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Elektroautos: Scheuer kritisiert Lieferprobleme

Verkehrsminister Scheuer kritisiert das geringe Verkaufsvolumen von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben.
© Foto: picture alliance/Michael Kappeler/dpa

Die Nachfrage nach E-Autos legt zu. Bis Käufer ein neues Fahrzeug bekommen, kann es aber dauern. Wie der Verkehrsminister dies sieht - und warum er einen Austausch von alten Autos will.

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat Lieferprobleme der Autoindustrie bei Elektroautos kritisiert. "Alles, was ins Stocken gerät, ärgert mich seit langem", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Aber in der Zeit der Pandemie sind Schuldzuweisungen nicht angebracht." Die Politik habe "kraftvolle Entscheidungen" getroffen, sagte Scheuer mit Blick auf die deutlich erhöhte staatliche Kaufprämie von bis zu 9.000 Euro für ein Fahrzeug.

"Jetzt ist das Verkaufsvolumen für alternative Antriebe nicht da, speziell Elektroautos", sagte Scheuer. "Das müssen wir auflösen. Die Hersteller müssen es möglich machen, dass wir überhaupt Elektroautos kaufen können, nicht nur in kleineren Produktvolumina - und nicht nur die vollelektronische Variante, sondern auch den Hybrid."

Die Nachfrage nach E-Autos war zuletzt durch die aufgestockten Kaufprämien gestiegen. Die Anpassung der Kapazitäten ist für die Autobauer jedoch schwierig, es gibt zum Teil lange Lieferzeiten. So musste VW für die E-Version des Kleinstwagens Up einen Bestellstopp verhängen, weil die Produktion nicht mit den Bestellungen mithält und so längere Wartezeiten entstehen.

Im Umbruch zu alternativen Antrieben 

Die Autoindustrie steckt generell in einem schwierigen Umbruch hin zu alternativen Antrieben, dazu kommt der digitale Wandel. Die Corona-Krise hatte zu einem Einbruch bei der Nachfrage nach Benzinern und Dieselautos geführt. Dies drückt auf die Ertragslage. Vor allem Zulieferer hatten angekündigt, Jobs zu streichen.

"In der jetzigen Situation müssen wir die aktuellen Meldungen gerade der großen Zulieferer im Blick haben", sagte Scheuer. "Wir reden von Tausenden von Arbeitsplätzen. Jetzt schon. Das ist keine Panikmache, sondern es hat einfach mit der konjunkturellen Situation, der Auftragslage und den Produktionszyklen zu tun."

Scheuer und die CSU wollen eine Kaufprämie auch für Autos mit Verbrennungsmotor, haben sich aber damit in der Koalition nicht durchsetzen können. Bei einem "Autogipfel" hatten Politik und Wirtschaft beschlossen, bis November die Einrichtung eines Transformationsfonds für Zulieferer zu prüfen.

Verschiedene Vorschläge zur Unterstützung der Autoindustrie 

Es werde weiter Thema bleiben, wie der Automobilwirtschaft geholfen werden könne, sagte Scheuer. Es gebe verschiedene Vorschläge. "Wir wollen die neuen Fahrzeuge, die effizienter und sauberer sind, auf die Straße bringen. Der Austausch generell von Alt in Neu, und natürlich von alten in neue Antriebe muss uns umtreiben. Alles - egal welcher Antrieb -, was neu auf die Straße kommt, ist effizienter und sauberer." Auch die Neuproduktion von Nutzfahrzeugen dürfe nicht ins Stocken geraten, sodass Werke nicht schließen müssen.

Scheuer sagte zum Umbruch in der Autoindustrie weiter: "Unbestritten liegt ein immenser Weg vor uns, den wir leisten müssen: bei den Antrieben, der Digitalisierung und der Weiterentwicklung des gesamten automobilen Sektors - damit wir Wohlstand und Arbeitsplätze sichern." Corona habe einen Digitalisierungsschub auch bei der Mobilität ausgelöst. "Ich appelliere an alle, jetzt nicht auf der Bremse zu stehen, sondern sich für den Transformationsprozess einzusetzen." (dpa)

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KOMMENTARE


Dieter M. Hölzel

16.09.2020 - 11:47 Uhr

Es gibt da halt das Problem wo die Elektro Auto eine Steckdose haben und die Stromversorgung aufrecht erhalten bleibt. Mal sehen wie das der Herr Minister organisieren wird, bevor er auf andere mit dem Finger zeigt. Vor allen Dingen in den Städten und Ballungsräumen, wo werden die Leute nach Feierabend ihr elektrisches Auto aufladen ohne das die Ges.-Versorgung von Strom zusammen- bricht ?


