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Cecra-Vizepräsidentin: "GVO hilft nicht gegen Direktvertrieb"

Laut ZDK-Geschäftsführerin und Cecra-Vizepräsidentin Antje Woltermann hilft die EU-Kommission beim Thema Internet- und Direktvertrieb nicht.
© Foto: Doris Plate

In der Diskussion um die letzte Woche bekannt gewordenen Pläne von Audi zum Internet- und Direktvertrieb müssen die Händlerverbände auf betriebswirtschaftliche Argumente zurückgreifen.

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Von Doris Plate

Direktvertrieb von Herstellern ist vielen Händlern ein Dorn im Auge. Auch Antje Woltermann, die beim deutschen Kfz-Gewerbeverband ZDK die Fachgruppe Fabrikatsvereinigungen führt und als Cecra-Vizepräsidentin auf europäischer Ebene aktiv ist, sieht die Möglichkeit von Herstellern zum Direktvertrieb sehr kritisch. "Das ist ja kein neues Thema. Die Diskussion bezüglich des Internetvertriebs hat es beispielsweise bei der Diskussion der BMW-Verträge im Jahr 2013 auch schon gegeben", teilt sie auf Anfrage von AUTOHAUS mit.

"Die geltende Vertikal-GVO hilft uns in dieser Hinsicht leider nicht weiter", bedauert die Expertin. "Auch die EU-Kommission geht seit langem davon aus, dass Direktverkäufe des Lieferanten vom Grundsatz her zulässig sind. Unmittelbar ergibt sich das bereits aus Artikel 4 b (i), der u.a. von Verkäufen handelt, die der Anbieter sich selbst vorbehalten hat." Die Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) enthält unabhängig vom jeweiligen Vertragstyp Regelungen für vertikale Bindungen und gilt grundsätzlich für Waren und Dienstleistungen aller Wirtschaftsbereiche und -stufen.

Vertreter des europäischen Kfz-Gewerbeverbandes Cecra hätten in der Vergangenheit immer wieder mit Vertretern der Generaldirektion Wettbewerb der EU-Kommission über ein Verbot des Direktvertriebs gesprochen und dabei u.a. auf die rechtlichen Regelungen in vielen Staaten der USA verwiesen. "Leider hat man uns vor etwas über einem Jahr sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass man derartige Regelungen als nicht mehr zeitgemäß erachte und damit in der EU sicherlich nicht einführen werde", so Woltermann.

Sie empfiehlt deshalb in der Diskussion mit denjenigen Herstellern, die sich weitgehende Direktvertriebsvorbehalte einräumen wollen, auf betriebswirtschaftliche Argumente zurückzugreifen.

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KOMMENTARE


Rainer

24.05.2017 - 18:39 Uhr

Natürlich ist der Direkt Vertrieb ein Dorn im Auge aller Händler, weil der Verkauf dann nicht mehr in der Hand des Händlers ist, und letztlich der Hersteller/Importeur die Provision frei festlegen kann, und auch noch jederzeit ändern kann. Wenn der Direkt Vertrieb weiter Schule macht, dann sind die Handelsbetriebe vollends zur Marionette verdammt. Andererseits muss man sich fragen, ob gemessen an den Rabattschlachten die sich besonders im deutschen Markt wiederspiegeln, eine fest vereinbarte Provision nicht das bessere Übel für den Handel ist. Insofern bin nicht der Ansicht, das wirtschaftliche Argumente den Händlerverbänden dienlich sein werden, um sich gegen den Direkt Vertrieb zu stellen. Es ist zudem extrem bedauerlich, das in der zum Teil doch sehr überregulierten EU keine Regularien zum Direktvertreib zu finden sind. Das macht den Direkt Vertrieb natürlich schmackhaft für die Hersteller und Importeure. Hier muss aber reguliert werden, damit der Handel ein faire Chance hat, und genau hier muss von den Verbänden der Hebel angesetzt werden.


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