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Nissan: "ePower ist unsere Chance"

Der wieder bzw. neu gewählte Vorstand des VDNV (v.r.n.l.): Gerhard Rabus, Michael Heistermann, Marlies Wegener und Jürgen Mattern sowie Geschäftsführer Thorsten Herzog.
© Foto: Doris Plate/AUTOHAUS

Durchhalten war lange Zeit die Parole für die Nissan-Händler. Seit Jahren sinken die Zulassungszahlen. 2023 könnte es eine Erholung geben – wenn das Marketing stimmt.


Datum:
24.11.2022
Autor:
Doris Plate/AUTOHAUS
Lesezeit:
6 min
2 Kommentare

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Die Nissan-Händler waren lange Zeit gebeutelt: Rückläufige Zulassungszahlen, wegbrechende Modellpalette und zeitweise sogar die Angst, dass die Marke vom europäischen Markt verschwindet. Auf der Tagung des Verbandes der deutschen Nissan-Vertragspartner (VDNV) am 23. November in Brühl und bei der Veranstaltung des Importeurs am Vortag kam aber wieder Hoffnung auf. "ePower ist unsere Chance", brachte es VDNV-Vorstand Marlies Wegener auf den Punkt. Mit den aktuellen Modellen Qashqai, dem neuen X-Trail, dem Stromer Ariya und den Nutzfahrzeugen Townstar, Primastar und Interstar habe man wieder qualitativ hochwertige Fahrzeuge im Angebot. Gleichzeitig forderte die Berliner Händlerin aber auch verstärkte Marketinganstrengungen: "Die Autos sind da. Aber was nützt es, wenn es keiner weiß."

"ePower" ist ein Alleinstellungsmerkmal der japanischen Marke. Die Technologie verbindet einen Benzinmotor, der die Batterie lädt, mit einem Elektromotor, der die Räder antreibt. Die Leistung ist mit der eines Elektrofahrzeugs vergleichbar. Emissionen und Betriebskosten können gesenkt werden, und da kein Strom getankt werden muss, müssen die Fahrgewohnheiten nicht geändert werden. Zusätzlich zum Verbrennungsmotor nutzt ePower ein regeneratives Bremssystem, um die Batterie zu laden. Eine gute Übergangstechnologie, die mehr bekannt gemacht werden sollte, so die Meinung der Händler.

Absatzpush nötig

Einen Push für ihren Absatz brauchen die Nissan-Partner dringend: "Von 20.000 Einheiten wird keiner satt", formulierte einer. Das ist die Zahl der Zulassungen der Marke hierzulande per Ende Oktober in diesem Jahr. Mit ein Prozent Marktanteil ist Nissan damit weit weg von einstigen Glanzzeiten. Die wird es aber auch so schnell nicht wieder geben, hatte Nissan Deutschland-Geschäftsführer Vincent Ricoux bereits am Vortag klargemacht: Er wolle realistisch und vernünftig planen, so der Manager, und formulierte ein Ziel von 1,5 Prozent Marktanteil für 2024. Nach seiner Rechnung wären das rund 50.000 Einheiten. "Die Zeiten von drei Prozent Marktanteil und 80.000 Einheiten sind vorbei", wurde er ganz deutlich.


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Fehlende Modelle

Die aktuelle Modellpalette gebe auch nicht mehr her, waren sich die Händler einig. Hinzu kommen die Lieferschwierigkeiten und eben zu wenig Marketing, wie immer wieder betont wurde. Und wie es im nächsten Jahr weitergeht, war auch nicht klar. Der Micra – eines der Volumenmodelle der Marke – wird Ende des Jahres eingestellt. Den Händlern wurde zwar ein Nachfolger auf dem Bildschirm gezeigt. Eine Aussage zum Einführungstermin gab es aber nicht. Gleiches galt für den Leaf-Nachfolger, gefragte Automatikversionen und zwei weitere vollelektrische Nutzfahrzeuge. "Wir arbeiten dran", war eine Floskel, die von den Importeursmitarbeitern immer wieder zu hören war. Im Gegenzug bescheinigten die VDNV-Vertreter den Managern immer wieder eine gute Kommunikation und Offenheit für die Sorgen und Nöte der Partner. Die Umsetzung sei aber oftmals schwierig und dauere vor allem zu lange.

Sparmaßnahmen

Auch Sparmaßnahmen des Importeurs machen den Partnern immer wieder zu schaffen: So fehlen zum Beispiel Vorführwagen, bei der Digitalisierung hinkt die jetzt in Wesseling beheimatete Importeurszentrale noch hinterher, die letzten Launches waren vermurkst. Ziele im laufenden Quartal werden wegen der fehlenden Lieferfähigkeit als viel zu hoch erachtet. In der Folge befürchten manche Händler die Zielerreichungsprämie nicht zu bekommen. Viele weitere kleine Kritikpunkte wurden vorgebracht, die den Händlern das Leben schwermachen. Im Bereich After Sales fehlen zum Beispiel Ersatzteile und verursachen manchmal lange Standzeiten, schlecht verpackte Karosserieteile kommen beschädigt an. Dringend war auch die Forderung, angesichts der gestiegenen Kosten die Garantieverrechnungssätze außerordentlich zu erhöhen. Außerdem müsse die Einführung eines durchgehenden digitalen Werkstattprozesses schnell vorangetrieben werden.

Rendite

Wie bei vielen Fabrikaten derzeit ist die Rendite der Partner aber recht gut. Der Importeur sprach gar von 3,2 Prozent für die Zeit zwischen Januar und August 2022. Allerdings wurde bei der Berechnung eine gewisse Kreativität deutlich. So wurden nach Angaben der Händler die Ausgaben der Mehrmarkenbetriebe von Nissan je nach verkauften Einheiten den entsprechenden Marken zugerechnet – unabhängig davon, ob die Kosten tatsächlich für diese Marken entstanden sind. In der Vergangenheit wurden auch alle Gebrauchtwagenergebnisse Nissan zugeschlagen. Das soll mit dem neuen Prozess aber geändert worden sein, so Nissan. Wenn man diese "Sondereffekte" herausrechnet, halten die Händlervertreter eine Zahl von 2,2 Prozent für die Händlerrendite für realistisch. Auch das ist gut, angesichts des zurückgegangenen Umsatzes in absoluten Zahlen aber nicht zufriedenstellend. Dennoch: "Wenn das nicht wäre, gebe es unsere Betriebe nicht mehr", so ein Händler.

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KOMMENTARE


Heinrich Storch

24.11.2022 - 19:39 Uhr

Um die Marke Nissan muß man sich nach wie vor Sorgen machen! Während andere japanische Hersteller sich stabilisierten und die Koreaner mit ordentlichen Marktanteilen nach vorne preschen, dümpelt Nissan mit schwindender Modellpalette in der Bedeutungslosigkeit. Selbst die Schwester Mitsubishi hat durch den freien Importeur „Emil Frey“ wieder Fuß gefasst. Da helfen auch die Marketingstrategien des in Outsourcing arbeitenden Drittdienstleister zu wenig. Das fehlt sind neue attraktive Modelle und mal ein neuer Wind mit Vermarktungsideen.


Urban Stöckli

26.11.2022 - 09:02 Uhr

Warum kommt der VW-Konzern in die Formel 1 ab 2026 ? Liebe Nissan Händler e-Fuels sind ab 2026 die Zukunft ! Batterie Autos wird es dann auch noch geben .


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