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"Kleiner, fokussierter, leistungsfähiger": So will sich Ford neu positionieren

Martin Sander sprach beim IfA Branchengipfel 2023 über "The New Ford".
© Foto: Institut für Automobilwirtschaft

Ford will kein Volumenhersteller mehr sein. Stattdessen baut die Marke auf Elektro-SUV, legendäre Baureihen und das traditionell starke Transporter-Geschäft. Beim IfA-Kongress 2023 begründete Martin Sander die Neuausrichtung mit klaren Worten.


Datum:
20.10.2023
Autor:
Ralf Padrtka
Lesezeit:
3 min
2 Kommentare

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Der Veränderungsdruck beim Autobauer Ford ist nach den Worten von Top-Manager Martin Sander enorm. "Wir sind überall im Unternehmen zu fett aufgestellt", sagte der Chef der Ford-Werke GmbH am Donnerstag beim IfA Branchenkongress in Nürtingen. Bei Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebskosten sei man aktuell nicht konkurrenzfähig. "Unserer Wettbewerber heißt Tesla. Das sind die Skalen, an denen wir uns messen lassen müssen."

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Das drohende Aus für die Fahrzeugproduktion in Saarlouis sowie die personellen Einschnitte in Köln sind aus seiner Sicht schmerzhaft, aber unvermeidlich. "Wer sich vor harten Entscheidungen drückt, wird in Zukunft Schwierigkeiten bekommen", erklärte Sander. Gleichzeitig werde Ford zwei Milliarden Euro in den Umbau des Kölner Stammwerks zum Elektro-Standort investieren.

Abschied vom Massenmarkt

Wie berichtet, steckt Ford mitten in einer Neuausrichtung. Mit Fiesta, Focus und Mondeo zieht sich die Marke aus traditionellen Volumensegmenten zurück. "Wir haben hier kein Geld verdient", unterstrich Sander. Stattdessen will der Autobauer das Geschäft auf die Bereiche Verbrenner, Elektro und Nutzfahrzeuge konzentrieren – auch wenn dies geringere Stückzahlen bedeutet. Sander: "Es geht nicht mehr darum, in jedem Segment ein Angebot zu machen." Man wolle künftig stark differenziert auftreten, bei weniger Volumen.


IfA Branchengipfel 2023

IfA Branchengipfel 2023 Doris Plate/AUTOHAUS Bildergalerie

Statt Brot-und-Butter-Autos setzt Ford auf die Elektrifizierung und Vernetzung legendärer Baureihen wie F-150, Mustang, Bronco oder Transit. "Es steckt so viel Kraft und Faszination in diesen ikonischen Fahrzeugen." Diese werde man auch auf die nächste Produktgenerationen übertragen. Ford startet 2024 mit der Erneuerung seines Modellportfolios, unter anderem mit dem Elektro-SUV Explorer und einer batterieelektrischen Variante des Puma. Vom neuen Explorer lägen bereits 40.000 Vorbestellungen vor, sagte Sander. "Wir sind für die nächste Zeit gut aufgestellt."

Erste Erfahrungen im Agenturvertrieb

Auch im Vertrieb bricht Ford gewohnte Strukturen auf. Zum Ende des ersten Quartals wurden die Händler- und Serviceverträge für alle Ford-Partner in der DACH-Region gekündigt (wir berichteten). Künftig sollen sie in einem echten Agenturmodell arbeiten. Sander berichtete von ersten Erfahrungen im Pilotmarkt Niederlande: "Der Start im März verlief überraschend reibungslos." Die wichtigste Erkenntnis: "Die Echtzeit-Daten sorgen für eine große Transparenz und für einen wahnsinnigen Speed im Sales-Funnel über das gesamt Netz." Bei Marktschwankungen könne man binnen Stunden gegensteuern.

Sander betonte abschließend: "Wir sind dabei, das neue Ford zu bauen – kleiner, fokussierter, leistungsfähiger."


Ford Explorer (2023)

Ford Explorer (2023) Bildergalerie


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KOMMENTARE


Feldi

20.10.2023 - 17:52 Uhr

Wenn die Autobauer Mercedes und auch Ford behaupten sie verdienen mit den Fahrzeugen der Massensegmente kein Geld mehr, wird der Markt für die Chinesen und Koreaner immer interessanter.


Mr.

22.10.2023 - 10:55 Uhr

Ford wird sich mit dieser Einstellung zumindest in Europa abschaffen. Die geplante Neuausrichtung geht eindeutig in die verkehrte Richtung, hier hätte man sich auf „Brot & Butter“ Fahrzeuge fokussieren sollen um die Kernkompetenz in Europa weiter auszubauen. Die 40.000 Vorbestellungen sind Augenwischerei, es gibt keine Vorbestellungen im klassischen Sinne für den genannten Explorer, es gibt ja auch noch keine Preise, hier wollte man simulierte „Vorbestellungen“ generieren um an die Daten der Interessenten zu kommen.


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