-- Anzeige --

HB ohne Filter: ZDK und Verkehrspolitik +++ Nachhaltigkeit im Autohaus +++ Abschied

© Foto: Prof. Hannes Brachat/AUTOHAUS

Unabhängig, scharfsinnig, auf den Punkt: der aktuelle Wochenkommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat!

präsentiert von



Datum:
01.07.2022
Lesezeit: 
10 min

1 Kommentare

jetzt mitdiskutieren



-- Anzeige --

ZDK und Verkehrspolitik +++ Nachhaltigkeit im Autohaus +++ 30 Jahre Hochschule Geislingen - Abschied +++ Aktuelle "Stern"-Jugendstudie

Steigen Sie ein in die Diskussion! Am Ende des Beitrags finden Sie den Button "Kommentare". Klicken Sie darauf und kommentieren Sie Prof. Brachats Standpunkte.

______________________________________________________________________________________

Montag, 27. Juni 2022

ZDK und Verkehrspolitik

Beim VDIK-Sommerevent traf ZDK-Präsident Jürgen Karpinski Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing. Wissings Sicht zum Verbrennerverbot. Die Zielsetzung Klimaschutz, emissionsfreies Fahren sei richtig. Wie aber das Ziel erreicht werden soll, das soll nicht über Verbote, sondern über Technologieoffenheit herbeigeführt werden. Auch E-Fuels leisten einen wichtigen Beitrag für CO2-Reduktion. Karpinski wird sich zu einem persönlichen Gespräch mit dem Minister in Berlin treffen. Nicht in Bonn! Wissing wird auch auf der ZDK-Bundestagung sprechen, die im Rahmen der Automechanika (13. bis 17. September 2022) in Frankfurt stattfinden wird.

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski mit Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Italien, Bulgarien, Rumänien, Portugal und die Slowakei fordern in einem Positionspapier das Ende des Verbrechers auf 2040 zu verschieben. Sie verlangen ebenso dass die Hersteller E-Fuels nutzen können. Das alles zeigt, wie komplex heute international Entscheidungswege aussehen. Das war die Lage bis zum Montag, 27. Juni 22 dieser Woche.

Am Dienstagabend, 28. Juni 2022 einigten sich die EU-Umweltminister bei ihren Beratungen in Luxemburg auf das defacto Aus für den Verbrennungsmotor – und darauf ein Hintertürchen einzubauen. Das Hintertürchen: die Mitgliedstaaten fordern die europäische Kommission auf einen Vorschlag zu erarbeiten, wie 2035 Verbrenner zugelassen werden können, die mit CO2 neutralen Kraftstoff betankt werden können. Dabei geht es um synthetische Kraftstoffe. Würde die Brüsseler Behörde tatsächlich eine Ausnahme für Pkw vorschlagen, die mit E-Fuels betrieben werden, könnten auch nach 2035 noch neue Verbrenner verkauft werden. Die Frage ist, ob es tatsächlich Autos geben wird, die E-Fuels tanken, ob sie gekauft werden und ob es die entsprechenden Mengen an E-Fuels geben wird?

Höchst fragwürdig ist, dass hier Prognosen für 2030, geschweige denn 2035 getroffen werden, wo niemand der Politiker weiß, wie die Realität in den technischen Entwicklungen bis dorthin aussehen wird. Aber, sie entscheiden. Alle Projekte befinden sich in einem Versuchsstadium, und so lässt sich auch über die Preise der künftigen synthetische Kraftstoffe noch wenig verlässlich sagen. Die Grünen prognostizieren überdimensionale Liter-Preise bis zu fünf Euro. Die E-Fuels-Alliance umgekehrt spricht von 1,61-1,99 Euro pro Liter für die Beimischung. Und das schon im Jahr 2025. Auch wenn VW einseitig auf E-Mobilität setzt, so spricht VDA Präsidentin Hildegard Müller im Klartext: "E-Fuels sind wichtig, um die Klimaziele zu erreichen." Oder anders: Bundesumweltministerin Steffi Lemke weiß wirklich nicht, wie die technische Entwicklung im Jahre 2030, geschweige denn 2035 aussieht. Sie interpretiert E-Fuels als eine Scheinlösung. Ökologische Zuversicht über künftige technische Entwicklungen kann sie sich offenbar nicht vorstellen.

