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Corona-Absturz im Juli gestoppt: Deutscher Automarkt springt wieder an

Corona-Absturz im Juli gestoppt
Deutscher Automarkt springt wieder an
Knapp 315.000 Neuzulassungen vermeldete das KBA für den Monat Juli.
© Foto: Mosolf Gruppe
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Nach sehr schwachen Vormonaten hat sich die Neuwagen-Nachfrage im Juli erholt. Vor allem elektrifizierte Pkw konnten zulegen. Weiterhin positiv entwickelt sich das GW-Geschäft.

Der corona-bedingte Absturz auf dem deutschen Automarkt ist vorerst gestoppt. Im Juli wurden 314.938 Autos neu zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Mittwoch mitteilte. Das waren zwar 5,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Doch der Rückgang bei den Neuzulassungen hat sich damit deutlich verlangsamt. Gegenüber dem Juni stieg das Volumen um satte 43 Prozent.

"Dies ist der bislang geringste Rückgang im laufenden Jahr", teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin mit. Jürgen Karpinski, Präsident des Deutschen Kfz-Gewerbes ZDK, sieht in dem Ergebnis erste erfreuliche Tendenzen nach dem Lockdown-Einbruch. "Diese Zahlen könnten noch höher liegen, wenn nicht einige Kfz-Zulassungsstellen immer noch im Krisenmodus arbeiten würden", erklärte Karpinski.

Im gesamten ersten Halbjahr 2020 war die Zahl der Pkw-Neuzulassungen hierzulande um rund 35 Prozent auf 1,21 Millionen Einheiten geschrumpft (wir berichteten). Die Bilanz der ersten sieben Monate weist nun einen Rückgang um 30,1 Prozent auf 1,53 Millionen aus. Trotz der leichten Erholung steht der Markt dem VDA zufolge weiter "unter enormem Druck". Die angestaute Nachfrage, die sich nun zeige, könne die Flaute der vergangenen Monate nur teilweise ausgleichen.

Die Bundesregierung versucht, den Konsum mit einem umfassenden Konjunkturpaket wieder anzukurbeln. Höhere Kaufprämien für Elektroautos und eine geringere Mehrwertsteuer sollen die Anschaffung eines Neuwagens für Verbraucher attraktiver machen und der Branche aus ihrer Absatzkrise helfen. Die Maßnahmen sind im Juli in Kraft getreten.

Laut KBA zog das Privatkundengeschäft im Berichtsmonat um über sieben Prozent an. Der Marktanteil lag bei 41 Prozent. Dagegen schrumpften die gewerblichen Neuzulassungen um 12,5 Prozent (58,9 Prozent). Bei den Segmenten hatten wieder die SUV (21,8 Prozent) die Nase vorne, knapp gefolgt von der Kompaktklasse (21,1 Prozent). Einen Boom gab es bei den Wohnmobilen, deren Zahl sich fast verdoppelte. Stärker gefragt als im Vorjahresmonat waren zudem Kleinwagen und Oberklasse-Autos. Deutliche Abschläge von mehr als 30 Prozent verzeichneten die kleinen und großen Vans sowie die Kleinstwagen.

Während die Neuzulassungen von Dieseln (49 Prozent) und Benzinern (28,4 Prozent) abnahmen, legten die alternativen Antriebe teils dreistellig zu. Die Zahl der Elektrofahrzeuge wuchs mit 16.798 Neufahrzeugen um 181,7 Prozent, ihr Anteil an den Neuzulassungen lag damit bei 5,3 Prozent. 52.488 Hybride entsprachen einem Zuwachs von 143,5 Prozent, der Marktanteil betrug 16,7 Prozent. Darunter waren 19.119 Plug-in-Hybride (plus 484,7 Prozent); ihr Anteil lag bei 6,1 Prozent.

Premium auf der Überholspur

Bei den Marken deutscher Autokonzeren hingen Mini (plus 35,7 Prozent), BMW (plus 17,4 Prozent) und Mercedes (plus 10,7 Prozent) kräftig am Gas. Auch Porsche verbesserte sich gegenüber dem Juli 2019 (plus 2,4 Prozent). Brancheführer VW verpasste dagegen das Vorjahresniveau knapp (minus 3,3 Prozent). Noch auf starker Talfahrt waren Smart (minus 51,6 Prozent), Opel (minus 45,2 Prozent) und Ford (minus 22,5 Prozent). Auch Audi verlor gut ein Fünftel (minus 20,8 Prozent).

Auch das Juli-Ranking der Importeure zeigt eine große Bandbreite: Für Subaru (plus 63,9 Prozent), Jeep (plus 42,2 Prozent) sowie Mitsubishi (plus 33,4 Prozent) ging es deutlich aufwärts. In die andere Richtung entwickelten sich hingegen die Neuzulassungen von Tesla (minus 66,6 Prozent), Land Rover (minus 39,9 Prozent), Jaguar (minus 38,9 Prozent), Alfa Romeo (minus 33,6 Prozent) und Dacia (minus 32,1 Prozent).

Skoda war mit einem Rekord-Anteil von sieben Prozent der Primus unter den ausländischen Herstellern, die Zulassungen der tschechischen VW-Tochter zogen um 8,3 Prozent an. Platz zwei sicherte sich Renault mit einem Zuwachs von 29,9 Prozent, dicht gefolgt von Seat (minus 22,8 Prozent).

Weiterhin positiv ist die Entwicklung im Geschäft mit Gebrauchtwagen. Nach dem Juni-Plus von über 14 Prozent wuchs der Markt auch im Juli zweistellig. Das KBA vermeldete 747.831 Pkw-Besitzumschreibungen, 13,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Kumuliert sind es bislang rund 3,95 Millionen Gebrauchte (minus 7,6 Prozent). (rp/dpa/SP-X)

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