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Teilmärkte im Dezember: Besser als gedacht

© Foto: Ingo Wagner/dpa/picture alliance

Auch wenn die nackten Zahlen etwas anderes nahelegen: Im deutschen Pkw-Markt hat sich zum Jahresende eine leichte Erholung abgezeichnet.


Datum:
12.01.2022
Autor:
rp
Lesezeit: 
4 min
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Trotz eines massiven Neuzulassungsrückgangs um mehr als ein Viertel war der Dezember der stärkste Automonat im abgelaufenen Jahr 2021. Das zeigt eine aktuelle Dataforce-Analyse, die sich mit der Entwicklung in den einzelnen Marktsegmenten beschäftigt. Die Frankfurter Branchenbeobachter sehen deshalb erste Anzeichen einer Erholung des Pkw-Geschäfts. Wie kommen sie zu dieser Einschätzung?

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte für Dezember 227.630 Neuzulassungen gemeldet – fast 27 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Einmal mehr waren alle Vertriebskanäle von der Talfahrt betroffen, am stärksten die Autovermieter (19.832 Fahrzeuge / minus 35,1 Prozent) und der Autohandel (38.245 Einheiten / minus 34,9 Prozent). Das Privatkundengeschäft schrumpfte um 30,2 Prozent auf 82.246 Neuwagen, die Zahl der Herstellerzulassungen ging um 20,9 Prozent auf 15.702 zurück. Noch am besten hielt sich der Flottenmarkt (71.605 Firmenwagen), die Einbußen waren mit minus 15,3 Prozent aber ebenfalls zweistellig.

Wie lässt sich aus diesen Zahlen ein Aufwärtstrend ablesen? Dataforce-Analyst Benjamin Kibies erklärt: "Der Vergleich zum Dezember 2020 ist einmal mehr verzerrt. Im vorletzten Jahr sorgten die Mehrwertsteuersenkung und die EU-CO2-Regulierung für vorgezogene Käufe im letzten Monat des Jahres. Mit über 311.000 Neuzulassungen wurde 2020 so der höchste Dezember-Wert in 20 Jahren Dataforce-Aufzeichnungen erreicht."

Zur besseren Einordnung zieht Kibies daher einen Vergleich zum Mittelwert vor Corona heran. "In den fünf Jahren zwischen 2015 und 2019 wurden im Dezember durchschnittlich 255.655 neue Pkw zugelassen. Die 227.630 Neuzulassungen aus dem Dezember 2021 entsprechen 89 Prozent dieses Durchschnittswerts", so der Marktexperte. Damit stehe der Dezember besser da als jeder andere Monat des Jahres 2021 und erreiche fast das Vor-Corona-Niveau.

Diesen Eindruck bestätigt der Blick in die einzelnen Teilmärkte. Der Privatmarkt verbuchte demzufolge sogar höhere Neuzulassungen als im Dezember 2019 (plus 1,5 Prozent) und 2018 (plus 2,75 Prozent). Er erreichte damit 98,1 Prozent des durchschnittlichen Vor-Corona-Niveaus. Das Flottengeschäft liegt mit 101,5 Prozent sogar darüber. Kibies: "Das knappe Angebot betrifft damit vor allem die margenschwächeren Kanäle Fahrzeugbau, -handel und Autovermieter."

Elektroautos tragen Markterholung

Wie die Dataforce-Analyse weiter verdeutlicht, tragen vor allem die Zuwächse bei Elektroautos den Aufwärtstrend. Im Vergleich zum Dezember 2020 kamen 10,9 Prozent mehr batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) in den Markt. Die Zulassungen von Benzin- und steckerlosen Benzinhybriden brachen hingegen um 32,2 Prozent ein. Die Anzahl der neuen Diesel und Dieselhybride halbierte sich beinahe (minus 43,7 Prozent), auch Plug-In Hybride (PHEV) waren rückläufig (minus 16,2 Prozent).

Im Privatmarkt kamen die BEV den Angaben zufolge erstmals auf mehr als 30 Prozent Anteil. Die PHEV eingerechnet, gab es im Dezember ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen E-Fahrzeugen (42,4 Prozent) und Benzinern (43,5 Prozent). Im Flottenmarkt zogen die BEV (Marktanteil 19,1 Prozent) erstmals seit September 2019 wieder an den PHEV (18,8 Prozent) vorbei.

Für Kibies bietet der Dezember einen guten Ausblick auf die Situation im Autojahr 2022: "Bei langsam anziehender Fahrzeugproduktion werden wieder mehr Pkw an Privat- und Flottenkunden ausgeliefert, jedoch reicht die Fertigungskapazität noch nicht aus, um die anderen Kanäle zu versorgen."

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