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Anfang August: Diesel-Gipfel soll Nachrüstungsfrage klären

Barbara Hendricks
© Foto: BMUB/Harald Franzen

Die Luft in Deutschlands Städten muss sauberer werden, aber Diesel aussperren will kaum einer. Damit die Kommunen nicht zu Fahrverboten gezwungen sind, sollen die Autos nun sauberer werden - aber wie und auf wessen Kosten?

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Bund, Länder und Autobranche wollen die Frage der Diesel-Nachrüstung für einen geringeren Schadstoffausstoß im Sommer klären. Am 2. August soll erstmals ein "Nationales Forum Diesel" tagen, wie Umwelt- und Verkehrsministerium am Dienstag mitteilten. Dort werde man "sicherlich" eine Lösung finden, wie Nachrüstungen ohne Belastung der Kunden ablaufen könnten, sagte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in Berlin. Die Hersteller hätten die Chance, verloren gegangenes Vertrauen wieder herzustellen. Auch andere betroffene Bundesministerien sollen sich beteiligen.

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski begrüßt die Einrichtung Forums, wenn dadurch das Thema Fahrverbote vom Tisch komme: "Die Dieselfahrer in unserem Land brauchen Rechtssicherheit für die Benutzung ihrer Fahrzeuge. Unsere hoch entwickelte Industriegesellschaft ist auf flexible individuelle Mobilität angewiesen, da sind Verbote völlig kontraproduktiv." Hilfreich sei die Entwicklung technisch funktionsfähiger Nachrüstlösungen zur Reduzierung des Stickoxid-Ausstoßes bei Dieselfahrzeugen. "Um die Akzeptanz bei den Autofahrern zu erhöhen und damit einen Markt dafür zu schaffen, sind Fördermaßnahmen zur Umrüstung notwendig, wie dies bereits erfolgreich bei Dieselpartikelfiltern geschehen ist", so Karpinski. "Das Kraftfahrzeuggewerbe steht bereit für die Umrüstung."

Hintergrund sind zu hohe Stickoxid-Messwerte in vielen deutschen Städten und drohende Fahrverbote für Dieselautos. Stickoxide schaden der Gesundheit. "Wir wollen die Emissionen deutschlandweit senken", sagte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Das Forum solle die Diskussion über die Verbesserung von Dieselautos bündeln.

Im Zuge des Abgas-Skandals war einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden, dass viele Diesel im Alltag sehr viel mehr Stickoxide (NOx) ausstoßen als auf dem Prüfstand. Das betrifft nicht nur ältere Modelle, sondern auch solche der neuesten Abgasnorm Euro 6. Hendricks hatte gefordert, dass die Autobranche auf eigene Kosten so nachrüsten müsse, dass der NOx-Ausstoß mindestens um die Hälfte gesenkt werde.

In Baden-Württemberg und Bayern laufen bereits Gespräche zwischen Landesregierungen und Autobranche. CSU-Chef Horst Seehofer will sich mit den Vorständen der bayerischen Fahrzeughersteller BMW, Audi und MAN in München treffen (wir berichteten). "Da möchte ich verbindlich hören und vielleicht auch vereinbaren (...): Was ist möglich und zu welchen Kosten?", sagte Seehofer am Montag am Rande einer CSU-Vorstandssitzung in München. Es müsse herausgefunden werden, welche Einsparungen bei Stickstoffdioxid über technische Nachrüstungen machbar seien.

Unter anderem in München, Stuttgart und Hamburg könnte es Fahrverbote geben, wenn die EU-Grenzwerte für Stickoxid weiter gerissen werden. Die EU hat deswegen schon ein Verfahren gegen Deutschland eingeleitet. (dpa)

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KOMMENTARE


willi meier

27.06.2017 - 15:00 Uhr

ich bin der Meinung, alle die Diesel fahren und mehr als 30km zur Arbeit pendeln müssen, sollten Steuerfrei frahren!!


