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Bundesarbeitsminister Heil: Conti fährt "radikalen" Jobabbau

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil kritisiert die Jobabbau-Pläne von Continental.
© Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen

Die Kritik war heftig nach den Ankündigungen von Continental, den laufenden Stellenabbau noch einmal zu verschärfen. Jetzt schaltet sich auch der Bundesarbeitsminister in die Debatte ein.


Datum:
21.09.2020
3 Kommentare

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Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zeigt sich irritiert über das Ausmaß der Pläne beim Autozulieferer Continental, weitere Standorte dichtzumachen. Mit Blick auf die Schließung der Reifenproduktion des Dax-Konzerns in Aachen bis Ende 2021 sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post" (Samstag): "Es ist ohne Frage so, dass die Automobilbranche von der Corona-Krise hart getroffen ist und zusätzlich in einem Transformationsprozess steckt. Trotzdem habe ich kein Verständnis für ein radikales Jobabbau-Programm in diesem Bereich." Das betreffe auch den Conti-Standort Aachen, "der ja schwarze Zahlen geschrieben hat".

Weitere Politiker und auch Gewerkschafter hatten sich bereits sehr kritisch zu dem Vorhaben geäußert. Am Stammsitz Hannover-Stöcken, wo derzeit vor allem noch Forschung betrieben wird, will das Unternehmen nun ebenfalls Stellen streichen. Hier sind es nach Angaben eines Firmensprechers weitere 150 Arbeitsplätze, wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtete - betroffen sein soll der Geschäftsbereich, der Maschinen für die Reifenfertigung herstellt.

Unter dem Druck des Strukturwandels in der Autoindustrie und der Corona-Absatzkrise will Conti weltweit 30.000 Stellen "verändern", davon 13.000 in Deutschland. Dazu gehören neben Umschulungen von Mitarbeitern auch viele Streichungen oder Verlagerungen von Jobs.

Kürzlich war bekanntgeworden, dass der nach Bosch zweitgrößte Autozulieferer die Reifenproduktion in Aachen beenden will. Es ist das außer Korbach (Hessen) einzige verbleibende große Reifenwerk in Deutschland, etwa 1.800 Jobs sind bedroht. Zur Begründung führt der Konzern - wie im Fall Hannovers - Überkapazitäten und eine bereits seit Jahren unterdurchschnittliche Entwicklung der Reifenmärkte an.

Sozialpartnerschaft muss sich bewähren

Arbeitsminister Heil betonte, dass der Staat in der Corona-Krise schon viel Verantwortung übernehme - etwa mit dem Kurzarbeitergeld und mit dem Konjunkturpaket. "Das ist jetzt die Stunde, in der sich die Sozialpartnerschaft bewähren muss. Ich erwarte jetzt, dass man bei Continental nicht im Windschatten der Krise Entscheidungen trifft, die man möglicherweise vorher schon erwogen hat." Vielmehr müsse das Unternehmen im Gespräch mit den Gewerkschaften Lösungen finden, um möglichst viele Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten.

Teile der Conti-Belegschaft argwöhnen seit längerem, dass das Management die Struktur- und nun auch die Corona-Krise als Vorwand nutzen könnte, um ohnehin missliebige Standorte zu schließen und die dortigen Jobs an billigere Auslandsstandorte zu verlagern. Conti hängt mit seinen Zulieferteilen nicht nur direkt von der Produktion der Autohersteller ab, sondern mit seinem Reifengeschäft auch von der Erstausstattung neuer Fahrzeuge. Vor Heil hatten unter anderem NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), sein niedersächsischer Kollege Stephan Weil (SPD) und der Bundeschef der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, die Abbaupläne scharf kritisiert. (dpa)

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KOMMENTARE


Gerhard Klöckers

21.09.2020 - 20:12 Uhr

"Heil wurde 1972 als Sohn einer Studienrätin in Hildesheim geboren. Nach dem Abitur 1992 am Gymnasium am Silberkamp in Peine leistete Heil zunächst seinen Zivildienst ab und begann 1995 ein Studium der Politikwissenschaft und der Soziologie an der Universität Potsdam, das er 2006 an der Fernuniversität in Hagen abschloss.[2]" "Hubertus Heil trat als 16-jähriger Gymnasiast in die SPD ein""Seit 1998 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages."so Wikipedia. Er hat also Geschwätzwissenschaften studiert, stolze elf Jahre lang, ist Berufspolitiker,.....Mehr dazu zu schreiben verbietet mir der Anstand.


TG

22.09.2020 - 12:00 Uhr

@Gerhard Klöckers: Was hat das eine mit dem anderen zu tun?


Dieter M. Hölzel

22.09.2020 - 12:56 Uhr

Sehr geehrter Herr Klöckers, wenn Heil halt nur der einzige " Politiker " mit dieser Vita wäre. Es sind zu viele dieser Gattung in der Politik, da ist ja auch noch dieser Kühnert, der hat gleich gar keinen Abschluss und hat nur eine große Klappe, will den Menschen in unserem Land vorschreiben, wie sie zu leben haben. Habeck von den Grünen und seine Co-Vorsitzende, alle nur studiert, nie was Tragendes im Leben gearbeitet, vertreten ihre komischen Ideologien und " verdienen " von uns Steuerzahlern eine Menge Geld mit völlig überzogener Altersversorgung. Nun weiß ich nicht so recht, ob diese Leute den Anstand rechtschaffener Menschen verdienen, wo sie doch für das Land nie gedient haben.


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