Geely Auto hat die ersten sechs Monate des laufenden Jahres mit Rekordwerten abgeschlossen. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 22,2 Milliarden Euro und erreichte damit den höchsten Halbjahreswert der Unternehmensgeschichte, wie der chinesische Hersteller mitteilte. Gleichzeitig verbesserte sich der den Eigentümern zurechenbare Kerngewinn überproportional um 46 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro.
Auch beim Fahrzeugabsatz konnte die Gruppe zulegen. Weltweit setzte Geely zwischen Januar und Juni mehr als 1,42 Millionen Fahrzeuge ab und übertraf damit alle bisherigen Halbjahresergebnisse.
Volumen- und Elektromarken treiben das Geschäft
Zu den wichtigsten Wachstumstreibern gehörte demnach die Modellfamilie Geely Galaxy. Sie verkaufte knapp 520.000 Fahrzeuge und festigte damit ihre Position im boomenden Markt der New Energy Vehicles (NEV). Auch die Volumenbaureihe Geely China Star blieb auf Erfolgskurs und erreichte mehr als 580.000 Einheiten.
Die Premium-Tochter Zeekr steuerte über 178.000 Fahrzeuge bei und kam damit auf einen Anteil von rund 12,5 Prozent am Konzernabsatz. Lynk & Co setzte mehr als 144.000 Fahrzeuge ab.
Geely E2 (2026)
Die starke Nachfrage wirkte sich auch auf die Profitabilität aus. Die Bruttomarge verbesserte sich auf 17,9 Prozent. Der Gewinn je verkauftem Fahrzeug stieg gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent auf 871 Euro.
Für die zweite Jahreshälfte kündigte der Konzern mehrere wichtige Modellneuheiten an. Dazu zählen die elektrische Sportlimousine Geely TT mit KI-Unterstützung sowie der Offroader Geely Zhanjian 700.
Milliarden für neue Technologien
Parallel zum Wachstum investiert Geely weiter kräftig in Forschung und Entwicklung. Die F&E-Ausgaben erhöhten sich den Angaben zufolge im ersten Halbjahr um acht Prozent auf 1,16 Milliarden Euro.
Zudem will Geely die Elektrifizierung seiner Verbrennerpalette forcieren. Mithilfe neuer Hybridtechnologien strebt der Hersteller bis Jahresende einen monatlichen Absatz von mehr als 30.000 i-HEV-Fahrzeugen an. Die Baureihe Geely China Star soll künftig die Basis für internationale Hybridoffensiven bilden.
Geely Starray EM-i Test (2026)
Exportgeschäft explodiert
Besonders dynamisch entwickelte sich das Auslandsgeschäft. Die Exporte außerhalb Chinas kletterten um 158 Prozent auf mehr als 474.000 Fahrzeuge. Damit übertraf Geely bereits nach sechs Monaten das gesamte Exportvolumen des Jahres 2025.
Nachdem die monatlichen Ausfuhren im Juni und Juli jeweils die Marke von 100.000 Fahrzeugen überschritten hatten, hob das Unternehmen seine Exportprognose für 2026 deutlich an. Statt bislang 640.000 Fahrzeugen rechnet das Management nun mit 920.000 Einheiten und peilt perspektivisch sogar die Schwelle von einer Million Exportfahrzeugen an.
Europa spielt Schlüsselrolle
Für die internationale Expansion setzt Geely auf Kooperationen mit etablierten Partnern. Dazu gehören unter anderem Volvo Cars, Proton, die Renault Group und Ford. Die Zusammenarbeit umfasst Bereiche wie Produktion, Entwicklung und Lieferketten (wir berichteten).
Zudem hat der Konzern seine Entwicklungsteams in Deutschland und Schweden stärker verzahnt. Ziel ist es, neue Modelle schneller auf internationale Märkte zu bringen. Inzwischen ist Geely nach eigenen Angaben in 114 Auslandsmärkten aktiv und verfügt über mehr als 2.000 Vertriebs- und Servicestandorte außerhalb Chinas.