Mehr als 120 Branchenvertreter haben sich am Montag bei der "VAD Open"-Veranstaltung des Verbandes der Automobilhändler Deutschlands (VAD) und der AUTOHAUS akademie in Neu-Ulm über die Zukunft des Automobilhandels ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen die Transformation der Branche, die Übernahme der ehemaligen Mercedes-Benz-Niederlassung Ulm/Neu-Ulm durch die Sterne Gruppe sowie die zunehmende Regulierung des Handels.
Sterne Gruppe berichtet über große Übernahme
Gastgeber Peter Schäfer, Geschäftsführer der Sterne Gruppe, gab Einblicke in die Integration der ehemaligen Mercedes-Benz-Niederlassung. Die Unternehmensgruppe beschäftigt inzwischen rund 1.500 Mitarbeiter, erzielt etwa 800 Millionen Euro Umsatz und verkauft jährlich mehr als 13.500 Fahrzeuge. Die Übernahme sei insbesondere durch die Integration von Mitarbeitern und die Umstellung der IT-Systeme eine große Herausforderung gewesen.
Handel beklagt wachsende Bürokratielast
Beherrschendes Thema der Veranstaltung war jedoch die aus Sicht vieler Betriebe zunehmende Regulierungsdichte. Schäfer kritisierte, dass aus einst überschaubaren Kaufverträgen umfangreiche Dokumentations- und Informationspakete geworden seien. Vorschriften zu Datenschutz, Kaufrecht, Gewährleistung oder Kennzeichnungspflichten würden den administrativen Aufwand stetig erhöhen.
Auch VAD-Präsident Burkhard Weller warnte vor überbordender Bürokratie. Zusätzlich verwies er auf den wachsenden Einfluss großer Plattformanbieter und digitale Marktstrukturen, die den Wettbewerbsdruck auf den Handel erhöhen.
VAD Open 2026 - Sterne Gruppe in Neu-Ulm
Politik setzt auf Technologieoffenheit
Für die politische Perspektive sorgten der Europaabgeordnete Markus Ferber (EVP) und der Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz (CSU). Ferber sprach sich für eine technologieoffene Mobilitätspolitik aus. Klimaziele seien notwendig, der Weg dorthin dürfe jedoch nicht ausschließlich auf batterieelektrische Antriebe beschränkt werden. Auch alternative Kraftstoffe und weitere klimaneutrale Technologien müssten berücksichtigt werden.
Bundesregierung verspricht Entlastung
Durz zeigte Verständnis für die Kritik aus dem Handel. Die Bundesregierung wolle Berichtspflichten reduzieren, Verwaltungsabläufe vereinfachen und die Digitalisierung vorantreiben. Gleichzeitig appellierte er an die Unternehmen, konkrete Praxisbeispiele einzubringen, um unnötige Belastungen sichtbar zu machen.
In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass Handel und Politik bei vielen Themen ähnliche Ziele verfolgen. Die zentrale Forderung der Händler bleibt jedoch unverändert: weniger Bürokratie, verlässliche Rahmenbedingungen und mehr unternehmerischer Spielraum für die Bewältigung der Transformation.