TÜV Rheinland baut sein Angebot im Bereich datenbasierter Fahrzeuganalysen aus. Unter dem Namen "Inspectr" bietet das Unternehmen seit Februar vier neue Services an, die mithilfe eines OBD-II-Adapters direkt auf die fahrzeuginternen Steuergeräte zugreifen. Die Auswertungen sollen insbesondere im boomenden Gebrauchtwagen‑ und E‑Mobilitätsmarkt mehr Transparenz schaffen, wie der Prüfkonzern mitteilte.
Die neuen Dienstleistungen richten sich an Privatkunden, Flottenbetreiber, Händler und Versicherungen. Ausgelesen werden diese Daten über ein standardisiertes Prüfverfahren, das laut TÜV Rheinland eine "valide und objektive Bewertung" ermöglichen soll.
Vier Analysebereiche – von Fehlerspeicher bis Batteriezustand
Mit den vier "Inspectr‑Leistungen will der Branchendienstleister zentrale Fragen rund um Fahrzeugzustand, Manipulationssicherheit und Datenlöschung abdecken:
- Fehlerspeicher Inspectr: Analyse aktueller und gespeicherter Fehlercodes aus den Steuergeräten
- FIN & Laufleistung Inspectr: Identifikation möglicher Manipulationen an Fahrzeugidentnummer und Kilometerstand
- Batterie Inspectr: Bewertung des Batterie-Gesundheitszustands (State-of-Health/SoH) bei Elektrofahrzeugen
- Datenschutz Inspectr: Löschen persönlicher Daten vor Verkauf oder Leasingrückgabe
Besonders relevant ist die Batterieanalyse, da der Zustand des Akkus heute der entscheidende Faktor bei der Wertbestimmung eines gebrauchten Elektroautos ist. Sie erfasst Daten aus dem Batteriemanagementsystem, darunter Kapazität, Zellspannung, Temperatur und mögliche Fehler. "Eine unabhängige Bewertung der Batterie ist entscheidend zur präzisen Wertermittlung eines Elektrofahrzeugs und schafft Transparenz sowie Vertrauen", sagte TÜV Rheinland-Experte Martin Dillinger
Kooperation: Standard für Fahrzeugdaten
Für die neuen Inspectr-Dienstleistungen arbeitet TÜV Rheinland mit TÜV Nord und dem Technologiepartner Carly zusammen. Ziel sei ein branchenweiter Standard für vergleichbare Datenauswertungen, hieß es. Bereits zum Start decken die Services nach Unternehmensangaben über 90 Prozent aller relevanten Fahrzeugmodelle ab; eine weitere Ausweitung ist geplant.