______________________________________________________________________________________

Dienstag, 28. Juni 2022

Nachhaltigkeit im Autohaus

Das Prinzip Nachhaltigkeit bedeutet, dass nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils wieder nachwächst, regeneriert und künftig wieder bereitgestellt werden kann. Man denke an die eigene Stromerzeugung im Autohaus, an die Brauchwasserwiederaufbereitung u.a. Wie aber werden all die einzelnen Beiträge für den Kunden zum Beispiel auf der eigenen Website eines Autohauses sichtbar?

Die Hahn-Gruppe Stuttgart erhielt beispielsweise 2021 die Auszeichnung "Deutscher Award für Nachhaltigkeitsprojekte". Die Hahn Gruppe erstellte im Hause eine Informationsplattform mit dem Namen "Hahn Next". Und "Hahn Next" ist im Hahn-Netzauftritt nicht irgendwo, sondern in den Hauptrubriken der Startseite sichtbar aufgeführt.

Internetauftritt "Hahn Next"
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Bausteine sind: Elektromobilität, Hybridtechnologie, Elektroroller (NIU, Seat MO), Kaufberater Elektromobilität, Tropos Elektrotransporter, Hahn Next Blog. Es gibt sie also, die positiven Beispiele!

______________________________________________________________________________________

Mittwoch, 29. Juni 2022

30 Jahre Hochschule Geislingen - Abschied

Es war so, ich durfte an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Geislingen 30 Jahre lang einer Tätigkeit nachgehen, die mir in ihrer Vielfalt immer sehr große Freude war. Zu meiner Abschiedsparty in der Zukunftswerkstatt 4.0 in Esslingen heute, 29. Juni 22, Peter und Paul, wurden aus verschiedenem Munde diverse Schwerpunkte meiner Hochschularbeit aufgezeigt. Mir lag daran, die letze Vorlesung an der Hochschule mit der Studentenschaft zu zelebrieren. Wilfried Wilhelm Anclam, CEO von Autoland AG, der große Hochschulmäzen, sorgte einmal mehr für großzügiges finanzielles Gelingen.

So führte uns der Bus von Geislingen zum Ursprung des Automobils, ins Mercedes-Benz-Museum nach Stuttgart, zu Karl Benz, Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach und dort auch zum ersten Auto überhaupt, dem Benz Patent-Motorwagen, 1886. Mit Diemtar Gustke hatten wir einen phänomenalen "Museums-Erklärer". Er verzauberte die Vielfalt automobiler Entwicklung jeweils in ein Gemälde und wusste daraus dialogisch Fragen abzuleiten. Wie kam es also zum Namen "Mercedes", zum Namen "Silberpfeil" etc.? Gustke zelebrierte außerdem die hohe Kunst des Designs: "Man sollte es heute nachbauen!" Vorab wurde in "Bertha's" für 83 Studentinnen und Studenten die Grundlage über ein sehr ansprechendes "Drei-Gänge-Menü" mit Espresso gelegt.

Besuch des Mercedes-Benz-Museums 
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Moderator Prof. Dr. Stefan Reindl

Prof. Dr. Stefan Reindl und Prof. Dr. Benedikt Maier fungierten über die offizielle Einladung an die Studentenschaft und Prof. Reindl nun beim Abschiedsevent als Party-Moderator. Reindl saß einst bei Brachat selber auf der Studienbank und fungierte über die letzten Jahre als sein Chef. Und so ließ Reindl anekdotisch das Kürzel "HB" farbenfroh und mit viel Humor wie ironischem Hintersinn aufleben, um auch diverse Unebenheiten nicht ausgelassen zu haben.

Prof. Dr. Stefan Reindl als Moderator der Abschiedsparty, schwäbisch "Retirement-Party" genannt.
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Santander Ehrenurkunde – Wertschätzung!

