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Vor Brexit: Britische Autoproduktion fällt weiter

Im Juni ist die Autoproduktion in Großbritannien vor dem anstehenden Brexit weiter gesunken.
© Foto: satori/stock.adobe.com

Vor dem anstehenden Brexit ist die Autoproduktion in Großbritannien im 13. Monat in Folge gesunken. Verantwortlich für den Rückgang seien geringere Nachfragen in den Schlüsselmärkten sowie vorgezogene Werksferien.


Datum:
31.07.2019
3 Kommentare

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Die Autoproduktion sackt in Großbritannien vor dem anstehenden Brexit weiter kräftig ab. Im Juni sank die Herstellung von Autos den 13. Monat in Folge und fiel gegenüber dem Vorjahresmonat um 15,2 Prozent, wie der britische Branchenverband SMMT (Society of Motor Manufacturers and Traders) am Mittwoch in London mitteilte. Nach sechs Monaten verzeichnen die Fertigungswerke in Großbritannien mit 666.521 produzierten Autos damit einen Rückgang von gut einem Fünftel.

Rund 80 Prozent der britischen Autoproduktion gehen in den Export, die mit Abstand meisten Autos landen in der EU. Die Branche fordert seit langem ein festes Regelwerk für den Fall eines Brexits. "Die Zahlen von heute sind das Resultat einer weltweiten Instabilität verstärkt durch die anhaltende Furcht vor einem Brexit ohne Abkommen", sagte SMMT-Chef Mike Hawes. Die Branchenunternehmen auf der Insel hätten bereits mindestens 330 Millionen britische Pfund (364 Millionen Euro) ausgegeben, um sich für einen solchen Fall zu wappnen.

Verantwortlich für den Rückgang seien eine sinkende Nachfrage in den Schlüsselmärkten - darunter auch dem Vereinigten Königreich selbst - aber auch vorgezogene Werksferien wegen der ehemals für März angesetzten Austrittsfrist des Landes aus der Europäischen Union.

Unter anderem hatte BMW die Werksferien in den April vorverlegt, um mögliche Engpässe in der Lieferkette besser abfedern zu können. Die größten Produzenten im Land waren im Vorjahr Jaguar Land Rover aus dem Tata-Konzern, Nissan, BMW mit der Kleinwagenmarke Mini, Toyota und Honda sowie der PSA-Konzern mit der Opel-Schwestermarke Vauxhall. (dpa)

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KOMMENTARE


Christoph

31.07.2019 - 20:16 Uhr

Wann werden sich die Briten dafür bei Boris Johnson und Konsorten bedanken?


Christoph

01.08.2019 - 08:39 Uhr

Muss die Industrie erst ganz am Boden liegen, bevor sich die Briten gegen selbstverliebte Exzentriker wie Boris Johnson und andere tumpe Nationalisten erheben?Schade, es gab so tolle britische Autos!


Christoph

01.08.2019 - 12:47 Uhr

Ich zitiere aus einem Interview vonSascha Zastiral mit Sonia Purnell aus Wirtschaftswoche Online vom 26.07.2019: "Sonia Purnell kennt Boris Johnson gut, einst arbeitete sie mit ihm zusammen. In ihrer Biografie „Just Boris“ sagte sie 2011 voraus, dass Johnson eines Tages eine wichtige Rolle in Großbritannien spielen würde.Die Journalistin und Autorin Sonia Purnell hat in den Neunzigerjahren zusammen mit Boris Johnson im Brüsseler Büro des „Daily Telegraph“ gearbeitet. 2011 veröffentlichte sie ihre unautorisierte und viel beachteten Johnson-Biografie „Just Boris“. Darin stellt sie Johnson als einen prinzipienlosen Egomanen dar, der immer nur Eines wollte: Premierminister werden.WirtschaftsWoche: Frau Purnell, Sie haben bereits 2011 vorausgesagt, dass Johnson eines Tages eine wichtige Rolle in Großbritannien einnehmen würde. Kam alles in etwa so, wie Sie es erwartet hatten?Sonia Purnell: Es ist letzten Endes viel schlimmer gekommen. Mir war schon damals klar, dass er nicht gut für unser Land sein würde. Denn schon damals hat sich die Politik immer mehr in Richtung Showbusiness entwickelt. Manche Leute sagten, dass sie Johnson zum Bürgermeister Londons gewählt hätten, weil er sie zum Lachen gebracht habe. Darauf wurde Vieles reduziert: auf Emotionen und auf Unterhaltung. Mit Fragen der Sicherheit oder Wirtschaft, Gesundheit oder Bildung konnte er nie viel anfangen, denn das alles hat ihm nicht genützt. Stattdessen hat er schon damals gelogen, wann immer er wollte, ohne, dass es Konsequenzen gab. Ich glaube nicht, dass genauso viele Leute für den Brexit gestimmt hätten ohne die vielen Lügen der Vote-Leave-Kampagne.. . .Johnson hat einmal in einem Gespräch auf den Hinweis, dass sich die Wirtschaft wegen eines möglichen No-Deal-Brexits Sorgen mache, geantwortet: „Fuck business“. Wie kam es dazu?Der Brexit lässt ihn natürlich schlecht aussehen. Er ist schlecht für die Wirtschaft, er ist schlecht für die Arbeitsplätze, er ist eine Unannehmlichkeit. Wenn man sich dann anschaut, was zum Beispiel die Autohersteller sagen oder Airbus, dann ist das für ihn wie ein Moskito, der ihn immer wieder sticht. Er versucht, diesen Moskito mit der Hand wegzuwehen. Johnson erkennt so gut wie alle anderen, dass der Brexit schlecht fürs Geschäft ist. Und wenn ihm dann die Wirtschaft im Weg steht, na dann fuck it. So denkt er. Zugleich hat Boris Johnson absolut keine Moral und keine Bedenken. Er ist ein sehr reicher Mann. Das alles wird ihn nicht treffen. Aber er ist wirklich dabei, alle anderen schwer zu treffen."Was rauchen eigentlich seine Wähler?


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