Immer mehr Autos müssen zur Nachbesserung in die Werkstatt. Nach Zahlen des ADAC hat sich die Zahl der Rückrufe in den vergangenen Jahren deutlich erhöht: Waren es 2010 noch 185 einzelne Fälle, registrierte der Automobilclub 2025 insgesamt 532 Aktionen. Die meisten einzelnen Aktionen gab es im vergangenen Jahr mit 45 bei Mercedes-Benz. Die meisten Fahrzeuge betraf ein Rückruf von BMW: Rund 136.000 Autos mussten wegen eines Fehlers am Anlasser in die Werkstatt.
Ein Plus von 48 Prozent
Insgesamt ist die Zahl der betroffenen Fahrzeuge zuletzt kräftig gestiegen. 2024 zählte der ADAC insgesamt 2,84 Millionen Autos, bei denen nachgebessert werden musste. Das entspricht einem Plus von 48 Prozent gegenüber 2023. Als Gründe für die Entwicklung sehen die Experten mehrere Faktoren. So seien Fahrzeugbestand und Modellvielfalt in den vergangenen Jahren gewachsen, zudem habe sich die Herstellerlandschaft verändert – mit mehr Marken und Baureihen, insbesondere aus Asien. Hinzu komme die zunehmende technische Komplexität in den Fahrzeugen, die das Fehlerpotenzial erhöhe. Gleichzeitig hätten sich Entwicklungszyklen verkürzt. Teils lägen zwischen zwei Modellgenerationen nur noch etwa fünf Jahre.
Dieselgate und Takata-Airbags
Einzelne Großaktionen treiben die Statistik zusätzlich nach oben. Beispiele sind der Dieselskandal und die Takata-Airbags, durch die in Deutschland jeweils mehrere Millionen Fahrzeuge zurückgerufen wurden. Positiv bewertet der ADAC, dass Hersteller heute offener mit Rückrufen umgingen und auch kleinere Mängel ab Werk korrigierten. Rückrufe seien vor allem eine Maßnahme der Qualitätssicherung, die Verkehrsteilnehmer schütze und Fahrzeughalter vor Wertverlust bewahre. Der Club empfiehlt deshalb, Rückrufaufforderungen grundsätzlich wahrzunehmen.