Verbrennungsmotor: Grüne fordern EU-Fahrplan für Ausstieg

Die Grünen fordern einen EU-Fahrplan für den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor.
© Foto: Theerapong/stock.adobe.com

Geht es nach den Grünen, dann soll sich die EU auf einen europaweiten Ausstieg des Verbrennungsmotors einigen. Zudem soll sich die Bundesregierung während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ab Juli eine europäische Verkehrswende vorantreiben.

Die Grünen fordern einen europaweiten Fahrplan für einen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor. Außerdem wollen sie ein europäisches Nachtzugnetz bis 2030 mit allen EU-Hauptstädten sowie weiteren Großstädten und Ballungsräumen. Das geht aus einem Antrag der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Der Bundestag solle die Bundesregierung auffordern, sich während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ab Juli für eine europäische Verkehrswende einzusetzen, heißt es in dem Antrag. Der Verkehrsbereich verursache in der Europäischen Union aktuell über ein Viertel der Treibhausgasemissionen und sei der einzige Sektor, der mehr klimaschädliche Gase emittiere als im Referenzjahr 1990.

"Die EU-Kommission muss mit ihrem Recovery-Plan den Grundstein dafür legen, dass die deutsche Ratspräsidentschaft eine Verkehrswende in ganz Europa einläuten kann", sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Stephan Kühn der dpa. Die EU-Kommission will am Mittwoch einen Wiederaufbauplan in der Corona-Krise vorlegen.

Im Antrag heißt es, es sei Ziel der Europäischen Union, nicht allein Vorreiter beim Klimaschutz zu bleiben, sondern auch Marktführerin bei zukunftsfähigen Antriebstechnologien zu werden. Die Grünen setzen sich auch dafür ein, Sozialstandards im europäischen Güterverkehr deutlich zu verbessern, indem insbesondere die Sozialstandards der Berufskraftfahrer angehoben werden - mit europaweit einheitlichen Kontrollstandards.

Während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft müsse die Bundesregierung außerdem den grenzüberschreitenden Güterverkehr krisenfester machen, so Kühn. (dpa)

>

KOMMENTARE


Nostradamus

26.05.2020 - 18:47 Uhr

Jeder Technologiewechsel ist nicht die Aufgabe für Politik und eine selbsternannte „Retter-der-Welt“-Gruppe, sondern die Aufgabe für Technik und Ökonomie. Aktuell ist der Batterieantrieb gerade in einer frühen Entwicklungsphase, weit entfernt von der erforderlichen technischen Effizienz und von einer langfristig stabilen und wirtschaftlich nachhaltigen Produktion. Damit kann man auf keinen Fall die langfristigen Pläne für die Zukunft bauen! Es liegt aber an der Politik, den fruchtbaren Boden für die allgemeine Umstieg auf Elektroenergie vorzubereiten: - Strompreis drastisch absenken, um diese Art von Energie allgemein attraktiv zu machen. - Ökostromproduktion maximal fördern, nicht wie jetzt bremsen! -Ladeinfrastruktur maximal fördern. - Heizungsanlagen mit Brennstoffen verbieten, was viel weniger kostert als Autos zu verbieten! - Gütertransport auf Schiene dringend umleiten. - Alle Produktionsprozesse in Industrie auf Elektroenergie umstellen. - Schädliche Emissionen in der Landwirtschaft drastisch reduzieren. - Recycling allen Abfällen bis zu 100% perfektionieren. - Müllexport verbieten. - Etc., etc. Es gibt viel mehr zu tun als nur gegen Autos zu schreien. An die Arbeit!!!


Ludwig Rossen

27.05.2020 - 07:40 Uhr

Und wieder einmal beweisen die Grünen, dass sie keine Ahnung von Technik haben. Mittlerweile weiß doch jeder, dass die Umweltbilanz von E-Fahrzeugen nicht einen Strich besser als die von Verbrennern ist. Betreibt man dann Verbrenner mit Biomethan oder Synfuels, fällt der E-Antrieb völlig hinten runter. Abgesehen davon, dass der Abbau von Kobalt und Lithium massivste Umweltschäden verursacht.


Thomas Abel

29.05.2020 - 12:02 Uhr

Wenn man den letzten Kommentar liest bzw. was unsere Propheten zum besten geben, fragt man sich, welcher Bezug zur Realität besteht. Der Markt regelt den Bedarf. Insbesondere den Güterverkehr. Regelungen im Interesse der Berufskraftfaher. Lenkzeiten sind schon so reduziert, da wird es mit der Rückführ und der Kredite bzw. der Kosten schon schwierig. Güter auf die Bahn ... bitte einfach nur zu Ende denken. Mit dem Hinweis Streckennetz (Ausbau wird oft durch die Grünen verhindert), Kosten, und Personenzugverkehr immer Vorrang vor Güterverkehr. Fahrtzeit von Hamburg nach München ein Abenteuer. Infrastruktur Ladetechnik in Innenstädten einfach zu Ende denken. 6 Familienhaus abends ab 16 Uhr wird schwierig. Die Politik schafft noch nicht einmal den Glasfaserausbau. In Summe sind diese ganzen Forderungen reine Polemik. Im Übrige: Wo soll der Strom her kommen. Die Bürger werden vera..., teilweise EEG-Umlage von noch 33 Cent. Ich könnte noch weiter schreiben ... muss aber noch arbeiten ... um in der Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bleiben ... Leute, Leute ... lade jeden Grünen zu mir ein. Bitte melden ... wird eine Bildungsfahrt ...


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.