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Autovertrieb in Europa: ICDP-Forscher fordern schnelle Netz-Anpassungen

© Foto: voyata / stock.adobe.com

Die Umstrukturierung der Händernetze in Europa geht nach Einschätzung von Experten immer noch sehr langsam voran. Um den Übergang zum Mehrkanal-Modell so effektiv wie möglich zu gestalten, halten sie engere Partnerschaften für nötig.


Datum:
11.02.2022
Autor:
Doris Plate
Lesezeit: 
4 min
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Es gilt keine Zeit zu verlieren. Das ist der Rat des International Car Distribution Programme (ICDP) an die Händlernetzentwickler. Anlässlich der Präsentation ihres Handbuchs zum Europäischen Autovertrieb (European Car Distribution Handbook ECDH) stellte das europäische Forschernetzwerk zum Autovertrieb für 2021 zwar erneut einen Rückgang der Händlerzahlen in Europa fest. Dieser ist aber weit geringer als erwartet: Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl aller Verkaufsstandorte nur um rund drei Prozent. Das ist schneller als in 2020, als der Rückgang 1,8 Prozent betrug. Angesichts der bereits 2014 prognostizierten Verringerung um 20 Prozent aber immer noch viel weniger als erwartet: Selbst für die Kernmarken (29 Marken mit stabiler Präsenz in 36 Märkten) betrug der Rückgang im Vergleich zu 2010 nur zwölf Prozent – von damals rund 54.000 auf heute 48.000.

Krisenauswirkungen abgefedert

Das ist besonders bemerkenswert angesichts des dramatischen Rückgangs der durchschnittlichen Verkaufszahlen pro Standort von 324 auf 258 im Jahr 2021. ICDP führt die geringen Auswirkungen der Pandemie und des Halbleitermangels auf die Unterstützung der nationalen Regierungen sowohl für Industrie als auch für Handel sowie auf die durch fehlende Überproduktion verbesserten Renditen zurück.

Die Forscher sind aber überzeugt, dass die Reduktion der Händlerstandorte nunmehr sehr viel schneller gehen wird. Interessant ist dabei eine Berechnung, die die Forscher im letzten Jahr angestellt haben: Wenn es ein Drittel weniger Händler gäbe, würde sich die Fahrzeit der Kunden zum nächsten Verkaufsstandort nur um wenige Minuten verlängern – durchschnittlich gesehen natürlich. "So groß ist die Überbesetzung der Händlernetze derzeit", folgert ICDP-Chef Steve Young. Und: Die Pandemie hat dafür gesorgt, dass mehr Hersteller wesentlich schneller digitale Verkaufskanäle für Neuwagen eingeführt haben.


Die 20 größten Autohändler Europas 2020 (nach Umsatz)

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Schaut man sich die von den Forschern zusammengestellte Grafik der Zu- und Abnahmen der Standorte bei den einzelnen Marken an, wird deutlich, dass es zwar durchaus Marken mit Zunahmen gibt – wie zum Beispiel MG, die neu auf den Markt kamen. Mehr Marken haben aber Standorte abgebaut, allen voran die des Stellantis-Konzerns.

Zwei Drittel bauen im Service ab

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung im Service. In 2021 hat die Zahl der Service-Betriebe im Vergleich zum Vorjahr in Europa um 1,6 Prozent abgenommen. In absoluten Zahlen sind es jetzt 93.600 Markenwerkstätten – zehn Prozent weniger als 2015 und 18 Prozent weniger als 2010. "Zwei Drittel der Marken bauen Standorte ab, darunter fast alle großen Hersteller mit hohem Absatzvolumen", sagt ICDP Deutschland-Repräsentant Pascal Wetter. Wegen des Anspruchs auf Servicevertrag laut Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) haben die Hersteller zwar nicht die absolute Kontrolle über ihr Servicenetzwerk. Der höhere Investitionsbedarf pro Standort wegen der anspruchsvolleren Standards vor allem aufgrund der Elektromobilität lässt aber doch einige Betriebe aussteigen. (...)

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Fachbeitrag "Europäische Händlernetze: Engere Zusammenarbeit erforderlich", erschienen in der AUTOHAUS-Ausgabe 3/2022. Jetzt weiterlesen auf der Wissensplattform next.autohaus.de!


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