Ich glaube da steckt mehr dahinter. Entweder diese e haben sich der Frankreich Zentrale widersetzt mit dem 1&1 Geschäft. Oder es war wieder Erwarten ein schlechtes Geschäft?! Ansonsten entlässt man nicht quasi die gesamte Deutschland Geschäftsführung!


D.Buschhorn

26.04.2017 - 13:51 Uhr

Nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist müssen nun die Hauptverantwortlichen gehen. Dicke Abfindungen bei Vertragsauflösung sind sicher. Der finanzielle Schaden für die Händlerschaft ist enorm und wird noch lange nachwirken.


Ex Peugeot

26.04.2017 - 14:43 Uhr

Die Aktion ist wohl aus dem Ruder geraten.Kalkuliert waren wohl intern 300 Fahrzeuge, geworden sind 5200 der Verlust für Peugeot Deutschland soll bei ca 10 Mio liegen und auch so mit Frankreich wohl nicht abgesprochen gewesen sein. In einer Zeit von Peugeot in Deutschland sparen muss und Fillial Betriebe verkauft und die dortigen Verluste einzudämmen genau der falsche Weg und die Entlassungen nur die Konsequenz.


smoothhand

26.04.2017 - 14:53 Uhr

neu und unerwartet ist jedenfalls, dass die Hauptverantwortlichen gehen müssen. Ich kann mir zwar auch nicht vorstellen, dass die SIXT/1&1-Aktion die Hauptursache für diese spektakuläre Demission ist, jedenfalls aber hat man auf Bauernopfer verzichtet. Respekt!


Peugeot

26.04.2017 - 16:01 Uhr

Ich müsste (wenn es nicht so traurig für die vielen Händler und Kunden wäre, die darunter leiden) über die seit Jahrzehnten immer wieder getroffenen Fehlentscheidungen der PSA Führung (sei es im Bereich Produkt, Design, Qualität oder im Bereich Marketing) immer wieder schmunzeln. La Grande Nation - eher la Grande Malheur. Aber wenigstens hat es diesmal auch personelle Konsequenzen in der Führungsmannschaft.


Thomas

26.04.2017 - 17:31 Uhr

So eine konsequente Handlung habe ich schon lange nicht mehr gesehen! Für manche Fehler müssen eben auch die Konsequenzen getragen werden. Die Profitabilität des Deals ist auch fragwürdig - klar ist, dass Peugeot Geld verdienen muss. Wer das nicht respektiert, muss gehen. Klingt logisch...


UE

26.04.2017 - 17:55 Uhr

Das läuft doch immer so: Irgendwelche frisch Studierten haben eine "tolle Idee" und wenn's in die Hose geht, dann gehen sie halt. Na und? Morgen machen sie sich die Taschen in einer anderen Firma voll. Irgendein Personaler lässt sich von deren Gequatsche doch immer beeindrucken...


Observer

26.04.2017 - 18:49 Uhr

...mhm, und der Genetaldirektor der Gruppe hat natürlich von allem nichts gewusst, nichts gehört, war nicht involviert...ja, welche Funktionen und Aufgaben hat er dann?


Gustav

26.04.2017 - 19:15 Uhr

Selbst schuld, wenn man die Händler so übergeht.


DudiClone#1

26.04.2017 - 20:12 Uhr

Schade, schade ...such is life, aber dass man Senior Manager so in die Verantwortung nimmt mit einem Tritt in den Allerwertesten ist bei den Herstellern extremst selten. Da muss schon gravierenderes passiert sein. Die Franzosen sind halt manchmal schon etwas anders als die Germanen oder Amerikaner. Hier wird man höchstens versetzt, bekommt ein 'Special Assignment', ne Abfindung oder bestenfalls einen Aufsichtsratposten.


Autohandel stationär

26.04.2017 - 21:54 Uhr

Diese Herren haben nicht nur dem Löwen, sondern dem gesamten Neuwagenhandel einen Bärendienst erwiesen! Vielen Dank hierfür! Einen weiteren Kommentar möchte ich mir aufgrund der Wahrung einer gepflegten Ausdrucksweise ersparen.


Beobachter 2.0

26.04.2017 - 23:18 Uhr

Bei dem Verein müssten noch viel mehr gehen... Da wurde so viel Porzellan zerschlagen, dass kann man gar nicht mehr gutmachen...


