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Kfz-Zulassung in Berlin: Autohandel beklagt "extrem große Schwierigkeiten"

Nach Angaben lokaler Händler dauert es derzeit in Berlin mindestens sechs Wochen, ehe ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug angemeldet werden kann.
© Foto: picture alliance / dpa

Die Kfz-Zulassung ist eine Berliner Dauerbaustelle. Selbst nach dem Corona-Lockdown sind die Wartezeiten noch unverändert lang. Unternehmer fordern nun, dass der Regierende Bürgermeister das Problem zur Chefsache macht.


Datum:
28.07.2020
21 Kommentare

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Berlins Autohäuser laufen gegen die Zustände in den Kfz-Zulassungsstellen der Bundeshauptstadt Sturm. In einem Schreiben an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) kritisieren die Händler weiterhin "extrem große Schwierigkeiten und lange Wartezeiten" bei der Fahrzeugzulassung. Aktuell dauere es in Berlin mindestens sechs Wochen, ehe ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug angemeldet werden könne, heißt es in dem offenen Brief, der AUTOHAUS vorliegt.

Die Kfz-Zulassung in Berlin ist seit längerem ein Problem. Im vergangenen Jahr reagierte die Senatskanzlei mit Neueinstellungen und einer stärkeren Motivation der bestehenden Mitarbeiter, um die Wartezeit zu verkürzen. In der Folge soll die Berarbeitungszeit für Privatpersonen und Gewerbekunden von mehreren Wochen auf wenige Tagen gesunken sein.

Während der Corona-Pandemie verschlechterte sich die Situation erneut – und selbst nach den Lockerungen und der Wiederaufnahme der Zulassungsaktivitäten hat sich keine Besserung eingestellt, wie die Autohändler in dem Schreiben monieren. Sie sehen ihr Geschäft dadurch in ernsthafter Gefahr. "Es entstehen enorme zusätzliche Kosten und unsere Kunden haben keinerlei Verständnis, wenn sie ihr Fahrzeug bezahlt haben, aber nicht abholen können." Dadurch verspiele man das Vertrauen der Kunden.

Weiter heißt es: "Als Händler gehen wir ein hohes finanzielles Risiko ein, wenn wir Vereinbarungen mit den Herstellern nicht umsetzen können, weil die Wartezeiten bei den Zulassungsstellen dies unmöglich machen. (…) Diese vollkommen unnötigen und durch die Behörde verursachten Probleme treffen uns mitten in einer Wirtschaftskrise, die durch die Corona-Verordnungen herbeigeführt wurden. Sie trifft uns in einer Zeit, in der wir auf eine Erholung der wirtschaftlichen Lage gehofft hatten."

Bereit für Gespräche

Vor diesem Hintergrund fordern die Autohändler Müller auf, "sich der Sache anzunehmen und darauf hinzuwirken, dass die Zulassungsstellen umgehend in den Normalbetrieb zurückkehren". Gerne stehe man für einen Informationsaustausch zur Verfügung. Gezeichnet ist das Schreiben von den Inhabern und Geschäftsführern der Autohäuser Meklenborg, Kadeo, König, Koch, M.C.F. Motor Company und Wegener sowie der Niederlassungsbetriebe Motor Village Berlin (FCA) und Renault Retail Group Berlin-Fennpfuhl. (rp)

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KOMMENTARE


Florian Giday

28.07.2020 - 17:53 Uhr

Leider ist es an vielen anderen Städten in Deutschland aktuell nicht viel besser. Berlin ist aber tatsächlich Vorreiter in der Verhinderung moderner Zulassungsprozesse. Bereits im März 2011 hat die Christoph Kroschke GmbH gemeinsam mit dem Frauenhofer Institut, dem Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten und der Mercedes-Benz Niederlassung Berlin eine funktionierende elektronische Zulassung in Berlin entwickelt und für Autohäuser zur Verfügung gestellt. Dieses Verfahren wurde einige Jahre genutzt, bevor diese Lösung ohne eine Alternative anzubieten von einem Tag auf den anderen seitens der Berliner Behörden wieder abgestellt worden ist. Hier wurde die große Chance verpasst als Hauptstadt Vorreiter für digitale Zulassungsprozesse zu sein. Die eigenen iKFZ-Lösungen bleiben weit hinter den Erwartungen zurück und werden auch in nächster Zeit keine Alternative für Autohäuser sein. Eine mögliche digitale und kontaktlose Zwischenlösung der Zulassung, wird bisher leider seitens der Berliner Behörden konsequent abgelehnt. Dabei wäre diese zum einen schnell umsetzbar, da es bereits vergleichbare Lösungen in anderen Zulassungsstellen in Deutschland gibt und zum anderen lägen die Kosten einer solchen Lösung weit unter den sonst üblichen Berliner Ausgaben für Software-Entwicklungen (z.B. APP-Entwicklung). Fragt doch einfach mal die Experten für digitale Zulassung in Deutschland...