Es war mir ein großes Anliegen, dass zu meiner "letzten"Vorlesung“ Thomas Hanswillemenke, Vorstand der Mobilität von Santander kommt. Weshalb? Weil die Santander damals – 2007 - unter ihrem unvergesslichen Vorstandsvorsitzenden Andreas Finkenberg meine Stiftungsprofessur bezahlt hat und Marion Johl als Generalbevollmächtigte für mich für die vielen Jahre bei der Santander erste Ansprechpartnerin für die besonderen Hochschulanliegen war. Ich wollte der Santander an diesem Tag besonderen Dank für diese langjährige Zusammenarbeit an der Hochschule sagen. Thomas Hanswillemenke kam! Er unterbrach dafür extra seinen Urlaub auf Sylt. W.W. Anclam holte ihn dort im Flieger ab und brachte ihn abends wieder zurück. Thomas Hanswillemenke ließ in seiner Laudatio gemeinsame Stationen aufleben und überreichte mir zum Schluss eine individuell gestaltete Ehrenurkunde! Das sind dann ganz berührende Momente, die einen innerlich sehr dankbar stimmen und den unmittelbaren Sprachfluss vor Rührung holprig machen.

Thomas Hanswillemenke bei der Überreichung der Santander-Ehrenurkunde an Prof. Hannes Brachat.
© Foto: AUTOHAUS

Genialer Inszenator und Choreograf -  Wilfried Wilhelm Anclam, CEO Autoland AG

Wer die Gesamtpräsentation und den persönlichen Auftritt von Wilfried Wilhelm Anclam an diesem Abend auf sich wirken lässt, ist geplättet ob all der Details, die der Rhetorik-Meister aufgelegt und sichtbar präsentiert hat. Welch Aufwand stand dabei in der Vorbereitung dahinter?! Zuerst stellte Anclam in seinen Ausführungen den Firmenüberbau der Autoland AG vor. Prägnante Charts in den Firmenfarben "rot"! Dabei lässt einen die Gesamtentwicklung in der Zeitachse betrachtet immer wieder staunen. Auch die Umsatzrendite jenseits der zehn Prozent! Anclam zum aktuellen Geschäftsverlauf: "Die zweite Jahreshälfte wird schwer!"

Dann zeigte er von jedem seiner Vorträge, die er die letzten 15 Jahre als Gastdozent an der Hochschule gehalten hat das jeweilige Titelblatt der Präsentation auf! Bilder von all den studentischen Exkursionen, die er initiiert und komplett finanziert hat, von Berlin, Leipzig, Rostock, Lorch, Porsche-Museum und jetzt Mercedes-Benz-Museum. Dann ging er auf gemeinsame Stationen mit Hannes Brachat ein, hob dessen zweite Ebene als studierter Kirchen-Organist hervor und schaltete das Händel-Halleljua im "Organo Pleno" auf der Orgel live dazu. Das sind dann ganz besondere Gänsehauterlebnisse. Und die lügen nicht! Welch erhebendes Momentum des Events. Anclam-Inszenierung!

Jetzt entwickelte er Stück für Stück die Idee zur "Anclam – Brachat – Stiftung". Damit möchte Wilfried Wilhelm Anclam das 30-jährige Hochschulengagement von Hannes Brachat besonders würdigen. Dazu bringt der Mäzen 150.000 Euro ein. Brachat soll da die nächsten 15 Jahre mitwirken, was mit jeweils 10.000 Euro pro Jahr an der Hochschule gefördert wird. Mit dieser Stiftung traf man auf einen fassungslosen Brachat. Das sind Anclam-Dimensionen!

Wilfried Wilhelm Anclam setzte mit seiner Inszenierung gleich mehrere Schlussakkorde.
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Das sollte aber noch nicht Anclams "Schlussakkord" sein. Er widmete seinem Freund "Hannes" noch ein persönliches Geschenk. Die Skulptur "Innere Ruhe" der Berliner Künstlerin Valerie Otte mit dem Wunsche, künftig immer wieder auf dieses Ruheempfinden zu treffen. Anclam ließ dazu extra einen individuell gestalteten Tresor anfertigen. Ein Meister der Perfektion!

