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Insolvenzfall Auto Wichert: VW-Handelssparte rettet Hauptbetriebe

Insolvenzfall Auto Wichert
VW-Handelssparte rettet Hauptbetriebe
Zukunft gesichert: Elf Standorte der insolventen Auto Wichert GmbH bekommen neue Besitzer. Im Bild der VW-Betrieb in der Segeberger Chaussee.
© Foto: VGRD

Im Fall der insolventen Auto Wichert GmbH gibt es eine Fortführungslösung – zunächst für elf Standorte und 750 Mitarbeiter. Neben der VGRD schlägt auch die Autohof Reimers GmbH zu.

Volkswagen sichert den Metropolmarkt Hamburg. Nach der Insolvenz der Auto Wichert GmbH übernimmt die Volkswagen Group Retail Deutschland GmbH (VGRD) die Hauptstandorte des großen Konzernhändlers. Zwei weitere Niederlassungen gehen an die Autohof Reimers GmbH. Darauf haben sich die Geschäftsführung, Sachwalter und Gläubigerausschuss mit den Käufern verständigt. Über die wirtschaftlichen Bedingungen und Vertragsdetails wurde Stillschweigen vereinbart. Mit dem Betriebsübergang wird Ende Juli 2020 gerechnet.

Nach Angaben vom Montag erwirbt die VGRD über eine ihrer Hamburger Tochtergesellschaften vier Betriebe im Stadtgebiet. Dabei handelt es sich um die Standorte in der Langenhorner Chaussee/Stockflethweg, im Bornkampsweg, in der Wendenstraße/Ausschläger Weg und in der Segeberger Chaussee. "Mit dem Fortbestand der Standorte stellen wir sicher, dass den Hamburger Kunden auch künftig in räumlicher Nähe und in gewohnt hoher Qualität die Angebote unserer Marken bereitgestellt werden", teilten die Geschäftsführer der Hamburger Volkswagen und Audi Gesellschaften, Martin Werhand, Markus Keller und Henri Strübing, mit.

Die VGRD übernimmt 695 Beschäftigte, darunter sämtliche der ca. 150 Auszubildenden von Auto Wichert. Für rund 300 Arbeitnehmer, die nicht weiterbeschäftigt werden können, soll es mit Unterstützung des Autokonzerns eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft geben – je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit mit bis zu zehn Monaten Verweildauer. Dort soll den Mitarbeitern eine berufliche Neuorientierung ermöglicht werden.

Autohof Reimers kauft die Servicebetriebe Holsteiner Chaussee in Hamburg und Ohechaussee in Norderstedt mit 55 Mitarbeitern. "Wir sind von den Potentialen und Zukunftsaussichten der beiden neuen Standorte zutiefst überzeugt und werden diese gemeinsam mit unserem erfahrenen Team und den neuen Kollegen zum maximalen Erfolg führen", sagte Inhaber Gerd Reimers. Das traditionsreiche Familienunternehmen vertritt die Marken Audi, VW, VW Nutzfahrzeuge, Skoda und Seat bislang an sieben Standorten, hauptsächlich in Schleswig-Holstein. Die Belegschaft zählt rund 300 Mitarbeiter.

"An das wirtschaftlich maximal Mögliche gegangen"

Der Sanierungsexperte Thorsten Bieg von der Kanzlei Görg sagte: "Wir freuen uns, in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten eine realistische und dauerhafte Lösung gefunden zu haben, mit der wir einen beträchtlichen Teil der Arbeitsplätze sichern konnten. Alle Parteien sind bezüglich dessen an das wirtschaftlich maximal Mögliche gegangen." Bieg bildet gemeinsam mit den Wichert-Verantwortlichen Bernd Glathe, Bernd Kußmaul und Bernd Lindemann sowie seinem Kollegen Gerrit Hölzle in der Eigenverwaltung die Geschäftsführung der Autohausgruppe.

Sachwalter Sven-Holger Undritz von der Kanzlei White & Case, betonte: "Das jetzt erreichte Ergebnis ist vor allem eine bemerkenswerte Teamleistung in schwierigen Zeiten, deshalb gilt mein Dank allen Beteiligten, die sich für die Zielerreichung so konstruktiv eingesetzt haben." Der Rechtsanwalt ist vom Amtsgericht Hamburg eingesetzt, um das Unternehmen während der Eigenverwaltung zu überwachen und Gläubigerinteressen zu wahren.

Verhandlungen laufen weiter

Bis zum Vollzug der Übernahmen bleibt die bisherige Geschäftsführung von Auto Wichert im Amt und steht darüber hinaus noch für eine sich anschließende Integrationsphase zur Verfügung. Für die übrigen Standorte mit rund 270 Arbeitnehmern geht die Suche nach Übernehmern unterdessen weiter. Ergebnisse daraus seien frühestens in den kommenden Wochen zu erwarten, hieß es.

Auto Wichert hatte Mitte Februar die Eröffnung eines Eigenverwaltungsverfahrens beantragt (wir berichteten). Das Verfahren war notwendig geworden, da eine nachhaltige Unternehmensfinanzierung nicht mehr gewährleistet war. Die Gruppe ist größter Händler für die Marken Audi, Seat, Skoda, VW Pkw und VW Nutzfahrzeuge im Großraum Hamburg. Zuletzt beschäftigte man nach eigenen Angaben rund 1.350 Mitarbeiter an 23 Standorten. (rp)


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