Kfz-Gewerbe Hessen: Karpinski sieht Trendwende beim Diesel

Jürgen Karpinski: Interesse am Diesel nimmt zu.
© Foto: ZDK / LV Hessen

Nachdem das Kfz-Gewerbe in Hessen 2018 Pkw-Verkäufe verloren hatte, verlief der Start ins neue Autojahr positiv.


Datum:
01.03.2019

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Das Autojahr 2018 geht auch in die hessische Automobilgeschichte als eines der turbulentesten und wechselhaftesten ein. Diesel-Debatte, WLTP-Wirrungen, Fahrverbote, Hardware-Nachrüstung, Kaufprämien und der Restwerte-Verfall bei Diesel-Pkw bestimmten das Klima der individuellen Mobilität mit der Folge, dass in Hessen knapp 11.000 neue und gebrauchte Pkw im Jahresvergleich weniger verkauft wurden. Dennoch stieg der Gesamtumsatz um 2,1 Prozent an. Das Volumen der Autokäufe ist um 1,2 Prozent gesunken.

"Wir können weder mit der Qualität noch mit dem Volumen im Verkauf zufrieden sein, obwohl sich der Markt als robust erwiesen hat", bilanzierte Jürgen Karpinski, Präsident des Kfz-Landesverbandes Hessen, am Freitag in Wiesbaden. Besonders schmerzhaft sei für die Branche die gesunkene Umsatzrendite, die nach 1,6 Prozent im Autojahr 2017 nach vorläufigen Erhebungen nunmehr 1,2 Prozent betrage. Karpinski: "Die Verbotsdebatten und noch immer nicht geklärte Fragen um Grenzwerte und Hardware-Nachrüstung haben unsere Geschäfte stark belastet. Verbraucher und Kfz-Gewerbe sind gleichermaßen verunsichert. Der Unmut wächst!"

Hoffnung für 2019

Die Perspektive für das Autojahr 2019 in Hessen sei mit vielen Fragezeichen bestückt, die eine seriöse Prognose nahezu unmöglich machten. Der Start im Januar bei neuen und gebrauchten Pkw sei aber ermutigend. Nicht allein die Steigerung der Pkw-Neuzulassungen um 9,4 Prozent lasse hoffen, sondern vor allem das gestiegene Käuferinteresse für den Diesel, der im Januar um 6,8 Prozent zugelegt habe. Karpinski sieht eine Trendwende, die sich in Hessen besonders deutlich zeige, weil das Flächenland eine Diesel-Hochburg sei.

Bemerkenswert sei auch der Anteil der besonders schadstoffarmen Benziner und Diesel der Klasse Euro 6-Temp mit 89,6 und 76,5 Prozent. Dies seien wichtige Beiträge für die Aktualisierung der Luftreinhaltepläne, betonte Karpinski. Für das Autojahr 2019 erwarte man 375.000 Pkw-Neuzulassungen (2018: 366.000) und ein stabiles Verkaufsvolumen "um 550.000 gebrauchten Pkw".

Starker Lkw-Markt

Auch Vizepräsident Michael Kraft konnte eine positive Bilanz ziehen und hoffnungsvoll auf 2019 blicken. Der hessische Nutzfahrzeugmarkt habe seinen positiven Trend aus dem Jahr 2017 auch 2018 fortsetzen können, so Kraft. In Zahlen ausgedrückt wurden 44.487 leichte Nutzfahrzeuge mit zulässigen Gesamtgewichten von bis zu sechs Tonnen neu zugelassen. Das entspreche einer Steigerung von sieben Prozent gegenüber 2017. Bei den gebrauchten Transportern gab es 45.033 Besitzumschreibungen und damit 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei den neuen Lkw wurde laut Kraft eine hohe Steigerung von 15,8 Prozent auf 5.821 Lkw verzeichnet. Bei den gebrauchten Lkw standen 4.108 Besitzumschreibungen zu Buche, das entsprach ebenfalls einem Plus von 1,6 Prozent. Der Gesamtumsatz mit neuen und gebrauchten Lkw betrage 875,5 Millionen Euro. "Gegenüber 2017 mit 833 Millionen Euro Umsatz bedeutet das eine Umsatzsteigerung von 43 Millionen Euro und erfreulichen 5,1 Prozent", so Kraft. Für das laufende Jahr geht er insgesamt von einem stabilen oder sogar leicht steigenden Nutzfahrzeugmarkt aus. Die ersten beiden Monate 2019 seien jedenfalls "recht erfreulich" verlaufen. (dp)

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KOMMENTARE


Dieter M. Hölzel

25.02.2020 - 08:15 Uhr

Gestern Abend sprach die Grünen Kandidatin was Hamburg nun erwartet, grusselig in einem Industrie Land, aber rund 55% der Hamburger Wähler wollten das so ! Von daher verbietet sich der Standort Hamburg für die IAA ! Berlin erhält Milliarden vom Länder Finanz Ausgleich, will heißen das eine IAA in Berlin andere Länder, besonders Bayern, finanzieren. Es mag sein, dass Bayern von seiner Lage her gesehen nicht gerade in der Mitte des Landes liegt, aber alleine die Tatsache das jedes Jahr Millionen Besucher aus aller Welt das Oktoberfest besuchen, macht Bayern halt attraktiver als jedes andere Bundesland und die " bayrischen Uhren " gehen etwas anders, als in jenen Bundes Ländern ohne diesen Charm. So ist das nun mal, Laptop und Lederhose gehören zusammen. Ich darf jene Schreiberlinge auffordern, meinen Kommentar, bitte nicht zu kommentieren, wenn es nur darum geht mich verunglimpfen, oder gar nur beleidigen zu wollen. Ich habe die Welt bereist und weiß deshalb welchen Stellenwert Bayern in der Welt hat, von daher ist Bayern, bzw. München geeignet unser Image in der Welt zu verbessern, gerade was die Auto Industrie betrifft.


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