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Alfa Romeo Giulia und Stelvio Quadrifoglio: Glücksgefühle im Zeichen des Kleeblatts

Im Frühjahr erfolgte für Giulia und Stelvio ein sensibles Facelift, das nun auch die Jubilare mit dem Kleeblatt erhalten.
© Foto: Alfa Romeo_Stellantis

Zum hundertsten Geburtstag des Quadrifoglio (vierblättriges Kleeblatt) fährt Alfa Romeo mit der Giulia und dem Stelvio in den Grenzbereich der Glückseligkeit. Ein emotionaler Schlussspurt.


Datum:
13.07.2023
Autor:
Tomas Hirschberger/SP-X
Lesezeit:
5 min
1 Kommentare

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Glück ist ein Begriff, der momentane, aber auch anhaltende positive Empfindungen einschließt. Alfa Romeo setzt auf dieses Glücksgefühl nun schon seit einhundert Jahren. Eine emotionale Geschichte von Tempo und Temperament, Tränen und Triumphen. 1923 klebten die Italiener erstmals ein vierblättriges Kleeblatt als Glücksbringer auf einen ihrer Rennwagen. Und dann immer wieder. Bis heute. Im Laufe der langen und wechselhaften Historie brachte das Quadrifoglio der Traditionsmarke - mal mehr, mal weniger - Glück.

Für die Fans gehört das Kleeblatt zu Alfa, wie Romeo zu Julia. Angefangen hat alles am 15. April 1923, als Ugo Sivocci am Steuer eines Alfa Romeo RLS vor Teamkollege Antonio Ascari das Straßenrennen Targa Florio auf Sizilien gewann. 1950 und 1951 holten Piloten im Zeichen des vierblättrigen Kleeblatts die Formel 1-Weltmeisterschaft bis der Glücksbringer 1963 erstmals auf einem Serienfahrzeug landete - einer ursprünglich für den Motorsport konzipierten und in kleinen Stückzahlen gebauten Giulia TI Super.

Zu Ende erzählt ist die Quadrifoglio-Story damit noch lange nicht. Auch, wenn Alfa Romeo ab 2027 endgültig und komplett ins elektrische Zeitalter überwechselt, werden die Modelle mit dem Kleeblatt weiterhin die sportliche Speerspitze der italienischen Herzensmarke definieren.

Bis dahin erfolgt ein emotionaler Schlussakkord mit sportlichen Grüßen aus der guten alten Verbrennerwelt. Zum runden Geburtstag gibt es für die Hardcore-Anhänger der Marke noch einmal Glückskekse auf Rädern. Den Anfang machten vor drei Monaten pünktlich zum Jubiläum zwei exklusive, jeweils auf 100 Stück limitierte Sondereditionen von Giulia und Stelvio. Unter dem Künstlernamen "Quadrifoglio 100° Anniversario" fuhren die beiden kurz ins Rampenlicht - um nur Stunden nach der Ankündigung in den Sammler-Garagen der Treuesten unten den treuen Kunden wieder zu verschwinden.


Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio und Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio

Alfa Romeo_Stellantis Bildergalerie

Ab 92.000 Euro und 101.000 Euro

Wer leer ausgegangen ist, muss sich nicht grämen. Denn bis auf ein paar Stickereien im Innenraum und wertsteigernde Etiketten gibt es die beiden Originale aus der alten Alfa-Welt - sprich aus der Vor-Stellantis-Zeit - jetzt auch als normale Serienmodelle in unbegrenzter Stückzahl. Der Kurs für die im Werk Cassino gebauten Heißblüter ist sportlich. Die Giulia Quadrifoglio kostet mindestens 92.000 Euro, der frisch frisierte Stelvio startet ab 101.000 Euro.

So ganz taufrisch ist das sportive Doppel freilich nicht mehr. Schon seit 2016 bringt die Giulia das Alfisti-Blut in Wallung, der erste Alfa-SUV Stelvio kam 2017. Komplett neue Nachfolger sollen 2024 folgen, dann auf einer Stellantis-Plattform, die hybridisierte Verbrenner ebenso ermöglicht wie reine Elektroantriebe.  

Beide Kollegen befinden sich also im Herbst ihrer Karriere, wurden aber kürzlich behutsam in Frischhaltefolie gepackt. Im Frühjahr erfolgte für Giulia und Stelvio ein sensibles Facelift, das nun auch die Jubilare mit dem Kleeblatt erhalten. Maßgeblich zu erkennen an den neuen Scheinwerfern mit drei Elementen, der Tonale war hier leuchtendes Vorbild. Voll-LED-Matrix-Licht ist nun serienmäßig. Hinten zeigen Giulia und Stelvio moderner gezeichnete Rückleuchten. Rundum gibt es jede Menge Sicht-Karbon an Außenspiegeln und Kühlergrill, die schwarzen Felgen im typischen Telefonwählscheiben-Design fahren ebenfalls immer mit. Die Giulia trägt das üppige Schuhwerk im 19 Zoll-Format, der Stelvio rollt auf 21 Zoll-Felgen.

