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GDV-Bilanz zu Bernd: "Prävention und Klimafolgenanpassung ernst nehmen"

Bereits dieser Kartenausschnitt aus dem vergangenen Jahr zeigt, wie viele Orte von der "Ahrtal-Flut" betroffen waren. Knapp drei Viertel der versicherten Schäden wurden bislang reguliert, der Wiederaufbau wird dagegen noch lange andauern. Die bisherigen Präventionsmaßnahmen erscheinen Experten und Versicherern als deutlich zu gering.
© Foto: Bildschirm-Archivbild Presse + PR Pfauntsch v. 25.11.2021

Ein Jahr nach der scha­den­reichs­ten Natur­ka­ta­stro­phe in Deutsch­land haben die deutschen Ver­si­che­rer jetzt eine aus ihrer Sicht positive Bilanz zur Scha­den­re­gu­lie­rung gezogen.

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Exakt zwölf Monate nach der verheerenden Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen konnten die deutschen Versicherer nach eigenem Bekunden und "trotz vieler Verzögerungen im Wiederaufbau knapp drei Viertel aller Versicherungsfälle abschließen". Für Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), ist das eine "positive Bilanz", doch jetzt hänge die Regulierung auch am Tempo des Wiederaufbaus.

Insgesamt haben die Versicherer, wie Asmussen weiter sagte, bereits 5 Milliarden Euro der 8,5 Milliarden Euro Gesamtschaden ausgezahlt. "In den noch offenen Fällen haben Versicherte vielfach große Teile des Schadens bereits ersetzt bekommen." Und so gut wie jeder Hausbesitzer, der versichert war, habe "schnell Geld von seiner Versicherung erhalten".

40.000 beschädigte Kfz und über 200.000 Schäden insgesamt

In Summe verzeichneten die Versicherer 213.000 Schadenfälle, davon 40.000 beschädigte Kfz, 54.000 Versicherungsfälle in der Hausratversicherung, 91.000 beschädigte Wohngebäude und 28.000 Firmen, die durch die starken Regenfälle ab dem 14. Juli Sachschäden und Betriebsunterbrechungen meldeten. In den Katastrophengebieten mussten über 2.000 Einfamilienhäuser mit versicherten Schäden jenseits der 100.000 Euro wieder in Stand gesetzt werden. Im Kreis Ahrweiler lag der Durchschnittsschaden bei 210.000 Euro pro Wohngebäude. Das ist der höchste jemals gemessene Schadendurchschnitt bei Wohngebäuden. Im Kreis Euskirchen war jedes vierte Haus beschädigt.

Rund 18.500 Hilfskräfte und Gutachter im Einsatz

"Die Hochwasserkatastrophe war auch für uns Versicherer eine enorme Herausforderung", sagte Sabine Krummenerl, Vorsitzende des GDV-Ausschusses Privatkunden. "Wir hatten gleich in den ersten Wochen aus ganz Deutschland 16.000 interne und rund 2.500 externe Kräfte wie Gutachter im Einsatz und konnten so schnell helfen: finanziell, psychologisch und praktisch. Die Hochwasserkatastrophe hat für besonders viele, besonders teure und besonders komplexe Schäden gesorgt."

In jedem vierten Versicherungsfall dauern der Wiederaufbau und Instandsetzung jedoch noch an. In den noch offenen Fällen stehen Instandsetzungen und damit Zahlungen von 3,5 Milliarden Euro aus. "Es fehlt häufig Material, es fehlen noch immer Handwerker", sagte Krummenerl.

Konsequenzen für die Zukunft

Als Konsequenz der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen forderten die Versicherer größere Anstrengungen zur Schadenvermeidung: "Eine Pflichtversicherung allein verhindert keinen Schaden. Wenn wir Prävention und Klimafolgenanpassung vernachlässigen, wird der Klimawandel eine Spirale aus steigenden Schäden und steigenden Prämien in Gang setzen", sagte in diesem Zusammenhang GDV-HGF Asmussen.

Deshalb haben die Versicherer schon im Oktober des vergangenen Jahres ein Gesamtkonzept vorgestellt, dass neben einer Ergänzung aller Gebäudeversicherungsverträge mit der sogenannten Elementarschadenversicherung Neubauverbote in hochwassergefährdeten Lagen, bessere bauliche Anpassungen und weniger Versiegelung vorschlägt (wir berichteten). Manchmal reiche es schon, wenn Gebäude nicht ebenerdig, sondern auf einem kleinen Sockel gebaut werden, so Asmussen. Den Menschen sei nur langfristig geholfen, wenn Prävention konsequent mitgedacht werde. (wkp)

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