Studie: Kürzere Fahr- und Wartezeiten durch autonomen ÖPNV

13.01.2026 14:48 Uhr | Lesezeit: 2 min
ÖPNV Autonomes Fahren Bus
Der Einsatz autonom fahrender Busse und Taxis könnte einer Studie zufolge in den nächsten Jahrzehnten für eine Ausweitung des Angebots im öffentlichen Nahverkehr genutzt werden.
© Foto: Jens Büttner/dpa

Autonom fahrende Fahrzeuge könnten in den nächsten Jahrzehnten den ÖPNV laut einer Studie deutlich attraktiver machen - auch auf dem Land.

Der Einsatz autonom fahrender Busse und Taxis könnte einer Studie zufolge in den nächsten Jahrzehnten für eine Ausweitung des Angebots im öffentlichen Nahverkehr genutzt werden - und auf diese Weise für kürzere Fahrzeiten und Wege zur nächsten Haltestelle sorgen. Angesichts des Fahrermangels bräuchte es die Technik, um das Angebot ausweiten zu können.

Im besten Fall könnten bis zum Einsteigen in das autonome Fahrzeug fünf bis 13 Minuten vergehen, heißt es in der von der Bahn-Regionalverkehrstochter DB Regio in Auftrag gegebenen Untersuchung. Ohne den Ausbau des ÖPNV mit autonomer Technik wären es demnach sieben bis 26 Minuten. "Die Reisezeiten wären ähnlich wie im Privatauto." 

Erstellt wurde die Studie vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Software- und Verkehrsplanungsunternehmen ioki, dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum sowie der Prognos AG. Als Datengrundlage zur Abschätzung des künftigen Verkehrsverhaltens von Nutzerinnen und Nutzern dienten unter anderem die Studien "Mobilität in Deutschland" von 2017 sowie vom Mobilitätspanel aus dem Jahr 2022/2023.

Mehrere Szenarien für das Jahr 2045

Die Autorinnen und Autoren haben dabei mit Blick auf die Integration autonom fahrender Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) mehrere Szenarien entworfen, die sich alle auf das Jahr 2045 beziehen. Im Basis-Szenario würde der von den Ländern und Verbünden organisierte Linienbusverkehr vollständig durch autonome Busse betrieben. Darüber hinausgehende Angebote wie Robotaxis oder autonome On-Demand-Verkehre wurden dabei nicht berücksichtigt. 

Im Vergleich zum Status-Quo würde sich dadurch aber kaum etwas verbessern - unabhängig davon, ob es um Verkehr in Großstädten und Städten oder auf dem Land geht. Weder die Distanz zur nächsten Haltestelle noch die Zeit bis zum Einstieg würden sich merklich verkürzen. Lediglich die reine Fahrzeit wäre deutlich kürzer, im Vergleich zum Individual-Verkehr mit eigenem Pkw aber immer noch länger. 

Daseinsvorsorge-Szenario schneidet am besten ab

Die größten Verbesserungen brächte demnach das sogenannte Daseinsvorsorge-Szenario. Das bestehende ÖPNV-Angebot würde dabei nicht nur mit autonomen Fahrzeugen ersetzt, sondern umfassend ausgebaut. Das Szenario beinhaltet etwa ein flächendeckendes, autonom fahrendes Rufbus-Angebot sowie eine neue Tarifstruktur. 

Dieses Szenario brächte vor allem für Nutzerinnen und Nutzer in ländlichen Regionen erhebliche Verbesserungen. Der Weg zur nächsten Haltestelle würde sich nahezu halbieren. Die Fahrzeit wäre zwar immer noch länger als mit einem eigenen Pkw. Aber im Vergleich zum Status Quo bedeutete es eine erhebliche Verkürzung. 

"Den größten Nutzen können wir daraus ziehen, wenn wir den ÖPNV grundlegend weiterentwickeln und das Angebot ausbauen - mit autonomen Shuttles, optimierten Buslinien und einer Verknüpfung zum Zug", teilte der Vorstand Straße bei DB Regio, Frederik Ley, mit.


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