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HB ohne Filter: Diesel-Malaise, DUH, Digitaler Aftersale, Jürgen Wirtz

Prof. Hannes Brachat
AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat
© Foto: Erwin Fleischmann/AUTOHAUS

Heute: Tabula rasa in der Diesel-Malaise? +++ Toyota steigt bei der DUH aus +++ Volldigitaler Aftersale - Online-Terminbuchung per Alexa +++ Zum Tode von Dr. Jürgen Wirtz

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Datum:
11.05.2018

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Heute: Tabula rasa in der Diesel-Malaise? +++ Toyota steigt bei der DUH aus +++ Volldigitaler Aftersale - Online-Terminbuchung per Alexa +++ Zum Tode von Dr. Jürgen Wirtz

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Tabula rasa in der Diesel-Malaise?

Wer die Leistungsdaten des VW-Konzerns für 2017 vor sich sieht, die Konzernchef Dr. Herbert Diess am 3. Mai 2018 auf der Hauptversammlung in Berlin vorlegte, könnte den Eindruck gewinnen, dass den meisten Autofahrern im Lande das "Wolfsburger Dieselgift" egal ist. Siehe Abbildung.

Wer das Titelbild von BILD vom 5. Mai in den Händen hält, erfährt, dass Ex-Konzernchef Martin Winterkorn in Amerika verklagt wird und ihm dort 25 Jahre Haft drohen. BILD lesen in Deutschland am Tag vier Millionen Menschen. Wie wirkt das auf sie? Aktuell stoppt Audi die Auslieferung von weltweit 60.000 Autos. In einem Händlerschreiben spricht Audi von einer "erforderlichen Anpassung bestimmter Emissionsstrategien". So kann man manipulierte Motorsteuerungen auch umschreiben. Wie lange Audi-Chef Stadler noch den Mr. Saubermann spielen kann, wo er doch nach eigenem Bekunden "höchstes Interesse an einer rückhaltlosen Aufklärung" hat? Und der neue VW-Konzernchef und damit Aufsichtsratsvorsitzende von Audi, Herbert Diess verstieg sich zu der Aussage: "Volkswagen muss ehrlicher, offener, wahrhaftiger, in einem Wort: anständiger werden!" Vielleicht beantwortet er ja nun künftig Briefe des VW-Händlerverbandes. Lasst endlich Taten sehen. Zum 1. November soll nun endlich die Möglichkeit einer "Musterfeststellungsklage" per Gesetz gegeben sein. Das ist gerade noch rechtzeitig für die Ansprüche zahlreicher VW-Kunden, bevor sie verjähren. VW muss, sollte sich konsequent von diversen Personen trennen und sich mit den Klägern vergleichen. Ansonsten wird der Diesel-Betrug ein ewiger Skandal bleiben und noch über Jahre Negativwirkung zeigen.

Am 3. September 2018 soll vor dem Oberlandesgericht Braunschweig der erste Prozess gegen Volkswagen beginnen. Drei Jahre nach Bekanntwerden der Dieselbetrügereien. Amerika hat schon zwei Klagen hinter sich, da liegt in Deutschland immer noch keine Anklage vor. Wo bleibt die Schadenersatzklage des Konzerns gegen Herrn Winterkorn? Peinlich, dass ein Konzern seit 2006 systematisch lügt und der Oberste davon nichts wusste. Offensichtlich lässt der Aufsichtsrat, die Gewerkschaften, die niedersächsische Landespolitik die Großen im Konzern laufen. Warum? Würde man die Großen verklagen, erhielten die Aktionäre für ihre separate Klage wegen hoher Kursverluste eine Steilvorlage. Aktionäre stehen mit einer Schadenersatzklage von zehn Milliarden Euro vor Wolfsburg. Außerdem stehen noch zahlreiche Diesel-Klagen von Kunden aus. Auch diverse Logistiker werden klagen. Die amerikanischen VW-Händler erhielten 1,3 Milliarden Dollar Schadenersatz. Wann kommt die Forderung der deutschen VW-Händler auf den Tisch? Es geht allen, erst recht den Haupteignerfamilien Porsche-Piech, ums Geld. VW könnte pleite gehen. Man will also um jeden Preis weitere Milliardenzahlungen verhindern. Dazu beschäftigt man eine Armada von Anwälten, um der Staatsanwaltschaft Ermittlungsfehler nachzuweisen.

© Foto: Hannes Brachat

VW Leistungsdaten

BILD-Titel für Martin Winterkorn

Toyota steigt bei der DUH aus

Die DUH, deutschlandweit bekannt durch die Klage beim Bundesverwaltungsgericht Leipzig um das Thema Fahrverbot in Städten, in der Branche bekannter als abzockender Abmahnverein, kommt mehr und mehr auf die politische Agenda. Seit bekannt wurde, dass die DUH von unterschiedlichen Ministerien für diverse Projekte, Beratungen und Kampagnen mehr als fünf Millionen Euro erhält, beschäftigt sich nicht nur der Bund der Steuerzahler, sondern auch andere Institutionen mit diesen bezahlten Vorgängen. Das wahre Wirken des 274 Mitglieder-Vereins gerät endlich in den politischen Betrachtungsfokus. Wie AUTOHAUS aus zuverlässigen Quellen erfuhr, hat Toyota nun seine künftigen Zahlungen an die DUH in Höhe von jährlich 50.000 Euro  eingestellt. Dazu haben mental im Hintergrund einige Toyota-Händler beigetragen. Gut so!

