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Sparprogramm: MAN baut in Deutschland 3.500 Stellen ab

Der Streit um den geplanten Stellenabbau bei MAN ist beigelegt.
© Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Sachelle Babbar

"Kahlschlag" verhindert - diesen Erfolg schreibt sich der Betriebsrat des Lastwagenbauers auf die Fahnen. Mit dem MAN-Vorstand fand er nach monatelangem Streit eine Lösung für eine Neuausrichtung ohne Kündigungen.

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Vorstand und Betriebsrat des Lastwagenbauers MAN haben sich auf den Abbau von 3.500 Stellen in Deutschland bis Ende nächsten Jahres verständigt - weit weniger, als von MAN zunächst geplant. Wie das Unternehmen am Dienstag in München mitteilte, steht außerdem das österreichische Lkw-Werk Steyr mit 2.200 Beschäftigten zur Disposition. Hier prüft der Vorstand alle Optionen, "inklusive die eines Verkaufs oder einer Schließung".

MAN-Betriebsratschef Saki Stimoniaris sagte: "Kernpunkte des Papiers sind der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen an den deutschen Standorten, umfangreiche sozialverträgliche Maßnahmen und Perspektiven für alle Kolleginnen und Kollegen." MAN-Vorstandschef Andreas Tostmann erklärte: "Das wird ein langer und steiniger Weg. Aber wir werden ihn jetzt mutig gemeinsam gehen und alles dafür tun, damit MAN in die Gewinnzone zurückkehrt."

Der zur VW-Tochter Traton gehörende Bus- und Lastwagenbauer soll zu einem "führenden Nutzfahrzeughersteller im Bereich Elektro- und Wasserstoffantriebe" umgebaut werden. Das Eckpunktepapier sieht "eine Neuaufstellung des Entwicklungs- und Produktionsnetzwerks mit einem starken Fokus auf Zukunftstechnologien" vor.

Betriebsrat ging vor Gericht 

Ursprünglich hatte MAN den Abbau von 9.500 Stellen in Deutschland und Österreich geplant - davon etwa 5.600 im Lkw-Werk München, im Dieselmotorenwerk Nürnberg und im Komponentenwerk Salzgitter. Der Betriebsrat hatte die ursprünglichen Pläne als "Kahlschlag" bezeichnet und war vor Gericht dagegen vorgegangen.

Jetzt ist vorgesehen, dass in München, wo bislang mit unbefristeten und Leiharbeitskräften insgesamt 9.200 Beschäftigte tätig waren, Ende 2022 noch 7500 Stammmitarbeiter beschäftigt sind. Im Dieselmotorenwerk Nürnberg, wo bisher insgesamt 3.700 Mitarbeiter beschäftigt waren, sollen in zwei Jahren 3.100 Stammmitarbeiter auch Elektro- und Wasserstoffantriebe entwickeln und bauen.

Salzgitter, wo bislang 2.400 Mitarbeiter arbeiten, bleibt mit 1.900 Stammbeschäftigten der Montagestandort für nichtangetriebene Achsen von MAN und Scania. Das kleine Werk Wittlich in Rheinland-Pfalz bleibt erhalten. Im sächsischen Plauen bekommen alle 150 Mitarbeiter des MAN-Werks das Angebot, ins VW-Werk Zwickau zu wechseln. Den Bau leichter und mittlerer Lastwagen erwägt MAN von Steyr nach Polen zu verlagern. Mit der Neuausrichtung will MAN sein Ergebnis um 1,7 Milliarden Euro verbessern.

Eckpunktepapier sichere Arbeitsplätze

Betriebsratschef Stimoniaris sagte, das Eckpunktepapier sichere die Zukunft der Arbeitsplätze und des Unternehmens: "Die Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in die einzelnen Standorte sind festgelegt." Die Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden.

MAN schwächelt schon seit Jahren. Die EU-Klimavorgabe, bei Lastwagen bis zum Jahr 2025 15 Prozent und bis 2030 mindestens 30 Prozent weniger Kohlendioxid auszustoßen, erhöht den Druck. Dazu kommt zurzeit die Corona-Krise. (dpa)

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KOMMENTARE


Rudi S.

27.01.2021 - 08:35 Uhr

Auch wenn jetzt "NUR" 3.500 Stellen abgebaut werden, es bleibt weiterhin eine Schande, wie man im VW-Konzern mit Beschäftigungssicherungsverträgen umgeht.


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