Mit einer feierlichen Eröffnung am Donnerstagabend ist die Automobilmesse Erfurt (AME) 2026 in ihre 18. Auflage gestartet. Bevor die PS-Show an diesem Freitag für das Publikum öffnet, kamen geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Automobilbranche zusammen, um den offiziellen Auftakt zu begehen.
Grußworte sprachen unter anderem Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt, Helmut Peter, Präsident des Kfz-Landesverbandes Thüringen, Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt sowie Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr. Auch Opel-Chef Florian Huettl und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn nahmen an der Eröffnung teil.
Thüringen versteht sich als Autoland - vor allem wegen einer Vielzahl von Zulieferern. Die Branche mit nahezu 80.000 Beschäftigten steckt in einer tiefen Krise. Die Unternehmen kämpfen mit einer anhaltend schwachen Nachfrage, Unsicherheiten beim Kurs bei der Elektromobilität und strukturellen Wettbewerbsproblemen. Zur Verunsicherung trägt auch die Debatte um das EU-weit geplante Verbrennerverbot ab 2035 bei.
Landeschef Voigt für bezahlbare Autos
"Wir brauchen ein Comeback des Autolandes", sagte Voigt zum Messestart. Anstatt eines generellen Verbrennerverbots müsse darauf gesetzt werden, dass sich beim Kunden die beste Technologie durchsetze. Nötig sei eine vernünftige Infrastruktur und bezahlbare Preise. "Für mich ist wichtig, dass sich auch eine normale Familie weiterhin ein Auto leisten kann. Wir haben nur noch ganz wenige Kleinwagen, die unter 15.000 Euro kosten", so der CDU-Politiker.
In einer anschließenden Gesprächsrunde diskutierten VDIK-Präsidentin Imelda Labbé, ZDK-Präsident Thomas Peckruhn, VAD-Vorsitzender Burkhard Weller, Jens Schulz, Geschäftsführer Mitsubishi Deutschland, Achim Sauer, Mitglied der Geschäftsleitung Mercedes-Benz Deutschland, und Daniel Schnell, stellvertretender Geschäftsführer Suzuki Deutschland, über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der Kfz-Branche.
Große Bühne für neue Autos
Auf der diesjährigen AME präsentieren über 100 Aussteller und 42 Marken präsentieren Neuerscheinungen und Techniktrends aus der Automobilbranche. Flankierend gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Einen Schwerpunkt bilden Fahrzeugpremieren: In Halle 1 zeigt die Autohaus Peter Gruppe eine breite Markenvielfalt, darunter den neuen Jeep Compass, der in Erfurt seine Deutschlandpremiere feiert, sowie den Suzuki e Vitara, der hier erstmals in Europa öffentlich zu sehen ist. Ergänzt wird das Angebot durch Modelle wie den Citroën C5 Aircross sowie Fahrzeuge von Opel, Fiat und Peugeot.
Auch die Elektromobilität spielt eine zentrale Rolle. Das Autohaus Kornmaul stellt die vollelektrischen Nissan Leaf und Micra vor, letzterer mit bis zu 416 Kilometern Reichweite. Popp Fahrzeugbau zeigt neben E-Autos und Plug-in-Hybriden auch klassische Antriebe – im Mittelpunkt stehen der Volvo EX90 und der neue ES90, der erstmals in Thüringen öffentlich vorgestellt wird. Der kompakte Volvo EX30 kann zudem direkt auf dem Messegelände Probe gefahren werden.
Exklusiv vertreten ist das Autohaus Schöne Aussicht mit dem China-Offroader BAW 212, der erst seit Januar 2026 in Deutschland ausgeliefert wird. Regionale Honda-Händler zeigen neben aktuellen Modellen bereits den Honda Prelude, der 2026 als Vollhybridcoupé sein Comeback feiert – noch vor dem offiziellen Marktstart.
Aktionen laden zum Mitmachen ein
Neben der Auto-Ausstellung setzt die AME erneut auf Mitmachangebote. Im Freigelände können Jugendliche beim Fahrschulkombinat erste Fahrerfahrungen sammeln – ganz ohne Führerschein. Neu ist der Offroad-Parcours, auf dem Besucher als Beifahrer Geländewagen, SUV und Allradmodelle über Hindernisse erleben können. Technik, Fahrverhalten und Ausstattung lassen sich dabei aus nächster Nähe testen.