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Pkw-Markt im August: E-Autos stützen schwache Zulassungszahlen

Der Pkw-Markt schwächelt auch im August.
© Foto: Ingo Wagner / picture alliance

Nach einem missratenen Juli sind die Neuzulassungszahlen im August weiter geschrumpft. Dass das Minus nicht noch größer ausfällt verhindert der Boom bei E-Autos. Der SUV-Trend erreicht indes einen weiteren Höhepunkt.


Datum:
03.09.2021
Autor:
Armin Wutzer / dpa
Lesezeit: 
6 min
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Der deutsche Automarkt kann nach der teilweisen Erholung von den Corona-Einbußen aus 2020 weiter nicht so recht Tritt fassen. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) vom Freitag gab es im zurückliegenden Monat mit rund 193.300 Pkw fast ein Viertel (minus 23 Prozent) weniger Neuzulassungen als vor einem Jahr. Dabei war das Niveau schon im vorigen Sommer wegen der Produktionsausfälle und des Nachfrageschocks nach der ersten Pandemie-Welle gering gewesen. Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) erklärte: "Die negative Neuzulassungsentwicklung setzt sich nach einem schwachen Juli auch im August ungebremst fort. Dies ist Folge der aktuellen Produktionsengpässe; die Auftragsbestände entwickeln sich weiter positiv."

Betrachtet man den gesamten bisherigen Verlauf seit Januar, kommt bundesweit zwar ein leichtes Plus von 2,5 Prozent auf etwas mehr als 1,8 Millionen neue Personenwagen zusammen. Der Verband VDA wies jedoch darauf hin, dass die Pkw-Neuzulassungen auf dieser Basis um gut ein Viertel unter dem Stand von 2019 lägen: "Das Vorkrisenniveau auf dem deutschen Pkw-Markt ist weiterhin nicht in Sicht."

Kurz vor der Messe IAA, die kommende Woche in München startet, zeigt sich zudem, wie wichtig Fahrzeuge mit alternativen Antrieben inzwischen für die Autokonjunktur sind. Während Diesel über die Hälfte (50,8 Prozent) und Benziner 41,8 Prozent der Neuzulassungen zum August des Vorjahres einbüßten, kamen vollelektrische Pkw zu fast 80 Prozent, Plug-in-Hybride zu rund 43 Prozent und Hybride insgesamt zu über 31 Prozent mehr auf die Straßen. Neben den absoluten Zahlen legen bei diesen Varianten auch die Marktanteile stetig zu - angeschoben durch die E-Kaufprämien. Laut VDA ist der E-Pkw-Anteil an allen Neuzulassungen von mittlerweile 27,6 Prozent ein neuer Bestwert.

Neuer Rekord-Marktanteil für SUV

Steigerungen nach Autotypen gab es unterm Strich nur bei den Minis. Diese legten um 18 Prozent zu und erreichten einen Marktanteil von sieben Prozent. Alle anderen Segmente verloren zum Teil deutlich, am heftigsten traf es die Großraum-Vans (-48,5 Prozent) und die Utilities (-44,9 Prozent). Die Kompaktklasse verlor 30,1 Prozent und kommt auf einen Marktanteil von 18,6 Prozent. Angesichts dieser Verluste in den anderen Segmenten reichte den SUV ein moderates Minus von 8,4 Prozent für einen neuen Allzeit-Rekordmarktanteil von 27,2 Prozent.

Beim Blick auf die einzelnen Marken gab es im August ebenfalls kaum Zuwächse. Unter den deutschen Marken verzeichnete lediglich Opel (+7,9 Prozent) erneut Zugewinne. Alle anderen Fabrikate wiesen Rückgänge auf. Den heftigsten Schlag ins Kontor musste dabei Mercedes mit minus 50,0 Prozent verkraften, gefolgt von Ford (-45,8 Prozent), Mini (-41,6 Prozent) und Smart (-40,8 Prozent). BMW und Audi kamen mit minus 25,1 und minus 12,4 Prozent besser davon. Mit 18,7 Prozent bleibt VW (-17,4 Prozent) weiterhin Marktführer in Deutschland.

Bei den Importmarken übertrafen einzig Suzuki (+37,2 Prozent), Tesla (+33,9 Prozent), Mazda (+19,3 Prozent) und Ssangyong (+0,5 Prozent) ihr Zulassungsergebnis des Vorjahresmonats. Einbußen von mehr als 40 Prozent zeigten sich dagegen bei Jeep (-59,1 Prozent), DS (-57,4 Prozent) und Nissan (-46,2 Prozent), den geringsten Rückgang verzeichnete Toyota mit minus 0,8 Prozent.

Hyundai auf Höhenflug

Trotz eines Minus von 8,1 Prozent hat Hyundai mit Blick auf die Zulassungsstatistik in diesem Monat einigen Grund zum Feiern: Da die Konkurrenz meist deutlich schlechter abschnitt, gelang den Koreanern mit 5,2 Prozent erstmals der Sprung über die fünf Prozent-Schwelle und damit ein neuer Rekordmarktanteil. Damit erringt mit Hyundai erstmals seit langer Zeit eine andere Marke als Skoda (-38,7 Prozent) den Thron als stärkste Importmarke.

Zugute kommt Hyundai dabei sicherlich, dass der Hersteller im Gegensatz zu vielen Konkurrenten den weltweiten Halbleitermangel derzeit kaum spürt. Gegenüber AUTOHAUS erklärte ein hochrangiger deutscher Hyundai-Vertreter kürzlich, dass es derzeit keinerlei Lieferschwierigkeiten bei Neufahrzeugen gebe. Einzig im Aftersales-Bereich gebe es vereinzelt Probleme. Kurzarbeit wie bei vielen deutschen Herstellern gebe es nicht. Ursache dafür sei, dass man aufgrund der hohen Fertigungstiefe viele Mikrochips selbst produzieren könne und nicht von Lieferanten abhängig sei.

Anders bei den deutschen Herstellern. Die deutsche Automobilproduktion fiel im Vorjahresvergleich drastisch. Die Zahl der hergestellten Pkw sank im August um beinahe ein Drittel auf 133.600 Pkw Stück. Im Gegenzug greifen Autointeressanten stärker auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu, wo die Preise bereits länger steigen. Dementsprechend fiel das Minus dort mit 8,0 Prozent deutlich schwächer aus als bei den Neuwagen. Insgesamt wechselten im August 579.443 Gebrauchte ihren Besitzer.

Der größte Teil der Neuzulassungen im August entfiel mit 63 Prozent auf Unternehmen, der Privatmarkt kam dementsprechend auf 36,9 Prozent. Dessen Minus fiel dabei mit -25,3 Prozent einmal mehr größer aus als das bei gewerblichen Kunden (-21,6 Prozent).

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