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IAA-Eröffnungstag: Aktivisten sorgen für Verkehrschaos

© Foto: picture alliance/dpa/Peter Kneffel

Rund um München seilen sich Umweltaktivisten von Autobahnbrücken ab und überkleben Schilder. Die Polizei muss die Fahrbahnen sperren. Es gibt lange Staus – und das am Eröffnungstag der IAA.


Datum:
07.09.2021
Autor:
dpa
Lesezeit: 
4 min
2 Kommentare

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Gesperrte Autobahnen und lange Staus: Aus Protest gegen die Automesse IAA Mobility haben Aktivisten den Verkehr auf Autobahnen rund um München für längere Zeit lahmgelegt. Auf mehreren Autobahnen entrollten sie nach Polizeiangaben am Dienstagmorgen Banner – teilweise seilten sich dafür mehrere Menschen von Autobahnbrücken ab. Auch direkt vor der Messe demonstrierten Umweltschützer.

Auf der A9 etwa kletterten Aktivisten auf eine Schilderbrücke und überklebten die Aufschrift – "Verkehrskollaps 2000 m" stand dort dann geschrieben. Gegen Mittag konnte die Polizei die Autobahnen wieder freigeben, nachdem die Demonstrantinnen und Demonstranten die Brücken verlassen hatten und abgeführt wurden.

Kurz darauf sperrte die Polizei eine Autobahn erneut, weil mehrere Menschen kurz vor dem Messegelände ein Transparent an einer Brücke befestigten. Gegen die Beteiligten der Aktionen auf den Autobahnen wird nun ermittelt – unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung, wie eine Sprecherin sagte. Hinter den Protesten stand die "Aktion Autofrei", die sich für Fahrradstraßen und einen ticketfreien ÖPNV einsetzt.

Die IAA findet in diesem Jahr mit neuem Konzept in München statt. Gegner wollen nach eigenen Angaben den Ablauf stören, um für eine klimagerechte Mobilitätswende zu demonstrieren.

Auch vor dem Messegelände gab es am Dienstagmorgen Proteste. Mehrere Greenpeace-Aktivisten stiegen mit Plakaten in das Wasserbecken vor der Messe und demonstrierten für einen schnelleren Abschied vom Verbrennungsmotor. Auf den Plakaten waren Bilder von Überschwemmungen und Waldbränden der vergangenen Jahre zu sehen, zudem Slogans wie "Die Klimakrise startet hier". Die am Messegelände zahlreich vertretene Polizei ließ die Aktivisten gewähren, nach etwa einer halben Stunde verließen sie das kalte Wasser. 

"Die deutsche Autoindustrie befeuert die Klimakrise immer weiter", erklärte Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. "Mit ihren rücksichtslosen Geschäften schränken VW, Mercedes-Benz und BMW die Freiheit junger Menschen ein. Damit sich das ändert, müssen die Konzerne viel schneller weg von klimaschädlichen Verbrennungsmotoren."

© Foto: picture alliance/dpa/Sven Hoppe

Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann kritisierte die Proteste an den Autobahnbrücken. Demonstrationen, Proteste und Meinungsäußerungen seien immer möglich, aber auch für sie gebe es einen Rahmen der Gesetze, sagte der CSU-Politiker. Wenn andere Menschen durch die Aktionen gefährdet würden, sei dies nicht zu tolerieren.

Herstellerverband weist Kritik zurück

Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) äußerte sich kritisch und verteidigte das Konzept der Messe. "Die IAA Mobility zeigt den Weg zur klimaneutralen Mobilität", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. "Und wir diskutieren auch mit denen, die anderer Meinung sind. Unser Angebot zum Dialog steht. Gewalt und Nötigung lehnen wir ab."

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KOMMENTARE


FrankF

07.09.2021 - 15:35 Uhr

„Überzeugungen sind gelungene Überredungen“, schrieb einst der von den Nazis umgebrachte Schriftsteller Walter Serner. Die wohlstandsverwahrlosten Linken wollen einen anderen Staat, jedoch keinen freien Staat, mit viel weniger Steuern und viel mehr Eigenverantwortung, sondern einen Sozialismus, und wenn für sie selbst schon notwendig, irgendeinem unproduktiven, sicheren und ruhigen Staatsjob. Ich verstehe zwar nicht, daß man einen, sagen wir mal, 136. Versuch starten will und glaubt, der Sozialismus würde dann dieses mal nicht in Armut, Elend und Niedergang enden, aber von mir aus. Dann gebt uns anderen doch ein Stück Land, in dem wir, sagen wir mal, in Verhältnissen wie vor 20 Jahren leben können. Und, ach ja, der CO2 Anteil auf den der Mensch keinen Einfluss hat beträgt 96%, und von den 4% des weltweiten anthropogenen Anteils hat der deutsche Verkehr 0.003% Anteil......


Rudi S.

07.09.2021 - 16:10 Uhr

Sorry, aber wenn wir mehrere Tausend Polizisten zur Absicherung einer Leistungsshow brauchen und dennoch der Verkehr lahmgelegt wird, sollte man langsam überlegen, ob der Aufwand noch in einem Verhältnis zum Ergebnis steht. Ich war sicher immer ein Befürworter der IAA, aber das geht zu weit!


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