Tesla will Millionen in Batterien stecken: 1.500 neue Jobs in Grünheide

12.05.2026 18:04 Uhr | Lesezeit: 3 min
in Autotransporter mit Elektrofahrzeugen vom Typ Tesla Model Y verlässt die Tesla-Gigafactory Berlin-Brandenburg.
Autotransporter vor der Tesla-Gigafactory in Grünheide
© Foto: Patrick Pleul/dpa

Tesla-Chef Elon Musk will von der Batteriezelle bis zum E-Auto alles an einem Standort haben. In Grünheide soll das umgesetzt werden. Was heißt das für die Zahl der Beschäftigten?

Der US-Elektroautobauer Tesla will mehr als 1.500 Beschäftigte für die Batteriezellfertigung in Grünheide bei Berlin neu einstellen. Knapp 250 Millionen US-Dollar – umgerechnet mehr als 210 Millionen Euro – sollten investiert werden, um die Voraussetzungen für die jährliche Produktion von 18 Gigawattstunden Batteriezellen in Grünheide zu schaffen, teilte Tesla mit. 

Im April hatte der Autobauer bekanntgegeben, dass er bis Ende Juni rund 1.000 neue Mitarbeiter in seinem einzigen europäischen Autowerk einstellen will, um die Produktion wegen gestiegener Nachfrage um ein Fünftel auf rund 6.000 Fahrzeuge pro Woche hochzufahren. Die Produktions- und Zulassungszahlen waren gesunken, nun sieht Tesla eine Trendwende. 

Von Zelle bis E-Auto: "Einzigartig in Europa

"Von der Batteriezelle bis zu Elektrofahrzeugen soll ab voraussichtlich 2027 alles an einem Standort produziert werden", kündigte das Unternehmen an. "Das ist einzigartig in Europa." Damit ist Tesla nach eigener Einschätzung widerstandsfähiger. 

Für das Hochfahren der Batteriezellfertigung würden mehr Arbeitskräfte benötigt. Der Personalbedarf in der Batteriezellfertigung belaufe sich auf mehr als 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf Nachfrage erklärte ein Sprecher, dies solle mittelfristig geschehen. Die "Märkische Allgemeine" berichtete am Dienstag, bis zum Jahresende sollten 350 neue Stellen im Batteriewerk entstehen. Dies ist laut Tesla eine frühere Planung. 

Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) sieht in der Ankündigung einen wichtigen Kontrapunkt zur Debatte über Unsicherheiten, wirtschaftliche Risiken und sinkende Industrieproduktion. "Deutschland ist weiterhin in der Lage, große industrielle Investitionen anzuziehen", sagte Klement. Die Batterietechnologie werde für industrielle Wertschöpfung und moderne Mobilität in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen. 

Bisher nur Batteriekomponenten in Grünheide 

Derzeit werden in Brandenburg nur Komponenten produziert. Die Zellen werden in den USA gefertigt und kommen nach Deutschland. Europa hinkt bisher bei der Fertigung von Batteriezellen für E-Autos vor allem Asien hinterher. Tesla-Chef Musk hatte 2020 angekündigt, er wolle das Werk bei Berlin zur weltgrößten Batteriefabrik machen. 

Im Dezember hatte Tesla angekündigt, voraussichtlich ab 2027 bis zu acht Gigawattstunden Batteriezellen pro Jahr zu produzieren. Eine Gigawattstunde entspricht einer Million Kilowattstunden. Ein Tesla Model Y Standard verbraucht 13,1 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. 

Früheres Ziel noch nicht erreicht 

Tesla öffnete die Gigafactory Berlin-Brandenburg vor rund vier Jahren und peilte in einer ersten Phase 500.000 Autos im Jahr an, die Zielzahl sollte mit einem Ausbau auf eine Million im Jahr verdoppelt werden. Mit 6.000 Fahrzeugen pro Woche wären es rechnerisch 300.000 im Jahr. 

Vor etwas mehr als zwei Jahren arbeiteten dort rund 12.400 Menschen. Dann sank die Zahl um 1.700 bis zu diesem Jahr. Zuletzt waren in der Gigafactory Berlin-Brandenburg nach Unternehmensangaben 10.700 Menschen beschäftigt. Tesla will voraussichtlich auch rund 500 Leiharbeitnehmer im Laufe des Jahres in feste Arbeitsverhältnisse übernehmen.


Tesla Model Y Standard

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