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Nachruf: Zum Tode von Werner Knief

10.07.2024 10:46 Uhr | Lesezeit: 3 min
Werner Knief
"Vereint stehen wir, getrennt fallen wir": Werner Knief bei einem Händlerkongress (Archivbild)
© Foto: AUTOHAUS

Prof. Hannes Brachat verneigt sich vor der Branchenpersönlichkeit Werner Knief, der unter anderem zehn Jahre erfolgreich als Sprecher des Volkswagen und Audi Partnerverbandes wirkte.

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Was Werner Knief in seiner aktiven verbandspolitischen Tätigkeit zwischen 1974 und 1993, von 1983 bis 1993 als Sprecher, des Volkswagen- und Audi Partnerverbandes (VAPV) e.V. an Fundamenten gelegt hat, markiert bis heute bleibendes, stets wachsendes Vermächtnis. Werner Knief gründete den europäischen Händlerverband VW/Audi. Für 1985 wurde zu dieser Zeit in Brüssel die erste Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) aufgesetzt, das bis heute "Grundgesetz" für den europäischen Automobilhandel ist. Die Gründung der VAPS in Isernhagen mit dem Leitmotiv "Alles aus einer Hand", zugeordnet seinem Credo "Gemeinsam sind wir stark!" ist weiteres sichtbares Zeichen seines unternehmerischen Wirkens.

Man rufe gleich seine weiteren besonderen Gaben ab, die er im Rahmen der zahlreichen Händlerkongresse während seines Wirkens unvergesslich jeweils zum besonderen Erlebnis werden ließ: Sachkompetenz, Vortrags-, Verhandlungs- und Vermittlungsgeschick. Eine beneidenswerte geduldige Eloquenz! Er verstand es, die inhaltlichen Strömungen aus den einzelnen Fachkreisen mit Prioritäten nach vorne zu bringen, live, vor 130 Delegierten im Kongress. Und das in Anwesenheit des legendären VW-Vertriebsvorstands Dr. Werner P. Schmidt, der wahrlich mächtige Herstellerrepräsentant. Selbst seine Familie hielt Schmidt in dessen Todesanzeige mit seinem geprägten Claim "W.P.Schmidt" (1932 - 2020) fest. Wahrlich, er, eine Marke, die ihren beruflichen Ursprung bei Ford genommen hatte.

Die Wirk-Ära Schmidt - Wischenbart

W.P. Schmidt hatte im Vertrieb als engagierten Kooperateur Deutschlandchef Dr. Harald Adolf Wischenbart, einen Österreicher, zur Hand. Wischenbart "residierte" von Kästorf, einem Stadtteil von Wolfsburg, aus und führte von diesem "Refugium" klare deutsche Vertriebsregie. Diese Örtlichkeit Kästorf hätte die damals vorgegebenen Vertriebsrichtlinien nie und nimmer erfüllt. Ein weiteres Beispiel für Anspruch und Wirklichkeit! Klar, es gab damals noch über 3.300 VW-Partner, die Dr. Wischenbart ohne Frage markant zusammenhielt. Die Händler schätzten sein Durchsetzungsvermögen durchaus . Auch innerhalb der Widerstände im eigenen Konzern.

Das Finale der VW-Großhändler 

Knief erfuhr die doch sehr nüchterne, kühle Stringenz von W.P.Schmidt aus nächster Nähe, als es den zwischen 1974 und 1975 gegründeten Vertriebszentren im Jahr 1986 ans Leder ging. Wolfsburg wollte sein Neuwagengeschäft künftig ohne seine zwölf Großhändler machen, um Neuwagen-Margen ins Wolfsburger Säckel zu verlagern. Man fand sich letztlich vor einer juristischer Auseinandersetzung in einem Kompromiss. Fritz Haberl, MAHAG-Chef und Geschäftsführer des VZ-Südbayern, sowie Karl Heinz Knubel Chef des VZ in Emsdetten und Chef i, Hause VW-Knubel (Münster), waren gewichtige Wegbereiter für die Einigung.

Internationalisierung des Konzerns 

Wir sprechen im Rückspiegel Werner Knief von einer Zeit von vor 40 Jahren. Damals wirkte der Volkswagen-Konzern noch als nationale Veranstaltung. 1980 hatte sich Fiat bei Seat zurückgezogen. Das war für Dr. Carl Horst Hahn, damals Vorstandsvorsitzender 1981 der Beginn für das Zusammenwirken mit Seat. 1984 initiierte Dr. Hahn zusammen mit der politischen Unterstützung von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl das VW-China-Geschäft. Welch weitsichtige internationale Weitung! Bis dahin war die direkte Kontaktebene zur obersten Konzernspitze noch gut herzustellen.

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Werner Knief im Teamgeist 

Werner Knief und seine Beiratskollegen, beispielhaft der Zigarren rauchende Fritz Peter Lang aus Stuttgart, Sprecher für Marketing und Vertrieb, zusammen mit Manfred Rommel ausgewiesener Hegel-Fan, oder Eckhard Meyer aus Bünde, Leiter im Fachkreis Kundendienst, der sich mit Werner Delille, VW-Kundendienstchef, auf den Kongressen sehr offen und deutlich austauschte - das waren stets fundierte wie hochinteressante Kongress-Dialoge. Es wurde damals, 1984 (!) schon die rückläufige Serviceauslastung thematisiert. Und wir haben heute immer noch zwei bis drei Wochen und mehr Vorlaufzeit im Service. Es war Anfang der 1980er Jahre der Zeitpunkt für die Einführung der Deckungsbeitragsrechnung. Da wurde bei allen Vorzügen der Teilkostenbetrachtung versucht, das Vollkostendenken "amerikanisch" zu beseitigen. Und der Stern Vaudis, das "VW-IT-Wunder", erlebte seine strahlenden Ursprünge. 1980 erwarb Volkswagen das Klostergelände in Riddagshausen. Ohne Frage, das war mit der nachfolgenden inhaltlichen Ausgestaltung in jeder Hinsicht ein Stück positiver Kulturwandel für die gesamte VW-Organisation. Großartig! Das "MMI Braunschweig" mit u.a. zahlreichen Kamingesprächen wurde auch für Werner Knief mehrfach geforderte Realität. Damals sprach man noch offen miteinander über das Wesentliche. Was klösterliches Kaminfeuer dialogisch bewirkt! Heute gleicht vieles auf dieser Ebene reiner Scheindarstellung.

Die Botschaft von Werner Knief

Lassen wir Aussagen des europäischen Ehrenpräsidenten Werner Knief auf uns wirken: "Vereint stehen wir, getrennt fallen wir." "Preiskampf hinterlässt nur Verlierer!" "Deine Vergangenheit ist wichtig. Ebenso wichtig ist Deine Art, Zukunft zu sehen." Werner Knief hatte ein so glückliches Naturell, die Zukunft eben auch immer wieder unter menschlichen Gesichtspunkten zu interpretieren. Die Erinnerung an die persönlichen Gespräche in seinem VW-Autohaus in Pattensen werden mir immer dankbar in Erinnerung an ihn bleiben! Seiner Familie widmen wir in dieser Stunde des Abschiedes unser Mitfühlen und verneigen uns vor der besonderen Persönlichkeit Werner Knief. Wir danken ihm für sein besonderes Branchenwirken - für uns alle!

Werner Knief Todesanzeige
Der Volkswagen und Audi Partnerverband brachte seine Wertschätzung für Werner Knief in dieser "FAZ"-Anzeige zum Ausdruck
© Foto: Prof. Hannes Brachat

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