Den Studentinnen und Studenten brachte Anclam für jeden drei Werke mit, mit denen er den studentischen Impuls setzte, in die Welt zu schauen, nicht nur bis zum Zaun. Aktuell von Stefan Augst und Adrian Geiges "Xi Jingping", der Mächtigste Mann der Welt. Als Seelennahrung Betrachtungen von Baltasar Gracian, "Handorakel und Kunst der Weltklugheit" sowie das große Schopenhauerwerk: "Aphorismen zur Lebensweisheit". Was Einer ist. Was Einer hat. Was Einer vorstellt. Ein literarischer Genuss. Auf dem Buchtitel mit Autoland-Aufkleber individuell geziert. Es war ein perfektes Meisteropus, das der geniale Unternehmer Wilfried Wilhelm Anclam für alle zum gesetzten Anlasse inszeniert hat. Brachat dankte allen für die gemeinsame Zeit und bat die Studentenschaft, künftig viele "Impuls-Steine" in den Markttümpel zu werfen, um positive Bewegungen auszulösen.

______________________________________________________________________________________

Freitag, 1. Juli 2022

Aktuelle "Stern"-Jugendstudie

Man lasse die "Stern"-Titelseite Nr. 25 vom 15. Juni 2022 auf sich wirken! "Wir haben die Generation ICH erzogen."

Stern-Titelseite
© Foto: Stern

Das Rheingold-Institut hat 1.023 Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren befragt. Und das über die Wirkung der zweijährigen Pandemiezeit. Da gibt es wie überall in derartigen Studien solche und solche Ergebnisse. Für 48 Prozent der Jugendlichen hat sich die Pandemie auch auf das jetzige Sozialverhalten ausgewirkt. Sie sind unsicherer geworden im Umgang, und es fällt ihnen schwer auf Menschen zuzugehen. Die eine Hälfte der Jugendlichen hat sich sehr strikt an die Masken-Regeln gehalten, die andere Hälfte nicht. 80 Prozent der Jugendlichen fühlten sich von der Politik nicht beachtet. Nur neun Prozent sehen ihre Lehrerinnen und Lehrer als Vorbild. Das Vertrauen in Schule und Lehrpersonal ist stark erschüttert. Was ist den Jugendlichen wichtig?

Was Jugendlichen wichtig ist - man beachte die Positionierung in Sachen Umweltschutz!
© Foto: Stern

Homeschooling, so die weitere Aussage, gleicht einem Trainingsprogramm für eine Arbeitswelt der Vereinzelung. Ich schufte nur für mich allein. Ich investiere nur noch in mich. Alles andere ist so angreifbar geworden.

Pflichtdienst – Bundespräsident Frank-Walter Steinermeier

Da brachte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Vorschlag um die Einführung eines allgemeinen Pflichtdienstes in die Diskussion und meinte: "Es geht um die Frage, ob es unserem Land nicht gut tun würde, wenn sich Frauen und Männer für einen gewissen Zeitraum in den Dienst der Gesellschaft stellen." Man registriere, welche Art von Politiker und Gruppen diesen Vorschlag gleich kategorisch ablehnt. Derzeit leisten rund 100.000 Menschen Jugend- und Bundesfreiwilligendienste. Monatsgage bis zu 423 Euro. Ihnen gehörte zumindest der Mindestlohn bezahlt. Als ich 1968 die eineinhalbjährige Wehrpflicht antrat, betrug der Wehrsold fünf DM pro Tag. Nach den ersten sechs Monaten wurde er auf 7,50 DM angehoben. Bitte, Essen und Teetrinken nebst Schlafen frei! Es hat doch tiefe gesellschaftliche Gründe, dass alle Vereine, die Parteien, die Gewerkschaften, die Kirchen massive Nachwuchsprobleme haben. Ursache: Die Ich-Gesellschaft!

______________________________________________________________________________________

Spruch der Woche

"Gut, dass die gewählten Repräsentanten der G7-Länder zusammenstehen. Eine nicht vernetzte Welt ist gefährlicher als eine vernetzte. Die Sorge um die Weltwirtschaft und den Weltfrieden wird uns weiter in ihrer komplexen Vielfalt beschäftigen."

Mit meinen besten Grüßen und Wünschen

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de


Der nächste HB ohne Filter erscheint am 8. Juli 2022!

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


Michael A. Bitzer

04.07.2022 - 09:42 Uhr

Der Verschreiber: "das Ende des Verbrechers auf 2040 verschieben" lässt da "Freud" grüßen? oder ist das ein "Brechtscher Verfremdungseffekt"?????? ich bin jedenfalls verwirrt


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


ANMELDUNG ZUM SMS-NEWSLETTER

Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.