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Neues Stellantis-Vertriebsmodell: Gemischte Gefühle im Handel

Der Stellantis-Konzern mit seiner großen Markenwelt hat heute eine europaweite Händlernetz-Kündigung bekannt gegeben.
© Foto: Groupe PSA, Direction de la communication

Die Pläne von Stellantis haben den Handel überrascht. Viele befürchten nun, dass das Händlernetz deutlich ausgedünnt wird. So mancher sieht jedoch auch Chancen.


Datum:
19.05.2021
Autor:
aw
Lesezeit: 
3 min
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Der heute verkündete Plan des erst im Januar geformten Stellantis-Konzerns, sämtliche Händlerverträge in Europa zu kündigen, kam auch in Deutschland für viele Händler unerwartet. "Das war sehr überraschend", berichtete ein Stellantis-Partner nach der Infoveranstaltung am Mittwoch gegenüber AUTOHAUS. Überraschend sei in erster Linie die Schnelligkeit gewesen, mit der der Schritt erfolgt sei. Dass der Hersteller nach der Fusion von PSA und FCA in seinem Vertriebsnetz Veränderungen vornehme, sei dagegen grundsätzlich erwartbar gewesen (Details zur Kündigung lesen Sie hier: Stellantis macht Tabula rasa)

Sorge vor Verlust des Händlervertrags

Vor allem das Risiko, in zwei Jahren möglicherweise keinen Händlervertrag mehr zu haben, sorgt für "gemischte Gefühle", wie es anderer Partner mit mehreren FCA-Marken im Portfolio ausdrückt. Die Befürchtung sei groß, dass Stellantis die Gelegenheit nutzt, in großem Stil Partner auszusieben. Als Indiz dafür führt der Unternehmer in jüngster Zeit massiv gestiegene Anforderungen an die Kundenzufriedenheit und unrealistische Verkaufsziele an. Diese seien aufgrund der Corona-Beschränkungen und Lieferschwierigkeiten bei Fahrzeugen und Ersatzteilen für viele Betriebe unmöglich zu erreichen. Daher könnten diese Punkte – so die Befürchtung – als Hebel dienen, wegen Verstößen gegen den Händlervertrag um Ausgleichszahlungen herumzukommen.

Gelassenheit bei den großen Händlern

Ein großer Opel-Partner wiederum, der auch nicht-Stellantis-Marken im Portfolio hat, sieht die Kündigung auf Nachfrage von AUTOHAUS gelassen: "Ich sitze so fest im Sattel, dass ich mir keine Sorgen mache", sagt er. Und wenn der Hersteller trotzdem unbedingt kündigen wolle, dann werde dafür viel Geld fließen. Für kleinere Händler mit nur einer Marke, die bereits in Schieflage seien, könne es aber eng werden, bekennt er. Dass Stellantis die Verträge mitten in der Corona-Krise kündigt, hält er zudem für ein Unding: "Haben die gerade keine anderen Sorgen?"

Blick nach vorne

So mancher sieht jedoch auch Chancen: Vor allem die Aussicht auf reduzierte Standards und die Möglichkeit, mehrere Marken einfacher unter einem Dach präsentieren zu können kommt durchaus an. Aktuell sei es zum Beispiel wegen der GVO notwendig, Fiat und Opel strikt voneinander zu trennen. Ändere sich das, würde das durchaus neue Chancen eröffnen findet der FCA-Partner. Er selbst wolle nun zudem noch stärker darauf achten, neue von einzelnen Herstellern unabhängige Geschäftsmodelle aufzubauen. Eine Option sei beispielsweise der Handel mit Re-Importen.

Auch der eingangs zitierte Händler blickt nach vorne: In Paris sei man sich mit Sicherheit im Klaren darüber, dass man ohne den Handel keine Autos verkaufen und warten könne. Der Handel sei auch in Zukunft weit mehr als nur ein Probefahrtenvermittler. Daher sei Schockstarre nun der falsche Ansatz. "Wir müssen schauen, wie es weitergeht", so der Händler. Und im schlimmsten Fall habe man zwei Jahre Zeit, um seine Karten neu zu mischen.

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