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Kommentare () Kommentare (0) 08.03.2018

Kfz-Gewerbe Hessen

"Den Diesel abschaffen ist Quatsch"

Kfz-Gewerbe Hessen
"Den Diesel abschaffen ist Quatsch"
Jürgen Karpinski
© Foto: Ralph Olma Presse + PR Pfauntsch
Zum Themenspecial Abgas-Skandal

Deutliche Worte zur aktuellen Dieseldiskussion fand ZDK-Präsident Jürgen Karpinski anlässlich der Jahrespressekonferenz seines Landesverbandes Hessen.

"Der Diesel ist der sauberste und effizienteste Motor der Welt." Mit diesem derzeit sehr mutigen Satz setzte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski auf der Jahrespressekonferenz des Kfz-Gewerbes Hessen am Donnerstag in Frankfurt einen Kontrapunkt zur derzeit beliebten Dieselschelte. "Das ist eine ideologische und unsachliche Diskussion geworden", so der oberste Repräsentant des deutschen Kfz-Gewerbes, der auch Präsident des Landesverbandes Hessen ist. Die Dieseldebatte werde "von einigen Seiten überhitzt und vielfach auch faktenfrei" geführt.

Der ultimative Angriff auf den modernen Diesel sei ein gravierender Fehler. Wann der Elektroantrieb in Sachen Wirtschaftlichkeit, Reichweite, Ladeinfrastruktur und Umweltfreundlichkeit den Verbrennungsmotor überhole, sei eine Frage der Zeit, die heute noch niemand seriös beantworten könne. "Bis zu diesem Zeitpunkt, das ist klar erkennbar, werden wir hochmoderne Verbrennungsmotoren zur Sicherung der Mobilitäts- und Transportbedingungen unbedingt benötigen."

Die Ökobilanz von Elektrofahrzeugen sei derzeit auf dem Niveau von Dieselfahrzeugen, argumentierte Karpinski. Deshalb sei es Quatsch, den Diesel abzuschaffen. Er müsse im Gegenteil verbessert werden. Ohne den Diesel könne die ab 2020 von der EU vorgeschriebene CO2-Vorgabe von 95 Gramm pro Kilometer für Pkw nicht eingehalten werden. Der Verbandschef erneuerte seine Forderung nach einer Nachrüstverordnung für ältere Dieselfahrzeuge mit stickoxidreduzierender Abgasreinigungstechnik. Die neue Bundesregierung sei hier dringend gefordert ebenso wie die Politik auf Landesebene.

Fahrverbote nicht nötig

Fahrverbote müssten auf jeden Fall vermieden werden, betonte Karpinski. "Sie sind der falsche Weg." Er verwies auch auf die am Mittwoch vom "Münchner Merkur" veröffentlichte Kritik an den Abständen von der Straße für die Abgasmessung. Für hessische Städte sah er gute Chancen allein durch organisatorische Maßnahmen die Stickoxidbelastungen weiter zu reduzieren. In der Rangliste der in Deutschland am stärksten belasteten Städte erscheine erst auf Platz neunmit Darmstadt die erste hessische Stadt. Die Belastung liege hier bei 52 Mikrogramm. Angesichts eines Grenzwerts von 40 Mikrogramm "kein dramatischer Wert".

"Moderne Euro 6- oder Elektrobusse im städtischen Linienverkehr, mehr Park-and-Ride-Möglichkeiten an den Stadträndern, grüne Welle statt Stop-and-Go und vieles mehr können als Maßnahmenbündel helfen, die zulässigen Grenzwerte einzuhalten und damit Fahrverbote für Diesel zu verhindern", sagte Karpinski. Aus Sicht des Kfz-Gewerbes würden sofortige Fahrverbote in hessischen Städten bei diesen Erwägungen keinesfalls dem vom Bundesverwaltungsgericht angeführten Verhältnismäßigkeitsgrundsatz entsprechen. Karpinskis Rat an die Autofahrer: "Keine Panik, keine Panikverkäufe." (dp)

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