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Politik: Trump ruft zu Boykott von Goodyear auf

Der US-Präsident Donald Trump hat zum Boykott des Reifenherstellers Goodyear aufgerufen.
© Foto: Evan Vucci/AP/dpa

Donald Trump, der sich stets als Kämpfer für die US-Wirtschaft präsentiert, ruft zum Boykott eines amerikanischen Reifen-Konzerns mit mehr als 60.000 Mitarbeitern auf. Das Weiße Haus steht unter Erklärungsdruck.


Datum:
20.08.2020
2 Kommentare

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US-Präsident Donald Trump hat zum Boykott des Reifenherstellers Goodyear aufgerufen, weil die Firma seine Anhänger benachteilige. Die Firma habe Kopfbedeckungen mit seinem Slogan "Make America Great Again" verboten, erklärte der Präsident zur Begründung bei Twitter. Der Kurs der Goodyear-Aktie sackte nach Trumps Tweet zunächst steil um mehr als drei Prozent ab, erholte sich dann aber weitgehend.

Auslöser für Trumps Vorgehen waren Medienberichte, wonach bei einer Schulung in einem Goodyear-Werk im Bundesstaat Kansas Bekleidung mit dem Slogan für "nicht akzeptabel" erklärt worden waren. Trump hatte schon im Wahlkampf 2016 auf das "MAGA"-Versprechen gesetzt, Amerika zu alter Größe zurückzubringen.

Laut einem im Internet veröffentlichten Foto einer Präsentationsfolie wurden dagegen Symbole der Bewegung "Black Lives Matter" erlaubt, die gegen Polizei-Gewalt an Schwarzen protestiert, sowie die "Pride"-Zeichen für Toleranz gegenüber sexuellen Minderheiten. Nicht zugelassen waren dagegen Bekundungen zur Unterstützung der Gegenbewegungen "Blue Lives Matter", die die Polizei unterstützt, und "All Lives Matter", die argumentiert, dass Rassismus gegen Schwarze nicht speziell hervorgehoben werden sollte.

"Kaufen Sie bessere Reifen für viel weniger Geld!", twitterte Trump. Bei Twitter machten daraufhin Fotos die Runde, auf denen der Goodyear-Schriftzug auf den Reifen seiner Präsidenten-Limousine zu sehen war. Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany wollte sich nicht dazu äußern, ob das Fahrzeug mit dem Spitznamen "Beast" weiterhin auf Goodyear-Reifen unterwegs ist - weil dies eine Sicherheitsangelegenheit sei.

Trumps Tweet bezog sich auf "MAGA"-Motto

Goodyear ist ein amerikanisches Unternehmen mit Sitz im Bundesstaat Ohio und mehr als 60.000 Mitarbeitern. Zu Trumps Versprechen gehört auch, die Interessen der einheimischen Wirtschaft zu verteidigen. McEnany erklärte dazu: "Der Präsident wird sich nie dafür entschuldigen, dass er sich an die Seite der Gesetzeshüter stellt." Das war ein offensichtlicher Hinweis auf "Blue Lives Matter" - Trump selbst hatte in seinem Tweet allerdings nur auf das "MAGA"-Motto Bezug genommen, das vor allem auf Baseball-Kappen prangt.

Goodyear betonte, dass man Mitarbeiter grundsätzlich auffordere, auf Bekundungen der Unterstützung für politische Parteien oder Kampagnen zu verzichten. Dagegen sei der Einsatz für Gleichberechtigung und gegen rassistisch motivierte Ungerechtigkeit erlaubt.

Zugleich schränkte das Unternehmen ein, dass es sich bei der abgebildeten Präsentationsfolie mit Logo des Unternehmens nicht um von Konzernstellen produziertes oder verbreitetes Material gehandelt habe. "Sie haben nicht bestritten, dass dieses Bild an einem ihrer Standorte gezeigt wurde", stellte McEnany nach der Stellungnahme des Unternehmens fest und forderte von Goodyear weitere Klarstellungen. (dpa)

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KOMMENTARE


Dieter Olk

22.08.2020 - 13:05 Uhr

Meinungsfreiheit ... auch für Präsidenten!? Man oh man, was ist das für eine Granate, dieser frei gewählte Musterpräsident. Wie der das Amt "mit Füssen"; äh ... verbal Attacken tritt, ist einzigartig. Er wird in die Geschichte eingehen, er hat es sich auch redlich verdient mit seinem unmöglichen Gebahren.


Henry

24.08.2020 - 09:35 Uhr

@olk: Sind Sie bei den wenigen Gewinnern des „Globalismus“, der Auslöschung allen nationalen Eigenheiten (vgl. Soros, Gates u. Konsorten) und der nahezu völligen Auslöschung des Mittelstandes? Dann gratuliere ich Ihnen. Ansonsten würde ich eher nicht dem hierzulande unisono üblichen Narrativ folgen, der täglich Dreckkübel über den amerikanischen Präsidenten medial auskippt. Messen Sie ihn an seinen Taten. Er hat keinen Krieg mehr begonnen, zieht seine Truppen aus dem Ausland ab, sorgte vor Corona für die niederste Arbeitslosigkeit von Schwarzen und senkte die Steuern etc. Wenn er so ein großer Depp wäre, für den man ihn immer hinstellt, dann hätten womöglich Sie seine Milliarden und nicht er ...


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