Bezahlprozesse im Autohandel: Digital ist noch immer die Ausnahme

08.05.2026 09:15 Uhr | Lesezeit: 3 min
Visa Mobile Payment mobiles Bezahlen
Der Automotive Payment Report 2026 zeigt, dass Zahlungsmanagement im Automobilhandel zunehmend zum Engpass wird.
© Foto: Visa

Konsumenten haben sich schon lange daran gewöhnt, digital und online zu zahlen. Beim Autokauf bleibt diese Möglichkeit allerdings weiterhin die Ausnahme. Das zeigt der Automotive Payment Report 2026 der Kölner Aufinity Group, für den 174 Autohäuser und Werkstätten befragt wurden.

Beim Bezahlen müssen Autokäufer und Werkstattkunden in Deutschland oft Geduld mitbringen. Während Online-Shopping auf den großen Marktplätzen meist in Sekunden erledigt ist, hinkt der Autohandel den Erwartungen vieler Kunden hinterher. Das zeigt der aktuelle "Automotive Payment Report 2026" der Aufinity Group, für den 174 Autohäuser und Werkstätten befragt wurden.

Hohe Kundenerwartungen, analoge Abläufe

90 Prozent der Händler berichten von hohen Kundenerwartungen an eine schnelle und einfache Zahlungsabwicklung. In der Praxis sind viele Prozesse jedoch weiterhin analog organisiert. Zahlungsaufforderungen werden beim Fahrzeugkauf häufig noch persönlich übergeben oder per E‑Mail versendet.

Online‑Payments bieten nur rund 11 Prozent der Händler an. So erhalten im Servicebereich mehr als 80 Prozent der Kunden keine automatische Bestätigung über den Zahlungseingang und wissen damit oft nicht, ob ihre Rechnung beglichen wurde. Zudem bekommen 58 Prozent die Zahlungsaufforderung für Werkstattleistungen erst bei oder sogar nach der Fahrzeugabholung – ein Ablauf, der wenig Planungssicherheit bietet.

Auch beim Fahrzeugkauf selbst bleibt digitales Bezahlen die Ausnahme. Nur rund zehn Prozent der Händler bieten entsprechende Online-Payment-Optionen an. Stattdessen dominieren weiterhin klassische Wege wie Rechnung per E-Mail oder persönliche Übergabe vor Ort. Für Kunden bedeutet das nicht nur mehr Aufwand, sondern auch weniger Transparenz.

Zahlungsstatus händisch geprüft

Hintergrund sind vielfach weiterhin analoge Prozesse in den Betrieben. So prüfen 61 Prozent den Zahlungsstatus händisch, etwa durch Rücksprache mit der Buchhaltung. Entsprechend zählen offene Posten und Mahnwesen für mehr als die Hälfte der Händler zu den größten Herausforderungen. In knapp jedem fünften Betrieb entfällt sogar rund die Hälfte der Arbeitszeit im Zahlungsmanagement auf manuelle Tätigkeiten.

Immerhin: Die Branche hat den Nachholbedarf erkannt. 49 Prozent der Händler planen in den kommenden drei Jahren Investitionen in digitale Lösungen. Davon könnten am Ende vor allem die Kunden profitieren – etwa durch schnellere Abläufe, mehr Transparenz und weniger Ungewissheit beim Bezahlen.


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