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Gurtadapter für Schwangere: Schlechte Crashtest-Bilanz

Schwangerengurte benötigen 30 Zentimeter mehr Gurtband, weshalb der normale Gurt weniger eng anliegen konnte und sich die Dummies beim Crash entsprechend stärker nach vorne bewegten.
© Foto: ADAC

Gurtadapter für Schwangere werden damit beworben, ungeborene Babys besser zu schützen. Bei Crashversuchen erhöhten die vermeintlichen Hilfen jedoch des Verletzungsrisiko deutlich.


Datum:
30.11.2023
Autor:
SP-X
Lesezeit:
3 min
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Seit einigen Jahren werden im Kfz-Zubehör sogenannte Gurtadapter mit dem Versprechen angeboten, bei Unfällen das Verletzungsrisiko für ungeborene Kinder zu verringern. Der Autoclub ADAC hat nun vier verschiedene Konzepte in der praktischen Nutzung und im Crashtest untersucht. Letzterer hat erschreckende Resultate geliefert.

In Hinblick auf die Anschnallversuche mit schwangeren Probandinnen gab es noch ein versöhnliches Ergebnis. Obwohl das Anschnallprozedere mehr Mühen bereitete, würden die Teilnehmerinnen diese akzeptieren, sofern sich damit das Verletzungsrisiko verringern würde.


Crashtest Gurtadapter für Schwangere

Crashtest Gurtadapter für Schwangere Bildergalerie

Adapter erhöhen Belastung für Babys

Doch Crashtests offenbarten das Gegenteil. Statt das Verletzungsrisiko zu verringern, haben die Adapter die Belastung für Babys sogar erhöht. Die vermeintliche Zusatzsicherung verschlechterte die Umschlingung und somit die Rückhaltung des Beckens, was die Belastungen von Brust, Bauch und beim Becken um bis zu 30 Prozent erhöhte. Zudem konnte keiner der getesteten Adapter den Belastungen standhalten. Haken und Schlösser aus Kunststoff und Metall zerbrachen und stellten ein zusätzliches Verletzungsrisiko dar. Schwangerengurte benötigen zudem 30 Zentimeter mehr Gurtband, weshalb der normale Gurt weniger eng anliegen konnte und sich die Dummies beim Crash entsprechend stärker nach vorne bewegten.

Der ADAC rät deshalb dringend von der Verwendung von Gurtadaptern ab. Geprüft wurden Systeme mit Metallhaken, Kunststoffhaken, Gummizug mit Druckknöpfen sowie mit Zusatzgurt. Keine der vier Varianten konnte überzeugen. Der Systemvergleich hat vielmehr gezeigt, dass der richtig angelegte herkömmliche Dreipunktgurt nicht auf den Babybauch drückt und somit beim Unfall den besseren Schutz bietet und keine Gefahr für schwangere Frauen oder das ungeborene Baby bedeutet. Schwangeren empfehlen die Experten lediglich, den Beckengurt möglichst tief unter den Bauch zu legen und außerdem Jacken auszuziehen oder zumindest an der Hüfte nicht unter dem Gurt zu legen.

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