Der chinesische Elektroautohersteller Nio hat sich von seinem Deutschland-Chef David Sultzer getrennt. Wie das Online-Fachmagazin "EV" berichtet, wurde Sultzer bereits im Februar entlassen. Auslöser sei ein massiver Einbruch der Verkaufszahlen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurde im Januar lediglich ein einziges Fahrzeug der Marke in Deutschland neu zugelassen, im Februar waren es fünf.
Bereits vierter Deutschland-Chef seit Marktstart
Mit dem Aus von Sultzer hat Nio seit dem Markteintritt im Oktober 2022 bereits den vierten Deutschland-Chef verloren. Sultzer hatte die Position des General Manager Deutschland erst im Juni 2024 übernommen. Einen direkten Nachfolger soll es den Berichten nach zunächst nicht geben.
Kurz vor seinem Abgang hatte Sultzer noch öffentlich Kritik an der Strategie neuer Elektroautohersteller in Deutschland geäußert. In einem Linkedin-Beitrag warnte er davor, sich zu stark auf ein Premium-Image zu konzentrieren. Viele neue Marken würden operative Grundlagen wie Serviceabdeckung, stabile Restwerte oder professionelles Vertriebsmanagement vernachlässigen.
Angespannte Lage der Deutschlandtochter
Die Verkaufszahlen von Nio entwickelten sich zuletzt deutlich rückläufig. Während die Marke im Jahr 2023 in Deutschland noch 1.263 Fahrzeuge absetzen konnte, waren es im Jahr darauf 398 Einheiten. 2025 sanken die Verkäufe weiter auf insgesamt 325 Fahrzeuge.
Nio vertreibt seine Fahrzeuge direkt. Der Hersteller betreibt derzeit vier sogenannte "Nio Houses" in Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg. Hinzu kommen Vollfunktionsbetriebe ("Hubs") in München, Köln und Weiterstadt. Der Fahrzeugservice wird über Partnerwerkstätten (ASC) und Vergölst-Niederlassungen abgewickelt.