MAN: Streit um Zukunft in Salzgitter geht weiter

26.01.2026 05:01 Uhr | Lesezeit: 2 min
MAN Truck & Bus SE
Der Streit um Zukunft in Salzgitter geht weiter.
© Foto: MAN Truck & Bus SE

Der Konflikt um die Zukunft des MAN-Werks in Salzgitter spitzt sich zu. Die Gewerkschaft legt ein Zukunftskonzept vor, während aus Verhandlungskreisen von abgebrochenen Gesprächen die Rede ist.

Die IG Metall und der Betriebsrat am Standort Salzgitter des Bus- und Lastwagenherstellers MAN haben ein eigenes Zukunftskonzept für das Werk vorgelegt - und kritisieren den Kurs des Arbeitgebers. Das Unternehmen gefährde die industrielle Perspektive des Standorts, obwohl die wirtschaftliche Lage stabil sei, teilte die Gewerkschaft mit. Vorschläge der Beschäftigten würden bislang nicht ernsthaft aufgegriffen.

Besonders kritisch sehen die Arbeitnehmervertreter die Personalplanungen. In einem Szenario könnte die Zahl der Beschäftigten von derzeit rund 2.161 bis 2032 auf weniger als 852 sinken.

Auf Nachfrage erklärte die IG Metall, ihr Zukunftskonzept gliedere sich in drei Stufen: konkrete Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit der Achse, bereits kalkulierte Projekte im Umfeld der Kreislaufwirtschaft sowie weiterführende strategische Ansätze im Bereich von E-Komponenten.

Einigung zum Abbau von 2.300 Jobs in Deutschland

Im November vergangenen Jahres hatte das zu Volkswagen gehörende Unternehmen angekündigt, über zehn Jahre hinweg 2.300 Jobs in Deutschland abbauen zu wollen. 600 davon sollen in Salzgitter wegfallen. 

Vor wenigen Tagen gab es eine Einigung mit der Arbeitnehmerseite: MAN will bis Ende 2030 fast eine Milliarde Euro in deutsche Standorte investieren. Zudem wurde eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2035 vereinbart, die - abhängig von der Entwicklung des Unternehmens - bis 2040 verlängert werden kann.


Die 20 größten Autohändler Europas 2024 (nach Umsatz)

Euro-Top-20-Emil-Frey-Zuerich Bildergalerie

"Die wollen immer mehr"

Diese Einigung gilt jedoch nicht für Salzgitter. Am Freitag habe es ein Spitzengespräch zwischen beiden Parteien gegeben, heißt es aus Verhandlungskreisen. "Es lagen die gleichen Zusagen wie für alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland auf dem Tisch.» Das habe der Arbeitnehmerseite aber nicht gereicht. «Immer wieder wurden neue Forderungen auf den Tisch gelegt und dabei rote Linien überschritten."

Dabei seien die zuletzt veröffentlichten Forderungen erfüllt worden. "Die wollen immer mehr und merken gar nicht, dass sie zum Schaden aller Beschäftigten einfach weitermachen", heißt es weiter aus Kreisen. Die Verhandlungen seien endgültig abgebrochen worden. Salzgitter drohe der Umbau zum reinen Logistik-Standort und in den kommenden Jahren der endgültige Abzug der Produktion.


Wie setzen Autohäuser KI rechtssicher ein?

Jetzt das AUTOHAUS next Spezial kostenlos herunterladen, Risiken minimieren und die Chancen von KI rechtssicher nutzen.

Zum Gratis-Download

HASHTAG


#MAN

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

WEITERLESEN



NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.