Willy Skipper

27.06.2017 - 21:49 Uhr

na das ist ja ein lustiger Internet Troll, bravo, super Vorschlag, noch mehr solcher Spitzenideen? :-(


Rudi S.

28.06.2017 - 08:44 Uhr

Liebe Frau Hendricks, es ist ja bekannt, dass Entscheidungen nicht gerade zur starken Seite unserer Regierung gehören. Aber dass wir jetzt schon einen "Gipfel" für die Umsetzung feststehender Gesetze brauchen, der auch noch von denen durchgeführt werden soll, die gegen diese Gesetze verstoßen, schlägt dem Fass den Boden aus. Das ist perfekte Steuerverschwendung.


Dietmar Seyerle

28.06.2017 - 11:45 Uhr

Wenn nur die Mehrzahl aller Pendler davon vermutlich die Hälfte im öffentlichen Dienst mit vom Steuerzahler finanzierten Innenstadtdauerparkplätzen mit sanftem, finanziellem Druck zum Umsteigen auf den ÖNPV oder ein e´Mobil gezwungen würden und wenn man darüber hinaus alle schweren (Diesel)Nfz aus den Innenstädten verbannen würde - (incl. zu grosser Omnibusse in Schwachlastzeiten).Und wenn man dann noch für vergleichsweise kleines Geld den ÖPNV in den Innenstädten spürbar subventionieren würde und auch so organisieren würde, dass das Angebot akzeptabel für den Bürger funktioniert - ja wenn.... dann hätten wir ganz preiswert und unspektakulär das Problem schon gelöst. - Nur dazu müsste unsere Politik auch bereit sein und es konsequent umsetzen.


Aschmu

28.06.2017 - 12:36 Uhr

..."Die Luft muss sauberer werden"....wenn man den typisch deutschen nach seiner letzten Urlaubserfahrung fragt, wo er denn gewesen ist, was alles angeschaut wurde.. kommen Orte wie : Paris, Barcelona, Mallorca, Emirate, Dom.Republik, Kuba, Griechenland ... usw usw. Was ich damit sagen will - hier kommt keiner zurück und meckert über den Smog in den Metropolen... dort war einfach nur alles "geil".. aber zurück in der BRD wird ein Fass ohnegleichen aufgemacht


Lorenz

31.07.2017 - 19:56 Uhr

Nach dem Verbannen von (sparsamen und langlebigen) Dieselfahrzeugen kommen die Benziner dran,weil Pkw mit hochgezüchteten Benzinmotoren mit Direkteinspritzung etwa 1000 Mal mehr Partikel als herkömmliche Aggregate, darunter krebserzeugende Stoffe, ausstoßen.Im Vergleich zu Dieselmotoren seien es zehn Mal mehr Partikel. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des TÜV Nord im Auftrag der Umweltschutzorganisation Transport & Environment, die am Mittwoch in Brüssel veröffentlicht wurde.(Laut Artikel der Welt N24)Dann die Hybrid- und Elektrofahrzeuge, da die Innenstädte mit Millionen Ladestationen (jeder Parkplatz müsste ja eine Ladestation haben) zugepflastert werden müssen. Und dann noch die umweltfreundliche Entsorgung der alten Akkus! Und am Ende gibt es nur noch öffentliche Verkehrsmittel in Megastädten, wie Shanghai, Mexico City oder Tokio, da es keine Pendler mehr gibt.Auf dem (gesunden) Land leben dann nur noch Pensionäre und die Stadtbewohner hausen dann (wie in China oder Japan) in 30-40 qm "großen" Wohnungen.Ich befürworte Maßnahmen zur Reinhaltung (Verbesserung) unserer Umwelt, also auch der Luft. Aber die durch Dieselskandal (bei dem die Verantwortlichen leider nicht einmal mit ihrem Privateigentum haftbar gemacht werden!) ausgelöste Hysterie entzieht sich meinem Verständnis.


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