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Traton geht vorerst nicht an die Börse

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Traton geht vorerst nicht an die Börse
2018 hatte Traton den Umsatz um sechs Prozent auf 25,9 Milliarden Euro gesteigert.
© Foto: Volkswagen AG

Mit einem Börsengang der Truck-Sparte wollte VW Geld einnehmen, um sich im Wettbewerb zu rüsten. Daran hält der Autobauer fest - nur ist nun der Zeitpunkt fraglich.

Der Volkswagen-Konzern hat den angepeilten Börsengang seiner Lkw- und Bustochter Traton überraschend auf Eis gelegt. "Wir bedauern, wegen des aktuell schwachen Marktumfeldes von einem Börsengang der Traton SE Abstand nehmen zu müssen", sagte VW-Finanzchef Frank Witter am Mittwoch. "Der Vorstand strebt unverändert einen Börsengang bei einem besseren Marktumfeld an." Die Strategie, die Truck-Tochter mit ihren Marken MAN, Scania und der brasilianischen VW-Nutzfahrzeugtochter zu einem weltweiten Champion in der Branche zu machen, sei weiter das gemeinsame Ziel von Volkswagen und Traton, so Witter.

Volkswagen wollte mit einem Börsengang Geld ins Unternehmen holen, um unter anderem Traton im Wettbewerb mit Rivalen wie dem weltweiten Nutzfahrzeugprimus Daimler zu stärken. In Medienberichten war zuletzt von einem Anteilsverkauf von rund einem Viertel die Rede gewesen, was Volkswagen rund sechs Milliarden Euro in die Kasse hätte spülen können.

Noch am Dienstag hatte VW-Konzernchef Herbert Diess gesagt, über einen möglichen Börsengang wolle das Unternehmen in absehbarer Zeit entscheiden und die Marktlage "in den nächsten Tagen" bewerten. Angesichts der aktuellen Flaute in der Autoindustrie und der niedrigen Aktienkurse in der Branche wecken Anteilsverkäufe bei Anlegern oft Fantasie auf höhere Unternehmensbewertungen an der Börse.

Mischkongolomerate sind bei Anlegern unbeliebt, da diese gerne gezielt in bestimmte Aktienmarktsegmente investieren. Daher werden Mischkonzerne oft mit Bewertungsabschlägen an der Börse gehandelt. Unter anderem prüft auch der Daimler-Konzern, ob im Zuge des Umbaus zur Holdingstruktur nicht ein Börsengang der Nutzfahrzeuggeschäfte eine Option sein könnte. In den vergangenen Monaten hatten die Stuttgarter die Erwartungen aber eher gedämpft.

Nutzfahrzeugmarkt boomt weltweit

Eigentlich haben Lkw-Hersteller gerade Hochkonjunktur, weil viele große Nutzfahrzeugmärkte rund um die Welt brummen und auch Problemregionen wieder Fuß fassten. Allerdings war die Stimmung an den Börsen in den vergangenen Monaten sehr wechselhaft. Das erhöht das Risiko, nicht genug bei einem Börsengang zu erlösen. Die Nutzfahrzeugbranche ist stark konjunkturanfällig - mit den düsteren Aussichten in der Weltwirtschaft könnten sich in den kommenden Quartalen auch die Branchenaussichten wieder eintrüben.

2018 hatte Traton den Umsatz um sechs Prozent auf 25,9 Milliarden Euro gesteigert. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis kletterte um 13 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. In diesem Jahr peilt Traton einen leichten Umsatzanstieg sowie eine operative Umsatzrendite von 6,5 bis 7,5 Prozent nach 6,4 Prozent im Vorjahr. (dpa)

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