Torsten

27.04.2017 - 09:03 Uhr

Richtige und konsequente Entscheidung. Jedoch nur die Spitze eines gewaltigen Eisberges. Seit Jahren machen fast alle Hersteller m.M.n. dubiose Geschäfte mit SIXT. Anfragen beim Hersteller bezüglich der "Geschäfte" mit u.a. SIXT bleiben ohne Kommentar. Tatsache ist, dass ein ganz normaler Händler mit seiner Margenstruktur nicht annähernd an die Konditionen von SIXT heran kommt. Der Händler hat Kosten: Personal, Beratung, Probefahrten etc. und am Ende kauft der Kunde im Netz auf diversen Portalen mit SIXT im Hintergrund. Und damit meine ich nicht mehr nur unsere junge Kundschaft. Mittlerweile sind auch Kunden der älteren Generation im Umgang mit dem Internet topfit. Die Händlerschaft wird in meinen Augen damit extrem unterwandert. Ein untragbarer Zustand der sich immer weiter zuspitzt und mittelfristig noch so einige Händler "sterben" lässt! Sicher ist ein Wandel im Autohandel abzusehen. Jedoch glaube ich nicht, dass diese Entwicklung im Interesse der Hersteller ist.


Dr. Feelbad

27.04.2017 - 12:03 Uhr

Au Reservoir...ich gehe davon aus, dass die Herrschaften ihre Moutons schon längstens in Trockene gebracht haben. Wenn der Internetanbieter ihnen nicht schon ein lukratives Stellchen angeboten hat, so würden mir ad hoc mindestens 10 weitere Firmen einfallen, bei denen diese sofort eine hoch dotierte neue Stelle antreten könnten. Und als Nachfolger...mhhhh, es gab doch da mal diesen weisen Gelehrten einer Fach -Uni aus dem sonnigen NRW, der sich extremst gut mit dem Nachlassverhalten der Automobilwirtschaft auskannte, ich würde sagen , liebe PSA-Group-oder neudeutsch "Pöpel", ruft doch einfach mal dort an, und werbt ihn ab.....


Frank Fehling

27.04.2017 - 12:41 Uhr

Ich habe schon oft genug gesagt bzw. nieder geschrieben, in vielen Kommentaren, dass die Händler selbst Schuld daran haben. Die Händler sind diejenigen die das Geld für den Hersteller verdienen und Sie müssen sich immer wieder den Weisungen und Auflagen des Herstellers fügen. SELBST SCHULD. Die Autovermieter bekommen Nachlässe, davon kann der Händler nur träumen. Das nächste Problem ist, dass die Händlerschaft sich nicht untereinander einig ist. MAL BITTE DARÜBER NACH DENKEN.


Paule

27.04.2017 - 12:51 Uhr

Ich würde wetten, dass sich immer dieselben hier zu Wort melden... Das die Aktion fragwürdig ist/war und mit normalem Verkaufsprogramm nicht möglich ist steht außer Frage aber mal mit Verlaub: Viele Handelsbetriebe haben die Basics verlernt und suchen immer nach Schuldigen. Alleine mit den Basics aus alten Tagen, ist ein erheblicher Anteil internetaffiner Menschen in den stationären Handel zurück zu holen-denn beraten und probe fahren müssen und werden diese ja irgendwo... Und die Menge Menschen die durch diese Aktion in die Autohäuser gespült werden, können mit anderen Maßnahmen nicht erreicht werden.


Manfred Wiehe

27.04.2017 - 13:02 Uhr

Um Olivier Ferry tut es mir Leid. Er ist eigentlich ein grundanständiger Mensch. Jedenfalls hatte ich ihn immer so in Erinnerung.


MP

27.04.2017 - 14:31 Uhr

Wie wäre es denn mit einem neuen PSA Firmenslogan??? Nach gefühlt zwanzig neuen Slogans in den letzten 20 Jahren wird's mal wieder Zeit! Wir wäre es mit CREATEUR DE MALHEUR??? Passt bei PSA ja eigentlich in so gut wie jede Abteilung, insbesondere in die Führungsebene... Nun wurden drei "TOP"-Manager gegangen... konsequent? Ich weiß es nicht. Bei dem Laden klemmt es doch oben, unten, hinten und vorne an der WURZEL!!!


