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Auto-Abonnements: "Ein Trend, der bleibt"

Auto-Abonnements: "Ein Trend, der bleibt"
Die Flatrate fürs Fahren wird immer beliebter
© Foto: fotohansel / stock.adobe.com / Dekra

Auto-Abonnements sind auf dem deutschen Markt weiter im Kommen. Die Flatrate-Angebote locken mit Komfort und Flexibilität, können aber auch zur Kostenfalle werden.


Datum:
18.08.2022
Autor:
Holger Holzer/SP-X
Lesezeit:
5 min
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Das Auto-Abonnement zählt zu den Gewinnern der aktuell angespannten Lage auf dem Neuwagenmarkt. Vor allem Unternehmen und Dienstwagennutzer wollen mit der Full-Service-Kurzzeitmiete die langen Lieferzeiten bei Neuwagen umgehen. Und Privatkunden testen mit E-Autos risikoarm, wie elektrisches Fahren ins eigene Leben passt. Noch ist der Subscription-Markt in der Findungsphase – und auch schwarze Schafe sind noch unterwegs.

Geringere Vertragslaufzeit

Beim Auto-Abo nutzt der Kunde für einen festen monatlichen Betrag ein Fahrzeug. Wartung, Reparaturen und Versicherung sind bereits in die Rate eingerechnet, lediglich die Kraftstoffkosten kommen noch dazu. Wichtigster Unterschied zum sogenannten Full-Service-Leasing, das einen ähnlichen Leistungsumfang bietet, ist die geringere Mindest-Vertragslaufzeit – sie beträgt üblicherweise rund sechs Monate statt der im Leasing üblichen zwei bis drei Jahre. Bei einigen Anbietern sind auch Laufzeiten von nur einem Monat möglich.

Rund 400 bis 500 Pkw-Modelle werden aktuell jeden Monat im Abo angeboten. Das Angebot wächst nur langsam, dafür kontinuierlich. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet mittelfristig aber mit einer wichtigen Rolle von Abonnements: "So wie heute die sogenannten Drei-Wege-Finanzierung mehr als zwei Drittel aller Autofinanzierungen ausmachen, wird es in einigen Jahren mit dem Abo sein", prognostiziert der Leiter des Center Automotive Research (CAR) und führt die Vorteile des Modells ins Feld. "Alle Risiken, die ein Auto mit sich bringen kann, hat man beim Auto-Abo ausgeschlossen. Und die Monatsraten können sehr attraktiv sein."

Interesse steigt

Im vergangenen Jahr haben nach CAR-Schätzungen rund 52.500 Kunden einen Abo-Vertrag geschlossen. Rund 72 Prozent der deutschen Führerscheininhaber, die in den kommenden drei Jahren ein Auto kaufen wollen, können sich einer Studie des Instituts zufolge ein Abo-Modell vorstellen. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 53 Prozent.

Die hohe Flexibilität von Abo-Modellen gibt es nicht umsonst. Aber in vielen Fällen kann sich die Buchung auch finanziell lohnen. Selbst wer schon einen großen Schadenfreiheitsrabatt erreicht hat, kann dank der Pauschal-Prämie in der Abo-Gebühr häufig billiger fahren als mit einem eigenen Auto. Vorausgesetzt, man findet ein günstiges Angebot. Dudenhöffer rechnet regelmäßig die Tarife auf den großen Plattformen nach, die Formel können Abo-Interessenten auch selbst nutzen: "Wir gehen von 15.000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr aus und legen einmalige Startkosten oder ähnliches um. Dann teilt man für diese Bedingungen die Monatsrate durch den Kaufpreis des Neuwagens." Heraus kommt eine Dezimal- beziehungsweise Prozentzahl – bleibt das Ergebnis unter 0,02 bzw. zwei Prozent, handelt es sich um ein gutes Angebot.

Drei Anbieter-Gruppen

Im Juli etwa lag ein Großteil der Angebote der großen Anbieter und Plattformen im Bereich zwischen 1,4 und 2,5 Prozent. Die Player gliedern sich grob in drei Gruppen. Das sind zunächst die Autohersteller, aktuell angeführt von Volvo ("Care by Volvo"), Seat ("Conquar") und VW, die früh in den Markt eingestiegen sind. In der zweiten Kategorie finden sich herstellerunabhängige Anbieter wie Like2drive, Finn oder der Mietwagenriese Sixt. Gruppe drei schließlich bilden Plattformanbieter wie ViveLaCar oder Faaren, die Bestandsfahrzeuge von Autohändlern an Abo-Kunden vermitteln. ViveLaCar bietet zudem gemeinsam mit Mercedes gebrauchte Fahrzeug auch für Abonnenten an.

Neben zahlreichen guten oder ordentlichen Angeboten registriert Dudenhöffer aber immer wieder auch schwarze Schafe, die Kunden mit äußerst schlechten Offerten – Abo-Faktoren von 4,5 oder 5 – Prozent ködern wollen. Zu finden sind sie vor allem bei Fahrzeugen, die nicht direkt vom Hersteller, sondern von Händlern angeboten werden. "Und das können durchaus sehr große Händler sein. Da kann man nur sagen, Finger weg", so Dudenhöffer. 

Für die Händler sind die Abo-Modelle aber auch ohne Trickserei ein interessantes Geschäft, öffnen sie doch einen zusätzlichen Vertriebskanal. Auch die Hersteller profitieren. "Was wir in Deutschland sehen ist, dass mehr als ein Drittel der E-Autokäufer über Abo-Modelle nachdenkt", erklärt Christian Middelhauve, weltweiter Vertriebschef von Mercedes Mobility. "Abo-Modelle sind ein Trend, der bleibt. Ich glaube aber auch, dass viele junge Leute, die heute ein Abo wählen würden, sich später auch noch einmal mit dem Gedanken befassen werden, ein Auto wirklich zu besitzen." Neben der Erschließung neuer Kundenkreise dürften aber auch noch weitere Punkte für die Industrie eine Rolle spielen, etwa der Verzicht auf eine teure Vertriebsstruktur.

Wahrer Profiteur soll aber der Kunde sein. Bislang ist der in der Mehrheit männlich, verfügt über eine höhere Bildung und hat Spaß an Autos. Dudenhöffer: "Wer keine Lust hat öfter in Autowerkstätten zu gehen, ein neues Auto fahren will, sich nicht um Steuer, Versicherung, Reparaturen, Gebrauchtwagenverkauf kümmern will, für den ist das Abo schon reizvoll." Als Beleg dafür verweist er auf eine CAR-Studie. Wer einmal ein Auto-Abo abgeschlossen hat, bleibt dem Nutzungsmodell treu. Rund 80 Prozent der Abo-Kunden würden beim nächsten Pkw erneut auf diese Spezialform des Full-Service-Leasings zurückgreifen, hat sie ergeben.

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