Walter

16.09.2020 - 12:02 Uhr

Herr Scheuer lösen Sie zuerst einmal Ihre eigenen Probleme im Amt. Sie sind ja zu unfähig eine Maut durchzusetzen und haben 100te von Millionen Euro Steuergelder verschwendet. Zahlen Sie diese Gelder erst einmal wieder zurück.


herbie

16.09.2020 - 12:04 Uhr

Kommentare von diesen Politiker kann man nicht als Rat befolgen.


Jürg Wick

16.09.2020 - 14:44 Uhr

Gibt es in Deutschland keine Laternenparker oder entsteht dort, wie in anderen Ländern auch, eine neue Zweiklassengesellschaft?


Alexander Köbe

16.09.2020 - 17:55 Uhr

"Der Austausch generell von Alt in Neu, und natürlich von alten in neue Antriebe muss uns umtreiben. Alles - egal welcher Antrieb -, was neu auf die Straße kommt, ist effizienter und sauberer." Mag ja sein, aber jedes Auto, daß schon gebaut ist, ist "nachhaltiger" als ein Auto, daß erst noch gebaut werden muß! Und wenn der Alte nach Kauf des Neuen "irgendwo" weiterfährt, haben wir ein Auto mehr auf dieser Welt, das Abwracken intakter Fahrzeuge ist genauso unsinnig. Weiterfahren bis zum bitteren Ende (des Autos) ist die vernünftigste und auch umweltfreundlichste Strategie, natürlich nicht für Politik, Autohersteller und Handel.


Beobachter

16.09.2020 - 17:59 Uhr

Wer war nochmal der Herr von der CSU, bayerische Partei, Seehofer sei es gelobt, „ da kommt Geld ins Land...“? Wie hat er sich doch gleich mit welchen Leistungen in seinem Amt bewährt (Maut/E-Scooter/Tempolimit)? und was will er uns jetzt sagen, wo‘s kein Geld für die Lobby gibt? WER soll jetzt schuld sein? Herr Scheuer: DAS hätte nicht kommen dürfen, schon gar nicht von Ihnen. Mit der richtigen Entscheidung zur richtigen Zeit und dem richtigen Weitblick durch das Verkehrsministerium wären die Hersteller doch gar nicht in diese Lage gekommen, sondern hätten sich strategisch vorbereiten können, was mit dem Wachstum alternativer Antriebe auch alternative Arbeitsplätze geschaffen hätte. Herr Scheuer: Hören Sie sich eigentlich manchmal selbst reden? „Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich gehört habe, was ich sage?“


DIpl.-Ing. Dr.techn. Anton Gsandtner

16.09.2020 - 18:28 Uhr

Die Karawane ist längst weitergezogen. Nur so mancher Hintergrundgrinser hat es verschlafen.


Grenzgäner

16.09.2020 - 20:45 Uhr

Ich denke das wir in 3 Jahren wieder massiv auf Verbrenner setzen werden die dann noch einmal deutlich sauberer sind, da die E-Karre ein Luxus ist, den wir uns dann nicht mehr leisten werden oder können. Der Staat will mit aller Macht eine Totgeburt zum Leben erwecken, bezahlen werden es unter anderem die Autohäuser wenn diese Buden zurückkommen. In Deutschland wird es in sehr naher Zukunft 3,5 Mio. Arbeitslose geben, dann sind ganz andere Sachen wichtig, als mit aller Gewalt 9.000€ pro Einheit in solch eine Technologie zu stecken. Dann geht's einfach sozial und idiologisch wieder ganz anders zu.


Der Falke

17.09.2020 - 09:27 Uhr

Zitat: "Alles, was ins Stocken gerät, ärgert mich seit langem" - und dann mal eben einen Mautvertrag unterschreiben und eine Milliarde verschenken.So kennen wir Herrn Scheuer...


Günter Fries

30.09.2020 - 09:44 Uhr

Leider scheint es ja wieder nur Verkaufsförderung zu sein, aber weniger für Deutsche E-/Hybrid-Autos, weil die zu spät dran sind. Wenn dann der Markt merkt, dass die E-Autos auch Strom aus Kohle/Atom etc. brauchen, und daher nicht wirklich umweltfreundlicher sind, dann sind die Autobauer Arbeitsplätze in Deutschland schon reduziert und die Chinesen oder andere können dann die Autos der Zukunft (Diesel/ Benziner/Wasserstoff/...) bauen. Sehr schade und kurzsichtig, und die Politik (Herr Scheuer) hilft noch kräftig dabei mit.


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