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Frittenfett im Autotank: Regierung macht Weg für Klima-Diesel frei

DKV Mobility bietet seinen Kunden jetzt zugang zum CO2-reduzierten Diesel HVO an.
© Foto: DKV Mobility

Auch bisher wird altes Speiseöl dem Diesel beigemischt. Neu ist, dass es nun 100 Prozent sein dürfen. Die Hoffnung: den Straßenverkehr nachhaltiger machen. Doch es gibt einen Haken.


Datum:
22.11.2023
Autor:
dpa/rp
Lesezeit:
3 min
1 Kommentare

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Autofahrer in Deutschland können künftig auch Diesel tanken, der zu 100 Prozent aus Altspeiseölen hergestellt wurde. Die sogenannten paraffinischen Dieselkraftstoffe seien nun auch als Reinkraftstoff zugelassen, teilte das Bundesumweltministerium nach einem Kabinettsbeschluss am Mittwoch mit. Diese werden zum Beispiel aus Abfallstoffen und Pflanzenölen oder auf Basis von Erdgas hergestellt.

Bereits heute können Pflanzenöle dem herkömmlichen Diesel beigemischt werden. Die Änderung der Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraft- und Brennstoffen (10. BImSchV) schließt zum einen Kraftstoffe aus 100 Prozent hydrierten Pflanzenölen (HVO = Hydrotreated Vegetable Oils) ein. Zum anderen können auch paraffinische Dieselkraftstoffe aus fossilen Ausgangstoffen, wie der Kraftstoff GtL (Erdgas-Basis), an Tankstellen angeboten werden.

"Um Schäden an den Fahrzeugen durch falsche Betankung zu vermeiden, verpflichtet die neue Verordnung Tankstellenbetreiber, Verbraucherinnen und Verbraucher einheitlich zu informieren", hieß es vom Ministerium. Zugleich soll die bisherige Förderung paraffinischer Dieselkraftstoffe aus fossilen Quellen beendet werden, um klimaschädliche Anreize zu vermeiden.

Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) begrüßte die Zulassung. "Mit dieser Entscheidung macht die Bundesregierung den Weg frei für mehr Klimaschutz im Verkehr", sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim VDB. Biodiesel stoße 70 bis 90 Prozent weniger CO2 aus als fossiler Diesel.

Der Technikpräsident des Automobilclubs ADAC, Karsten Schulze, teilte mit: "Die klimaschonende Weiterentwicklung von Kraftstoffen für Bestandsfahrzeuge ist ein wichtiger Schritt, um die Klimaschutzziele zu erreichen." Jetzt seien die Hersteller gefordert, neue Fahrzeuge für die Verwendung von Speiseöl-Diesel auszulegen und die Verträglichkeit bei älteren Modellen zu prüfen.

Baumann vom VDB sagte: "2030 und in den Jahren danach werden noch über 30 Millionen Autos mit einem Verbrennungsmotor auf deutschen Straßen fahren. Deren Treibhausgasausstoß kann nur durch CO2-arme Kraftstoffe verringert werden."

Ministerium: Menge kann nicht gesteigert werden

Die FDP-Politikerin Judith Skudelny freute sich über den Beschluss. "Es ist ganz klar: Wir wollen diese 100 Prozent nachhaltigen Kraftstoffe haben", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Es hat durchaus das Potenzial, den Verkehr auch in der Bestandsflotte klimaneutral zu machen."

Inwiefern Autofahrer flächendeckend Kraftstoff aus Frittenfett tanken können, ist umstritten. Das Ministerium mahnte, dass es nur eine begrenzte Menge gebe. Altspeiseöle – beispielsweise aus der Gastronomie – würden bereits heute als Beimischung vollständig im Verkehr eingesetzt, sagte ein Sprecher. Diese Menge könne nicht gesteigert werden. 

Skudelny verwies hingegen auf den Weltmarkt. "Schön ist natürlich, wenn wir unsere eigenen Fette dafür benutzen, aber da gibt es international große Raffinerien." Der Bundesrat muss der Änderung noch zustimmen.


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KOMMENTARE


Ronald

22.11.2023 - 17:36 Uhr

Wie hoch sind die CO2-Emissionen bei der Verbrennung solcher Öle? Und was sind die anderen Emissionen?


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