Volldigitaler Aftersale - Online-Terminbuchung per Alexa

Fahrzeug-Werke Lueg, Bochum feiert dieses Jahr sein 150-jähriges Firmenjubiläum. In der Tat, LUEG hat ursächlich in Eigenregie Fahrzeuge gebaut. Ob Lueg oder Beresa aktuell der größte MB-Vertreter Deutschlands ist, sei relativ vermerkt. Es war Bernhard Wirtz, der frühere LUEG-Geschäftsführer, der mir 1979 Dimensionen eröffnete. 110 Mechaniker in einer Werkstatt! Über 350 Werkstattdurchgänge pro Tag.

Vergangene Woche zeigte mir André Kartzig, Leiter Kundendienst vor Ort in Bochum, wie das digitale Service-Konzept im Haus Lueg gestaltet wird. Darüber wird separat in AUTOHAUS zu berichten sein. Jörg Gudat, der CEO von Gudat Solution, führte mir in Folge praktisch vor, wie man im Hause Lueg mit Alexa, dem Amazon-Sprachassistenten für den Service Termine buchen kann. Testen sie selber einen Extrakt daraus unter: http://www.fragdeinewerkstatt.de/ Darüber hinaus finden sie das Alexa-Video auch auf YouTube: https://youtu.be/ksRcOCO_Fwg. Einfach "fragdeinewerkstatt" eingeben. Gudat Solutions gehört heute zum renommierten "Werkstattausrüster" MAHA. Geräte sind das eine, ihre wirkungsvolle Umsetzung in die Serviceprozesse das andere.

Jörg Gudat bei der Präsentation mit Alexa.

Zum Tode von Dr. Jürgen Wirtz

Es gibt in der Branche Familien, die verbandspolitisch über Generationen tiefe Verankerung haben. Paul Wirtz, Koblenz, war stellvertretender Bundesinnungsmeister und Landes-Innungsmeister in Rheinland/Hessen-Nassau. Seine Söhne, Bernhard Wirtz und Dr. Jürgen Wirtz, setzten das Engagement verbandspolitisch fort. Dr. Jürgen Wirtz als VDOH-Präsident. Bernhard Wirtz, langjähriger Geschäftsführer der Fahrzeugwerke Lueg, Bochum saß im ZDK-Vorstand und leitete den "Betriebswirtschaftlichen Ausschuss".

Dr. Jürgen Wirtz verstarb am 9. April 2018 im Alter von 77 Jahren. Die Anzeige in der FAZ dazu war am 7.5.2018 zu lesen. Den Opel-Händlern ist seine Zeit als VDOH-Präsident bekannt. Ich hatte über all die Jahre einen sehr guten Kontakt zu ihm und konnte mich mit ihm über viele Themen austauschen. Markant war zu seiner Zeit der Mehrmarkenhandel. Sein unrühmlicher Abgang hatte sicher mehrere Ursachen. Es sei aber sehr wohl verbandspolitisch auf den Gesamtkonnex der Familie verwiesen. Der Vater quasi ZDK-Vizepräsident, die Söhne aktiv an erster Stelle in der Verbandsszenerie verankert. Und bitte, die Tochter von Bernhard Wirtz, Christiane Wirtz, sprich, die dritte Generation, war über Jahre stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung und wirkt heute als Staatssekretärin im Bundesjustizministerium. Ich möchte Dr. Jürgen Wirtz für die persönlichen Begegnungen und die unvergessenen Gespräche "im Hintergrund" herzlich danken. Ich habe sehr wohl in Erinnerung, welche Auswirkung es hatte, als er eine Alfa Romeo-Vertretung übernahm. Manch ein Sohn übernahm in der Unternehmensnachfolge eine Aufgabe, die mehr soziale Züge hatte als innerer Neigung entsprach. Das ist heute ohne Frage viel besser als in früheren Zeiten. Früher war es selbstredend, wenn die Eltern riefen. Die heutige Generation wählt aus und lehnt gegebenenfalls die Unternehmensnachfolge ab. Schließlich geht es für jeden Menschen um ein erfülltes Leben. Wie werde und wie bleibe ich ein zufriedener Mensch?

Spruch der Woche:

“Die US-Justiz verfolgt die Abgasbetrügereien bis in die höchste Chefetage. Hier kommen die Konzernbosse mit Softwareupdates davon.“
Cem Özdemir, Vors. des Verkehrsausschusses des Bundestags

Mit meinen besten Grüßen und Wünschen

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS

www.brachat.de

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KOMMENTARE


Erwin Tischler

11.05.2018 - 18:32 Uhr

zum Thema "Entschädigung der Kunden und Händler von VW"....VW ist nicht gefährdet. Nicht alles muss in bar bezahlt werden. Vielleicht kommen ja die Familien Porsche und Piech von selbst auf die Idee, dass sie Händler und Kunden auch in Aktien entschädigen könnten?Wer liquide ist, behält sie. Wer nicht, verkauft sie und gleicht damit seinen Schaden aus, wie Wertverluste, Nachrüstkosten, Neuanschaffungen oder Restwert-Risiken, Standzeiten, Verluste....


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