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Autoland weiter auf Wachstumskurs: "Wir können Vertrieb"

Wilfried Wilhelm Anclam, CEO der Autoland AG, eröffnet in Kürze einen großen Standort in Hannover
Wilfried Wilhelm Anclam, CEO der Autoland AG, eröffnet in Kürze einen großen Standort in Hannover.
© Foto: Prof. Hannes Brachat/Autoland AG

Autoland-Chef Wilfried Wilhelm Anclam im Exklusiv-Interview über die Rekordzahlen 2023, strategisches Wachstum, erfolgreiches Recruiting und den "Baustopp" beim digitalen Autohaus.


Datum:
02.11.2023
Autor:
Prof. Hannes Brachat
Lesezeit:
5 min
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Hinter der Autoland AG steht Deutschlands größtes herstellerunabhängiges Automobilhandelsunternehmen. Aufgrund der gelebten Discount-Welt in Pricing und den einheitlichen Prozessen in den 27 Niederlassungen wird das Unternehmen in der Branche auch als "Auto-Aldi" charakterisiert. Am 11. November 2023 um 11.11 Uhr eröffnet Vorstandschef Wilfried Wilhelm Anclam in Hannover die 28. Filiale. Anclam weitet damit seine Marktaktivitäten im Westen aus. AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat sprach mit ihm in der Firmenzentrale in Leipzig-Brehna über Rekordergebnisse 2023, strategisches Wachstum, erfolgreiches Recruiting und den "Baustopp" beim digitalen Autohaus.

Die aktuelle Marktlage

AH: Wie stellt sich das Autogeschäft in der Autoland AG nach den ersten neun Monaten 2023 dar?

W. W. Anclam: Wir haben die besten Verkaufszahlen und werden unser bestes Geschäftsjahr seit Firmengründung erreichen.

AH: Ihr Credo lautet, Mobilität renditestark zu verkaufen. Wie gelingt das?

W. W. Anclam: Wie die Zahlen zeigen, gelingt es nach wie vor.

Angebotsüberhang

AH: Wie drückt sich das Überangebot an Ware für ihre 27 Standorte aus?

W. W. Anclam: Ein Überangebot an Ware haben wir und insbesondere unsere Einkaufsabteilungen noch nicht festgestellt.

Vertriebsmodell Agentur

AH: Namhafte Hersteller wählen als künftiges Geschäftsmodell den Vertrieb über die Agentur. Welche Auswirkung wird das für sie als größter freier Automobilhändler in Deutschland haben?

W. W. Anclam: Sollte mit dem Agenturmodell der Hersteller der verkäuferische Elan der vormaligen Verkaufsstandorte schwinden, so birgt das Potenziale für die Autoland AG. Wir können Vertrieb! Hersteller-Agenturen können über die Autoland AG ihre Inzahlungnahmen bestmöglich vermarkten.

Strategisches Wachstum

AH: Setzt der größte Auto-Discounter strategisch weiter auf Wachstumskurs? Ausschließlich im Osten oder auch im Westen?

W. W. Anclam: Unser Nahziel ist eine Milliarde Umsatz. Am 11. November 2023 eröffnen wir einen großen Autoland-Standort in Hannover, in der Stadt, wo fast auf den Tag genau vor 45 Jahren alles begann.

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© Foto: Autoland AG

Personalmanagement 

AH: Wie schafft AUTOLAND bei diesen Wachstumsplänen dazu die personelle Verstärkung?

W. W. Anclam: Dieses Thema war in der ersten Jahreshälfte mein Hauptanliegen. Ich habe eine Vielzahl von Maßnahmen neu eingeführt. Unter anderem das "Mitarbeiter gewinnen Mitarbeiter"-Programm mit 5.000-Euro-Prämie für Mitarbeiter und 3.000-Euro-Wechselbonus für neue Mitarbeiter, erhebliche Gehaltserhöhungen, Möglichkeiten einer 4-Tage-Woche, Top-Karriere-Chancen durch unsere Unternehmensgröße, 30 Tage Urlaub, modernes und vorbildliches Arbeitsumfeld sowie eine schlagkräftige Sondereinheit mit fünf Mitarbeitern im Personalbereich und einem entsprechendem Werbebudget für die Personalgewinnung. 

Konsequente Prozessorientierung

AH: Wie gelingt es, dass 27 Betriebsstätten im Erscheinungsbild und in den Prozessen so professionell aufgestellt sind? Dass Out- und Infit an jedem Standort sich auf gleich professionellem Level für den Kunden darstellt? 

W. W. Anclam: Hier spreche ich von gelebter Autoland-DNA. Von Anfang an stehen klare Regeln und Vorgaben für eine gelebte Kundenzufriedenheit im Vordergrund. Nichts ist wichtiger als der Kunde! Wir heißen jeden Kunden als Gast willkommen!

Die Marke Autoland

AH: Ein Wort zum Marketing. Sie legen großen Wert auf ihre Händlermarke Autoland. Wie setzen Sie das um?

W. W. Anclam: Mit jährlich sechs Millionen Euro für das Marketing und mit einem Wort: konsequent!

AH: Welche Aktivitäten setzt Autoland in Sachen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz? Sie sagen gerne "Denken, denken, denken, bis es einfach ist. 

W. W. Anclam: "Einfach" ist etwas, was KI heutzutage noch nicht leisten kann. Aber die Entwicklung birgt große Chancen. Die Digitalisierung ist es, die heute umfassend angegangen werden muss und bei uns auch so priorisiert ist. Die größten Effekte und der größte Nutzen sind hier kurzfristig erreichbar. Mittels KI werden wir in Zukunft zielgerichteter werben, Rendite weiter steigern und Mitarbeiter unterstützen.

Virtuelles Auto-Kaufhaus

AH: Wieweit sind Ihre Überlegungen mit dem digitalen Autohaus, sprich virtuelles Auto-Kaufhaus?

W. W. Anclam: In diesem Bereich haben wir einen "Baustopp" verfügt, weil andere Themen wichtiger waren. Aber es geht in Kürze markant weiter.

China-Offerten

AH: Namhafte deutsche Hersteller haben sich aus dem Kleinwagensegment verabschiedet. Da kündigen sich chinesische Marken an. Wie sehen Ihre Überlegungen dazu aus?

W. W. Anclam: Im Moment haben wir genügend Kleinwagen aller Hersteller im Angebot. Die chinesischen Marken beobachten wir. Unser Kunde entscheidet, wann das für uns bedeutsam wird.

E-Auto-Markt

AH: Welche Akzente setzen sie hinsichtlich E-Mobilität? Auch mit gebrauchten Stromern?

W. W. Anclam: Der Markt fordert derzeit eher Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge, da sind wir gut bestückt.

AH: Über welchen Kanal ist es für einen Autohändler interessant, mit Autoland zusammen zu arbeiten?

W. W. Anclam: Wenn der Autohändler uns seine Ware oder sein Autohaus verkaufen möchte.

Politischen Rahmenbedingungen

AH: Und welche Impulse würde der Autoland-CEO gerne an die deutsche Wirtschaftspolitik nach Berlin adressieren?

W. W. Anclam: Lieber Herr Prof. Brachat, nach meiner Einschätzung ist es sinnlos, eine naive und verantwortungslose Politik zu kommentieren oder gar etwas von ihr zu erwarten. Ich habe 100 Beispiele. Zuviel, um bei Ihnen hier ausreichend Platz dafür zu finden.

AH: Herzlichen Dank für das Gespräch!


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