M. S.

28.07.2020 - 18:18 Uhr

Berlin, immer wieder Berlin.Kam aus dieser fürchterlichen Stadt in den letzten 20 Jahren eigentlich mal eine positive Nachricht?


Joachim Fritz

28.07.2020 - 19:46 Uhr

Berlin ist diesbezüglich nicht die einzige Stadt in der es dermaßen große Schwierigkeiten mit der Fahrzeugzulassung gibt.Die Ämter ruhen sich einfach jetzt hinter dem Mäntelchen Corona aus und der Handel kann sehen wo er bleibt.


Gerhard Krauser

28.07.2020 - 21:42 Uhr

Erstaunlich, was sich der Steuerzahler von seiner Verwaltung, die er finanziert und die Ihm dienen möge, bieten lassen muss?


Rainer

28.07.2020 - 23:13 Uhr

Hallo zusammen,leider will niemand wahr haben, dass dies ein Teil des Planes "autofreies Berlin" ist.Eine derartige Regierungskonstellation ist nie gut für Arbeiter und Angestellte, aber die "Kleinen" werden zuerst geopfert.


Master

29.07.2020 - 07:33 Uhr

Und das ist nicht nur in Berlin so Hamburg, München Köln und etliche andere sind nicht besser!


Werner Bors

29.07.2020 - 08:42 Uhr

Die Berliner Verwaltung, Amt für Bürger und Ordnungsaufgaben hat vermutlich gar kein Intersse daran diesen Missstand abzustellen und Hr Müller als Bürgermeister scheint auch mit der Aufgabe Überfordert. Ich habe bereits eine Dienstaufsichtsbeschwerde gestellt ..diese wird garnicht erst bearbeitet geschweige beantwortet.Politsche Wille ...Berlin brauchgt die Verkehrswende ! Also weniger Autos zulassen ! Den KFZ Handel Schädigen... ist hier vermutlich die Idee von Damen und Herren die Ihren Politischen Traum leben und Vergessen wer Ihre Gehäter zahlt.


Dietmar Weski vom Autohaus NORD Weski & Paul GmbH

29.07.2020 - 08:51 Uhr

Dieses ist nicht nur ein Berliner Problem, auch wir haben diese Situation (ST / EL / MS / OS usw.) und wenn man mit Händler-Kollegen spricht scheint dies übergreifend ein Problem bei allen Zulassungsbehörden zu sein!


Rudi

29.07.2020 - 09:16 Uhr

Hamburg ist da leider auch nicht wirklich besser, aber auch schon vor Corona. Wir haben einen Kunden, der inzwischen schon die Autos an einem anderen Betriebsstandort in Ba-Wü zulässt. Trotz Versand und Rückversand ist da die Zulassung innerhalb von 3 Tagen erledigt.


Becker

29.07.2020 - 12:07 Uhr

Das Problem ist nicht neu und stellt sich keineswegs nur in Berlin dar, sondern scheint sich, den Berichten von Kollegen folgend, bundesweit darzustellen.Dabei sind die Zustände nicht erst mit Corona eingetreten.Die Situation ist nicht bundesweit einheitlich. Während z.B. die Kreise Borken (hervorragend), Bocholt, Wesel (Münsterland, Niederrhein) wirklichen Bürger-Service bieten, sind die Zustände vor Ort z.B. bei der Zulassungsstelle im Kreis Recklinghausen , Gelsenkirchen, Essen, Duisburg seit Jahren als überwiegend schlecht bis katastrophal zu bezeichnen. Man entfernt sich vom Bürger, finanziert durch Steuern plus hoher Gebühren und mit falschem Selbstverständnis von Dienstleistung und Kundennähe.Diese Resorts gehören längst zur Chefsache gemacht.


Heinemann

29.07.2020 - 12:27 Uhr

Berlin mag grundsätzlich ein Problem mit den Zulassungsstellen zu haben – Corona hin Corona her. Versuchen sie mal ein Fahrzeug im Kreis Warendorf anzumelden. Lange Wartezeit, die Mitarbeiter (von Kurzarbeit natürlich nicht betroffen) sitzen auf ihrem hohen Ross und machen gemütlich ihre Arbeit. Die Wartezeiten sind im Moment eine Zumutung sowohl für Privatleute als auch für Autohäuser. Der Staat senkt die Mehrwertsteuer um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen und unsere Behörden sind nicht in der Lage, kurzfristig – wie schon vor Corona – Fahrzeuge zuzulassen. Wo soll das alles noch hinführen? Eine Schande!


