Beim Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) bahnt sich ein Wechsel an der Spitze an. Präsident Thomas Peckruhn hat angekündigt, im Falle einer Kampfkandidatur bei den Vorstandswahlen am 8. September in Frankfurt nicht erneut für das oberste Amt anzutreten. Damit würde eine Amtszeit enden, die vor allem von den Folgen der Verbandskrise und dem Bemühen um Stabilität geprägt war.
Peckruhn hatte den Vorsitz 2025 in einer schwierigen Phase übernommen. Nach den Turbulenzen um die damalige Präsidentschaftswahl und den anhaltenden Spannungen innerhalb der Organisation sollte der Dachverband wieder zusammengeführt und handlungsfähig gemacht werden. Die größten Konfliktfelder blieben jedoch bestehen. Insbesondere der Streit mit dem Bundesinnungsverband (BIV) prägt die Verbandsarbeit bis heute.
Dass Peckruhn im Falle einer Kampfkandidatur nicht erneut antreten will, rückt nun Burkhard Weller in den Fokus. Der Präsident des Verbands der Automobilhändler Deutschlands (VAD) positioniert sich gerade als Kandidat. Für ihn wäre es nicht der erste Anlauf: Bereits 2023 hatte er sich um die Nachfolge von Jürgen Karpinski beworben. Damals kam es erstmals in der Geschichte des ZDK zu einer Kampfabstimmung um das Präsidentenamt, aus der Arne Joswig als Sieger hervorging.
Weller skizziert Schwerpunkte
Welche Akzente er als ZDK-Präsident setzen würde, umriss Weller bereits im Gespräch mit AUTOHAUS. Mit Blick auf den festgefahrenen Konflikt zwischen ZDK und BIV plädierte er für ein klärendes Gespräch. "Man muss sich an einen Tisch setzen und schauen, ob man zusammenkommt", sagte Weller. Gelinge das, könne man gemeinsam weiterarbeiten. "Und wenn nicht, dann geht es eben nicht."
Zugleich sprach sich Weller für Kontinuität aus. Die jüngsten Reformen hätten dem ZDK eine gute Grundlage für die weitere Verbandsarbeit gegeben. Besonders die gestärkte Rolle der Landesverbände bewertet er positiv. Aus seiner Sicht sollten dort künftig mehr Entscheidungen getroffen werden. Dass sein Name in der Nachfolgedebatte eine Rolle spielt, begründete er mit Rückmeldungen aus dem Markt: "Ich bin aus verschiedenen Teilen des Handels auf das Amt angesprochen worden."
Zukunft des VAD
Auch die Zukunft des VAD wäre im Falle seiner Wahl neu zu bewerten. Über die weitere Entwicklung sollen die Verbandsmitglieder entscheiden. Grundsätzlich könne er sich vorstellen, dass der VAD künftig als Stimme der großen Händler unter dem Dach des ZDK agiert.