AutoBank AG: Anteil an Factoring-Tochter verkauft

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Die Wiener AutoBank AG steht vor dem Aus. Kurz vor der Abwicklung trennt sich das Institut von seiner Beteiligung an der Adesion Factoring GmbH. Dieser Schritt war seit längerem geplant.

Die kurz vor der Abwicklung stehende AutoBank AG stößt ihre Beteiligung an der Adesion Factoring GmbH mit Sitz in Schorndorf (Deutschland) ab. Käufer des Anteils von 36 Prozent ist die DORI Vermögensverwaltungs GmbH, die Managementgesellschaft der Nürnberger Leasing Gruppe. "Die AutoBank hat den Verkauf der Anteile an der Adesion Factoring GmbH vor längerer Zeit geplant, die Transaktion erfolgt daher unabhängig von einem allfälligen Beschluss zum geordneten Abbau der Bank", erklärte der Unternehmensvorstand am Montagabend in Wien.

Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen, er liegt den Angaben zufolge aber über dem Buchwert der Beteiligung bei der AutoBank. Die stillen Beteiligungen der AutoBank an der Adesion Factoring (1,86 Millionen Euro) sollen frühestens ab dem Geschäftsjahr 2022 abgeschichtet werden. Zusätzlich zum Anteilskauf will DORI eine Kapitalerhöhung bei der Adesion durchführen. Die Aufsichtsbehörden müssen beide Transaktionen noch genehmigen.

Die AutoBank kämpft bereits seit mehreren Monaten ums Überleben. Im Herbst 2020 zeichnete sich zwar noch ein Einstieg zweier strategischer Investoren ab – dieser kam aber ebenso wenig zustande wie ein Deal mit einem dritten potenziellen Geldgeber. Zu Jahresbeginn wurde schließlich bekannt, dass das Kreditinstitut sein Geschäft geordnet abwickeln will. Ende dieses Monats soll in einer außerordentlichen Hauptversammlung darüber entschieden werden.

Die AutoBank hat ihre Zentrale in Wien, daneben gibt es eine Zweigniederlassung in Oberhaching bei München. Das Kerngeschäft umfasste Kfz-Finanzierung und -Leasing, Factoring, Händlerfinanzierung sowie Tages- und Festgeld für Privatkunden. Vor zwei Jahren hatte das Unternehmen verstärkt auf die Refinanzierung von deutschen Leasinggesellschaften gesetzt. Trotzdem schrieb man deutliche Verluste. Das Geschäft in Deutschland sei nicht richtig in Schwung gekommen, erklärte ein Firmensprecher in der vergangenen Woche der österreichischen Nachrichteagentur APA. (rp)

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KOMMENTARE


Michael Bellinger

19.01.2021 - 18:47 Uhr

Der ruinöse Wettbewerb ist längst auch bei den Dienstleistern angekommen. Immer mehr Banken nutzen das Finanzierungsmodell des Autohandels um neue Kundenadressen zu generieren. Dadurch erhöht sich auch der Wettbewerb auf die spezialisierten Bankpartner ( z.B. BDK/ALD, Santander, Bank11, AKF, Creditplus etc. ) Auch wenn es mit der Autobank einen relativ kleinen Partner trifft, die Marge wird immer schmaler ( „Profit is the Name of the Game“ ). COVID-19 wird diese Entwicklung noch mehr beschleunigen.


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