Juergen Schwarzkopf

29.07.2020 - 12:47 Uhr

Berlin mag hier die Spitze bzw. Krone des Eisberges sein, aber es ist in der Tat ein bundesweites Problem. Dabei wäre die Lösung doch so einfach. Viele Mitarbeiter der Zulassungsstellen waren in Kurzarbeit mit vollem Lohnausgleich. Nun gilt es einfach diese Minus-Stunden wieder aufzuholen. Das gelänge am ehesten mit verlängerten Öffnungszeiten und wegen Corona im Schichtbetrieb. Team 1 beginnt morgens 7 Uhr bis 12Uhr, Team 2 13-20Uhr und am Samstag bis 9-18Uhr. So werden angefallene Minus-Stunden zeitnah abgebaut und das erste Team kann die Zulassungen bearbeiten, die die Händler am Vorabend (ab 18Uhr) eingereicht haben. Parallel dazu, wird es an der Zeit die digitale Zulassung in Deutschland endlich einzuführen. Alles im allen sollte man den Damen und Herren in den Zulassungstellen klar machen was sie sind: Dienstleister für die Wünsche der Bürger und Händler!


Annotator

29.07.2020 - 13:30 Uhr

Privatisieren und nach Leistung bezahlen.


Mein Name

29.07.2020 - 15:25 Uhr

Alles geschilderte klingt für mich nach Sozialismus. Berlin als die erste sozialistische Stadt der Bundesrepublik steht bei allem Negativen immer an der Spitze. Dazu kommt dann der Leitspruch des Sozialismus "Vorwärts immer rückwärts nimmer" von unseren Parteien mit Leben gefüllt. Wer sich dann noch an das Lied "Die Partei hat immer Recht" erinnert, der ist daheim angekommen. ;-)


Stern des Südens

29.07.2020 - 15:43 Uhr

Man möchte doch einfach mal in kleine, mutige Länder gucken... Littauen, Lettland, Slowenien... die kennen so ein Problem aus dem letzten Jahrtausend gar nicht. Zulassung digital und im Autohaus! Zulassungsbehörden sind ganz klar "Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen"! Die Damen und Herren würden in der freien Wirtschaft untergehen..!


Wilfred Zehe

29.07.2020 - 20:47 Uhr

Ich warte seit 8 Wochen auf die Zulassung meines KFZ. Es ist eine Schande wie die öffentliche Verwaltung mit externen Kunden umgeht. Es wäre überlegenswert die Führungsebene der Zulassungsstelle und deren Bereichsleiter auszutauschen sowie den zuständigen Senator und seinen Staatssekretär, siehe Abendschau vor einigen Tagen. In anderen Bundesländern merkt man, dass der Staat für den Bürger da ist, aber in Berlin sitzt man wohl nur auf dem hohen Ross.Ich hoffe das sich der Regierende Bürgermeister von Berlin der Sache annimmt, aber das Vertrauen geht gegen Null.mit freundlichen GrüßenWilfred Zehe


ThomF

29.07.2020 - 22:07 Uhr

Berlin hat gewählt.Wie bestellt, so wird geliefert ....


Heinz Sobieralski

30.07.2020 - 08:36 Uhr

Die Premiumzulasser Genossenschaft ( PZeG) hat in ihrem neuen Zulassungsprogramm Schnittstellen, die es sofort ermöglichen, die Daten der Zulassungssstelle zur Verfügung zu stellen. Keine der angesprochenen Zulassungsstellen ( Berlin +++ ) hat Interesse daran. Wir denken sie möchten keine Hilfe. Man kann es sich auch schwer machen.


Sebastian Gregori

02.09.2020 - 18:37 Uhr

Heute am 2.9. kann ich online einen Termin am 23.11. bei der Zulassungsstelle buchen. Das scheint die Methode zu sein, wie der rot-rot-grüne Senat zu der erstrebten autofreien Stadt kommen will. Da hilft nur noch Flucht. Diese Stadt hat abgewirtschaftet.


Alter Zausel

03.09.2020 - 12:35 Uhr

WER HAT DENN ROT-ROT-GRÜN GEWÄHLT? Waren das etwa die Berliner selbst? Hoffentlich ist das eine Warnung für die nächsten Wahlen - wo u. wann auch immer in Deutschland sie stattfinden. Kein Kalb sucht sich selbst den Metzger aus - nur der mündige Bürger! Warum „stürmen“ nicht mal Abordnungen „aller Berliner Autohäuser“ das Büro vom weltfremden Bürgermeister u. fordern sofortige Abhilfe? Ist der nicht zum Wohle des Volkes verpflichtet?


Benjamin Dürr

03.09.2020 - 15:13 Uhr

Grundsätzlich ist es doch schon nicht einheitlich geregelt. Manchen Zulassungsstellen reicht eine unterschriebene Ausweiskopie, manche wollen den originalen. Bei manchen darf die Gewerbeanmeldung nicht älter als 3 Monate sein, bei anderen sind es 6 Monate oder noch mehr. Alles nicht klar geregelt, hier macht jede Zulassungsstelle, was sie will. Manche kleinen Bezirke habe gleich zwei Zulassungsstellen. Ganz Frankfurt hat nur eine ... Mittlerweile ist die Zulassung eines Kfz das, was mir beim Verkäuferjob die meisten Probleme macht. Die Kunden klagen mir ihr Leid, obwohl ich gar keinen Einfluss darauf habe.


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