Einigung gilt nicht für Salzgitter: MAN baut 2.300 Jobs ab und gibt Standortgarantie

15.01.2026 12:11 Uhr
MAN Truck & Bus
Betroffen vom Abbau sind der Hauptstandort München mit 1.300 wegfallenden Jobs, Salzgitter mit 600 und Nürnberg mit 400.
© Foto: MAN Truck & Bus

MAN investiert fast eine Milliarde Euro in deutsche Werke – doch für Salzgitter bleibt die Zukunft ungewiss. IG Metall pocht auf Standortgarantie und will am 29. Januar 2026 ernsthaft verhandeln.

Knapp zwei Monate nachdem der Bus- und Lastwagenhersteller MAN den Abbau von 2.300 Jobs in Deutschland angekündigt hat, gibt es eine Einigung mit der Arbeitnehmerseite. Jetzt fordert die IG Metall weitere Gespräche für den Standort Salzgitter. Das in München erzielte Eckpunktepapier gelte bisher nicht für den Standort Salzgitter, weil dort über Produkte und Investitionen noch keine Einigung erzielt werden konnte, teilte die Gewerkschaft mit. 

MAN hatte zuvor angekündigt, in Salzgitter 600 Stellen abzubauen. Anders als in München und Nürnberg gibt es hierzu laut IG Metall bisher aber keine Einigung. Vor diesem Hintergrund halte die IG Metall an ihrer Einladung zu Verhandlungen am 29. Januar 2026 in Salzgitter fest. Das Treffen müsse der ernsthafte Einstieg in verbindliche Vereinbarungen sein – nicht ein weiterer Termin ohne Konsequenz. 

IG Metall: "Wir bleiben am Verhandlungstisch"

"Ohne eine verlässliche Zusage über das Jahr 2030 hinaus gibt es keinen Abschluss – und wir werden den Verhandlungstisch nicht verlassen, bevor diese Frage beantwortet ist", sagte Markus Hulm, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Salzgitter-Peine, laut Mitteilung. "Eine Vereinbarung ohne Standortgarantie wäre nichts anderes als ein Vertrag über Unsicherheit. Das werden wir nicht mittragen."

Einigung für München und Nürnberg

MAN hatte im November angekündigt, über zehn Jahre hinweg 2.300 Jobs abbauen zu wollen. Schon damals hatte das Unternehmen Beschäftigungssicherung und den Erhalt der Produktionsstandorte in Deutschland angeboten und angekündigt, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu wollen. Betroffen vom Abbau sind der Hauptstandort München mit 1.300 wegfallenden Jobs, Salzgitter mit 600 und Nürnberg mit 400. Die IG Metall hatte damals scharfe Kritik geübt und war zudem von höheren Zahlen ausgegangen.

Unter anderem verspricht das zu Volkswagen gehörende Unternehmen jetzt, bis Ende 2030 fast eine Milliarde Euro in deutsche Standorte zu investieren. Zudem wurde eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2035 vereinbart, die - abhängig von der Entwicklung des Unternehmens - bis 2040 verlängert werden kann. Betriebsbedingte Kündigungen werden ausgeschlossen.

Gespräche standen "mehrfach vor dem Scheitern" 

"Nach teils sehr kontroversen Gesprächen, die mehrfach vor dem Scheitern standen, konnten wir mit dem Unternehmen eine belastbare Beschäftigungssicherung für 10 Jahre vereinbaren", sagt die Verhandlungsführerin der Arbeitnehmerseite, Sibylle Wankel von der IG Metall. Zudem blieben alle tariflichen Leistungen erhalten. 

MAN-Chef Alexander Vlaskamp sprach von einem ausgewogenen Programm, das die Wettbewerbsfähigkeit von MAN sichere. Das Unternehmen will durch die Maßnahmen bis 2028 die Kosten um 900 Millionen Euro senken.

Teil der Maßnahmen ist allerdings auch, dass wesentliche Investitionen für die nächste Fahrzeuggeneration in Osteuropa vorgenommen werden. Dies sieh die IG Metall kritisch, weil sie eine weitere Abwanderung dorthin befürchtet.


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