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Opel-Handel: Autowelt van Eupen will aufgeben

Der Opel-Händler van Eupen hat die Schließung seiner beiden Standorte bekannt gegeben.
© Foto: Autowelt van Eupen

Seit über 90 Jahren pflegt das Essener Autohaus eine enge Beziehung zu Opel. Doch damit soll bald Schluss sein. Der Exklusiv-Partner hat die Schließung seiner beiden Standorte angekündigt. Der Grund: der neue Händlervertrag.


Datum:
03.04.2019
6 Kommentare

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Paukenschlag in Essen: Die traditionsreiche Autowelt van Eupen steht vor dem Aus. Der Opel-Händler plant die Aufgabe seiner verbliebenden Autohäuser in Essen-Kray und Mülheim-Speldorf. "Für uns als exklusiver Opel-Händler bietet der neue Vertrag von Opel keine Zukunftsperspektive für das Fortbestehen unseres Geschäfts", erklärte Geschäftsführer Michael Speh am Mittwoch. Wie berichtet, hatte der Autobauer die bestehenden Händlerverträge zum Frühjahr 2020 gekündigt.

Die Arbeitnehmervertreter und Beschäftigten wurden nach Firmenangaben heute über die geplante Schließung informiert. Rund 100 Arbeitsplätze sind betroffen. Ein genauer Zeitpunkt für die Aufgabe der zwei Standorte müsse noch getroffen werden, hieß es.

"Wir bedauern sehr, dass mit den uns vorgelegten Verträgen keine Aussicht auf eine gesicherte Zukunft für unsere beiden Standorte in Essen und Mülheim besteht", betonte Speh. Gemeinsam mit den Mitarbeitern werde jetzt eine sozialverträgliche Lösung für die Beendigung der Beschäftigungsverhältnisse gesucht. Gleiches gelte für die Kunden, Lieferanten und Partner des Autohauses.

Das Unternehmen hat seine Wurzeln im Jahr 1872. Damals fassten die Brüder van Eupen Fuß in der Bergbauindustrie. Ins Autogeschäft stieg man 1920 ein, als Joseph Radermacher die Firma "van Eupen Kraftfahrzeug-Vertriebsgesellschaft mbH" gründete. Sieben Jahre später schloss er einen Händlervertrag mit Opel. Dieser autorisierte van Eupen, im rheinisch-westfälischen Wirtschaftsraum Fabrikate der Blitz-Marke zu verkaufen. Von 1966 an übernahm der Hersteller den Großhandel in Eigenregie – van Eupen behielt die Marktverantwortung für Essen.

Schleichender Abstieg

In den folgenden Jahrzehnten etablierte sich die Autowelt van Eupen als Opel-Großmacht im Ruhrgebiet. Doch die anhaltende Opel-Krise und die damit verbundenen wirtschaftlichen Probleme führten ab den 2000er Jahren zu einem schleichenden Abstieg. So trennte man sich 2008 von den Standorten Lüdenscheid und Schwelm, zwei Jahre später folgte die Filiale in Hagen. Ende 2014 gab der Händler die Betriebe in Essen-Rüttenscheid und Gevelsberg auf. Schon damals gab es Spekulationen, wonach der Gesellschafter Fahrzeug-Werke Lueg AG, zu dem van Eupen seit 2003 gehört, das Unternehmen wegen hoher Verluste dicht machen wolle. (rp)

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KOMMENTARE


Annotator

03.04.2019 - 11:50 Uhr

Hut ab !!!


carajan

03.04.2019 - 16:28 Uhr

Es ist natürlich schade für den Händler und auch für die ganze Region. Leider ist die Marke Opel auch nach der PSA Übernahme immer noch am schwächeln. Dem neuen Management ist es immer noch nicht gelungen auch beim Handel wieder auf Zuversicht und Partnerschaft zu setzen. Wahrscheinlich setzt man nun vermehrt die PSA Strategie um, d.h. Vertrieb über die werkseigenen Retailbetriebe ( Niederlassungen ), um nicht noch mehr Marktanteile zu verlieren.


Dieter Klein

03.04.2019 - 17:56 Uhr

Leider gibt es immer noch viel zu viele Opel Standorte im Ruhrgebiet. Opel Deutschland muss endlich begreifen, dass es nur mit deutlich weniger Opel Standorte möglich ist, Opel Händlerbetriebe nachhaltig rentabel zu bekommen. PSA muss echt aufpassen, dass sie jetzt nicht die guten Opel Händler verlieren. Es ist schade für die Mitarbeiter aber gerade im Ruhrgebiet gibt es noch zahlreiche Anlaufstellen für die Opel Kunden.


Uwe Schneider

03.04.2019 - 23:21 Uhr

Der Abstieg scheint schon länger und vor PSA anzudauern. Doch die Abwärtsspirale geht bei Opel wohl weiter. Ein Beispiel sind die Astra Verkaufszahlen. Einige Modelle werden gar nicht mehr in Deutschland gebaut.


porterset

04.04.2019 - 07:55 Uhr

Es gibt bei Opel keine Niederlassungen und das ist auch nicht geplant.PSA hat bis jetzt viel bewegt, Opel ist auf einem guten Weg!


Lars Dehde

16.04.2019 - 16:19 Uhr

Das Problem sind nicht nur die zuvielen Autohäuser, sondern dasOpel in den vergangenen Jahren durch Missmanagement der Amerikaner Zuspruch und vertrauen verloren hat. Qualitätsmängel veraltete Technologien und die schlechte Presse von Autobild und Co. haben Opelkunden abwandern lassen.VW war ja immer in den Test's vorne. Langeweilig ! Mit PSA konnte Opel wieder langsam in die Gewinnzone zurückkehren.Wenn attraktive Modelle und die Preispolitik sowie die Qualität wieder stark verbessert werden, ist Opel wieder eine Zukunftsfähige Marke.


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