Leichte Materialien

Für das Leben in Saus und Braus wurden vorwiegend leichte Materialien verwendet. So sind Motorhauben, Spoiler, Seitenschürzen sowie Kardanwellen aus Kohlefaser gefertigt. Die heiße Giulia erhält zudem einen aktiven Frontsplitter aus dem leichten Verbundstoff, der Abrieb und Bodenhaftung der Vorderachse bei hohem Tempo optimiert. Für den bösen Sound sorgen schließlich vier megafette Rohre vom Chef-Trompeter Akrapovic, der in der Welt der Sportauspuff-Anlagen einen klangvollen Namen hat. Innen begleiten die Sportskanonen hochwertig ausschauender Karbonschmuck sowie speziell auf den engagierten Einsatz abgestimmte und individuell einstellbaren Grafiken. So lassen sich zum Beispiel im Layout "Race" die optimalen Schaltpunkte bei manuellen Gangwechseln darstellen.

Zum furiosen Schlussspurt wurde auch die Leistung der 2,9-Liter-V6-Biturbos noch einmal leicht erhöht. Und zwar auf 382 kW/520 PS - immerhin 7 kW / 10 PS mehr als bisher. Ein mechanisches, selbstsperrendes Differential an der Hinterachse soll zudem die Traktion beim Beschleunigen verbessern sowie die Agilität in schnell gefahrenen Kurven. Bei der Abstimmung habe man auf die Erfahrungen der noch einmal 20 PS stärkeren GTA-Versionen zurückgegriffen, betont man bei Alfa.

Hinterm Steuer und bei voller Fahrt glaubt man das blind. Erste Runden auf dem legendären Autodrome von Montlhéry südlich von Paris zeigen, dass die Alfa-Truppe nichts von ihrem Talent eingebüßt hat, schnelle Autos noch schneller zu machen und sie perfekt auf das Leben im Grenzbereich einzustimmen. Das gilt für die mit exzellenter Bodenhaftung gesegnete Giulia mehr noch als für den Hochsitz Stelvio, der trotz Leichtbau einige zusätzliche Pfunde über die Piste schleppen muss. Gerade in schnellen Kurven spürt man das Kampfgewicht von fast zwei Tonnen Kilogramm, die der Stelvio versucht, über die Vorderräder abzuwälzen. Der Performance-SUV fühlt sich in seiner Rolle als sportiver Entertainer nicht ganz so wohl wie die Giulia, die spielerisch tänzelnd den Kurs souverän umrundet und an grauen Tagen Wolken verschwinden lässt. Wer will und den Mut dazu hat, beschleunigt die flotte Braut in 3,9 Sekunden auf Tempo 100 und schafft unglaubliche 308 km/h. Bruder Stelvio tritt dank Allradantrieb noch vehementer an und stemmt seinen muskulösen Körper bis 285 km/h gegen den Wind.

Ein sonniges Gemüt zaubern beide ins Gesicht. Jeder auf seine Art. Dämpfer und Federn lassen sich perfekt dem Kurs und dem Vermögen des Piloten anpassen. Profis geben dem Kleeblatt-Duo freien Lauf, indem sie die Leistungssportler von allen elektronischen Fesseln entbinden. Was dann an Querbeschleunigung und qualmenden Drifts möglich ist, fällt eigentlich unter den Jugendschutz und dürfte nur unter Eingabe des korrekten Codes abgerufen werden. Will sagen: Altersschwach sind diese Jubilare noch lange nicht. Sie verkörpern die klanggewaltige Antithese zu allem, was demnächst auf uns zukommt. Rasse und Emotionen, Lautstärke und Unvernunft. Doch überhöhen wollen wir diese Spezies einer aussterbenden Gattung auch nicht. Vernichten sie doch zur Befriedigung niederer Instinkte unmoralische Mengen an hochoktanigen fossilen Brennstoffen. Für die einen sind sie die letzten Glücksritter vor dem bitteren Verbrenner-Ende. Für die anderen schon längst Geschichte.


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KOMMENTARE


LOTHAR KARL HUMMEL

09.01.2024 - 23:04 Uhr

Ich fahre seit 4 Jahren einen Alfa Romeo Giulia Veloce. Nach meiner Ansicht, das beste Auto, das Alfa Romeo je gebaut hat. Die Giulia ist der 7:e Alfa Romeo in meinem Besitz. Fruehere Modelle hatten alle kleinare oder grössere Mängel. Die Zukunft wird zeigen , wie gut oder schlecht die Giulia ist.


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