DH

30.04.2017 - 10:04 Uhr

Wenn man manch einen Kommentar hier liesst weiss man das diejenigen einfach nur was schreiben wollen. Wer glaubt denn bitte das der Generaldirektor Chopelin von all dem nichts gewusst haben soll. Das ist wie immer. Man macht und wenn die Reaktion negativ ist werden die Bauernopfer entsorgt. Bei Peugeot sollte man sich mal fragen ob man überhaupt noch einen Geschäftsführer einstellt oder ob man ihm seine Kündigung mit Abfindung direkt bei Arbeitsantritt mit übergibt. Wenn ich richtig mitgezählt habe ist Herr Gaessler seid der Umsiedlung von Saarbrücken nach Köln bereits der 4 innerhalb von 5 Jahren. Nach den Herren Bauch,De Rycker,Hermanns. Bei den beiden anderen Herren ist es doch auch typisch PSA. Wer bei PSA von seinem eingestellten Bereich abgezogen wird ist eigentlich so gut wie erledigt. Das ist die Vorankündigung von Seiten des Konzerns sich anders zu orientieren. Böhme war Geschäftsführer und wird dann zum B2B Bereich abgeschoben der eh mehr oder weniger von der Dekra gemanagt wird. Ferry soll sich um einen Bereich kümmern den es vorher so nicht gab. Tolle Perspektive zum Abschuss. Um den tut es mir auch leid. Einer der wenigen Menschen in dem Bereich der soziale Kompetenz hat. Und mit viel Ketzerei würde ich mal behaupten das man in Köln anfängt Platz zu schaffen für die Manager die in Rüsselsheim noch längere und teurere Verträge haben......


Michael Cremer

01.05.2017 - 20:53 Uhr

Als alter Marketingfuzzi kann ich über die ganzen negativen Reaktionen nur lachen.Seit Jahren fahrt ihr auf der Nebenspur - die vielleicht eine Sackgasse ist. Auf jeden Fall nicht auf der Autobahn! Jetzt stechen drei Herren mal in den Bürostuhlpopo und ihr meckert? Kommt endlich aus der Comfortzone - Peugeot ist ein Nobody auf dem deutschen Markt. Das lässt sich mit dieser Aktion ÄNDERN!Genau diese Aktion hat Peugeot mehr in die Wahrnehmung von Otto-Normalverbraucher gebracht als 12 oder gar 24 Monate sinnloses Marketing vorher.Und noch etwas liebe Klagegemeinde: Der Verlust für Peugeot dürfte minimal sein.Die Verluste für VW, Opel, Ford in der Kleinwagenklasse sind eher deutlich größer. Man kann jetzt weiter jammern oder das Ganze als Chance betrachten: Beweist den Kunden, das Peugeot vernünftige Autos sind. Leistet Service und seid freundlich und zuvorkommend. Dann könnten einige Hundert der Leasingnehmer nach Ablauf der Aktion sich in euren Geschäftsräumen nach einem nächsten Peugeot umschauen.Hört auf zu jammern - nutzt die Chance!Ich habe einen als Viertfahrzeug geordert. Und wenn alles ordentlich ist sehe ich keinen Grund dann den Ersatz wieder aus dem Hause Peugeot zu kaufen.Übrigens haben meine Eltern gerne und viele Peugeot gefahren - ich bin darin groß geworden.


Abdy

10.05.2017 - 16:33 Uhr

Hab auch so einen Handy-Vertrag abgeschlossen wegen des Peugeot 208 - inzwischen grosse Ernüchterung, denn die Lieferzeit, die eigentlich 16 Wochen betragen sollte hat sich jetzt auf frühestens Dezember verschoben - da bekomm ich dann mitten im WInter ein Auto mit Sommerreifen ... tolle Aktion von Sixt :-(


sk

11.05.2017 - 11:09 Uhr

Freunde, so schlecht wie einige von Euch den PSA Konzern und dessen Fahrzeuge machen, glaube ich kaum, dass Ihr schon mal selbst in einen Peugeot, Citroen oder DS gesessen habt. Die Fahrzeug sind mittlerweile Qualitativ in einer guten Richtung, der Service in den Niederlassung ist auch Gut (natürlich gibt es auch Ausnahmen). Die Zeiten von schlechten Fahrzeugen sind langsam vorbei. Das Management könnte noch an sich Arbeiten, aber bei PSA ist es auch nicht schlechter als bei vielen anderen Autokonzernen.


Andreas Arlt

11.05.2017 - 11:48 Uhr

@Abdy: Bei dem Preis kann man aber auch keine Winterräder erwarten .....


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