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Debatte um Audi-Pläne: ZDK fordert verlässliche Händlerverträge

Axel Koblitz: "Händlerverträge müssen als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen berechenbar bleiben."
© Foto: ZDK

Hersteller und Importeure könnten nicht auf der einen Seite ihren Vertriebspartnern Millioneninvestitionen auferlegen und sich auf der anderen Schlupflöcher vorbehalten, warnt Axel Koblitz.

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Nach der jüngsten Aufregung um die geplanten neuen Verträge bei Audi hat sich jetzt das Deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) in die Debatte eingeschaltet. "Händlerverträge müssen als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen berechenbar bleiben. Sie dürfen nicht durch Öffnungsklauseln durchlöchert werden", warnte Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz am Dienstag in einer Verbandsmitteilung.

Vorausgegangen war ein eindringlicher Warnruf des Volkswagen und Audi Partnerverband (VAPV). Am 18. Mai kritisierte der Verband die Forderungen des Herstellers in ungewohnt scharfer Form. Der VAPV-Vorsitzende Dirk Weddigen von Knapp sprach von "massiven Eingriffen in das bisherige Kerngeschäft des Handels". Nach vorsichtigen Schätzungen würden die geplanten Vertragsänderungen bis zu 80 Prozent des aktuellen Geschäftes der Audi-Betriebe betreffen. Sie bedrohten die mittelständischen Unternehmen in ihrer Existenz.

Vor allem Fabrikatshändler hätten Anspruch auf Amortisation von Investitionen, die sie auf Druck der Hersteller und Importeure getätigt haben, sagte Koblitz. "Besonders in der Automobilbranche besteht eine sehr enge vertragliche Verbindung zwischen Hersteller und Handel, auf deren Basis Hersteller und Importeure ihre Händler nicht selten zu Investitionen in Millionenhöhe verpflichten." Diese Investitionen gründeten auf dem traditionellen Geschäftsmodell mit dem stationären Handel als Schnittstelle zum Kunden. Gleichzeitig würden neue Verträge eingeführt, die angesichts zukünftig zu vermutender Veränderungen durch Öffnungsklauseln zugunsten der Hersteller "durchlöchert würden wie ein Schweizer Käse".

Händlerverträge müssen berechenbar bleiben

"Das ist schlicht inakzeptabel", betont der ZDK-Hauptgeschäftsführer. Hersteller und Importeure könnten nicht auf der einen Seite ihren Vertriebspartnern Millioneninvestitionen auferlegen und sich auf der anderen Seite vertraglich vorbehalten, einseitig Aufgaben und Ertragsquellen an sich zu ziehen, auf die der Handel zur Amortisierung seiner Investitionen angewiesen ist. "Händlerverträge müssen eine verlässliche und berechenbare Grundlage für unternehmerische Entscheidungen sein. Sie dürfen nicht zur Wundertüte für den Handel verkommen", so Koblitz. 

Der ZDK will sich aktiv in die Diskussion einbringen. So hat auf Beschluss des ZDK-Vorstands eine neu konstituierte Arbeitsgruppe mit Vertretern verschiedener Fabrikatshändlerverbände im April die Arbeit aufgenommen. Sie beschäftigt sich unter anderem damit, wie zukünftige Geschäftsmodelle des Autohandels aussehen können und wie Händler etwa mit dem Thema Konnektivität umgehen sollten. Erste Ergebnisse sollen Mitte September auf der IAA in Frankfurt am Main vorgestellt werden. (se)

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